LZ 129 - Zum 80. Jahrestag

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LZ 129 - Zum 80. Jahrestag

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 6. Mai 2017, 11:39

Der 06. Mai 2017 ist ein sehr denkwürdiger Tag

Vor 80 Jahren
Die "Titanic der Lüfte" des Grafs Ferdinand von Zeppelin verbrennt in Lakehurst.
- Nach 63 Fahrten mit insgesamt zurückgelegten 337.129 Kilometern und mit 7305 beförderten Menschen
- Nach insgesamt acht Fahrten nach Südamerika und zurück, elf Fahrten nach Nordamerika.

22 Fahrgäste und 43 Besatzungsmitglieder überlebten die Katastrophe wie durch ein Wunder.
Es gibt zu diesem Tag erhebliche Medienaufmerksamkeit. Zum letzten lebenden Passagier ein Bericht im kurier.at:

"Der letzte Zeuge wurde ausgeladen", wie auch immer
https://kurier.at/chronik/weltchronik/u ... 62.174.887

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Re: LZ 129 - Zum 80. Jahrestag

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 6. Mai 2017, 21:23

Die letzte Fahrt der Hindenburg

Aus der Sendung von 27. April 2015 WDR - Als Video abrufbar bis zum 17. März 2018 Hier: http://www.planet-wissen.de/video-die-l ... g-100.html

LZ129.png


Der Report im planet wissen Die letzte Fahrt der Hindenburg
Hier: http://www.planet-wissen.de/technik/luf ... rg100.html

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Re: LZ 129 - Zum 80. Jahrestag

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » So 7. Mai 2017, 15:01

Und hier ist der Direkt-Link zum TV-Beitrag:
http://ondemand-ww.wdr.de/medp/fsk0/17/ ... 725658.mp4
Speichern: rechtsklick mit der Maus, "Speichern unter"
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bluemchen
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Re: LZ 129 - Zum 80. Jahrestag

Ungelesener Beitragvon bluemchen » So 7. Mai 2017, 20:29

Da ich eine absolute Hochachtung habe,

was diese große Ingenieurskunst des konsequenten Leichtbaues vor Jahrzehnten hervorgebracht hat,
stelle ich mir die -eher philosophische oder rhetorische - Frage, ob man heute solche Konstruktionen noch fertigen könnte.
Ich mache das an verschiedenen Dingen fest:
Im Film mit Herrn Boétius wurde aus dem Zeppelin Museum ein konstruktives Reststück gezeigt, das deutlich macht - mal abgesehen vom Reißbrettpergament über die Statikberechnung - hier waren Handwerksberufe am Werke, die es nicht mehr gibt, wie: Gürtler, Beschlägemacher, Spengler, Blechschmied, Nieter ... . Solche Kleinteile sind auch im Technikmuseum vorhanden und nun füge daraus diese überdimensionalen Oktaeder und verbinde diese zu der ebenso überdimensionalen tragenden Struktur.
Die Feingliedrigkeit der Elemente erinnert dabei durchaus an das vogtländische Klöppeln.
Oder, am Beispiel der FW-200, die feingliedrigen Konstruktionselemente im Bezug auf Waffeneinbauten e.t.c., bekommt man heute nicht mehr hin.

Eine andere technologische Frage sind die Flugdiesel, die wie im Schiff arbeiten müssen, dabei mit magerem Gewicht daherkommen müssen.
Die Propellerleistung wurde ja durchaus bemängelt, was höhere Anforderungen an die Schiffsführung stellte.
Zu diesen Maschinen kann vielleicht Henning als unser Motorenexperte etwas mehr herausfinden.
Imposant ohne Ende, für mich heute noch
Wie seht Ihr das?
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Re: LZ 129 - Zum 80. Jahrestag

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » So 7. Mai 2017, 23:16

Luftschiffe haben leider drei Probleme, die ihren kommerziellen Einsatz im größeren Maßstab nicht zulassen:

    Die geringe Geschwindigkeit (gegenüber der Luftmasse), wodurch die Reisegeschwindigkeit bei Gegenwind extrem reduziert werden kann.
    Das bislang immer noch nicht gelöste Problem mit der Vereisung der Hülle.
    Die Prallhöhe, die die Reisehöhe einschränkt und auch die Reichweite stark begrenzen kann. Das Problem mit der Reichweite ließe sich durch die Rückgewinnung von Ballast (Wasser) im Flug lösen. Eine praktisch anwendbare technische Lösung steht auch hier noch aus.


Einen Besuch im Zeppelin-Museum in Friedrichshafen kann ich nur wärmstens empfehlen. Allein der begehbare akkurate Nachbau des Passagierdecks des LZ-129 fühlt sich wie eine Zeitreise an.
Bei der Betrachtung der ausgestellten Originalteile wird deutlich, was Blümchen in seinem Beitrag ausgedrückt hat: Es ist die Hochtechnologie einer vergangenen Epoche.
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Thomas
Reformation, Renaissance und Aufklärung - soll das alles umsonst gewesen sein? Offenbar ja.

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Re: LZ 129 - Zum 80. Jahrestag

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mi 10. Mai 2017, 23:28

Zu der selbst gestellten Frage der Flugmotoren fand ich aus einer Fülle von Quellen u.a. diese Ergebnisse und muß es ja nicht für mich behalten -

Ein erster Gedanke war Maybach, aber nein, es ist der DaimlerBenz 602 [LOF 6], ein Schnellbootmotor, ein wassergekühlter 16 -er V-Motor mit 88,5 Liter Hubraum, ~ 900 PS Nominalleistung bei 1400 U/min und 1200 PS Nmax.
Druckluft gestartet und gesteuert erinnert er mich gleich an Motoren von Kettenzugmitteln u.ä., wo das Starten mittels Druckluftflasche immer ein Reservemittel war. Ein Novum die Umsteuerung auf Rückwärtslauf, welcher nicht über Getriebe erfolgte, wenn ich es richtig gedeutet habe. Dieses reduzierte die Luftschraubenwelle auf halbe Motordrehzahl.
In den Quellen kann man mehr interessante Daten nachlesen
Bilder unten: https://stage-chronik.mercedes-benz-cla ... ei-berlin/
Hindenburg.png
Hindenburg.png (142.56 KiB) 678 mal betrachtet
Hindenburg 1.png
Hindenburg 1.png (186.09 KiB) 678 mal betrachtet


EIne andere interessante Quelle neben Wiki dt./engl., sind die Seiten der Airships.net Zu Design und Technik hier: http://www.airships.net/hindenburg/hind ... echnology/

Zu LZ 129 Hindenburg Überblick aller Fachmatrikel hier: http://www.microsofttranslator.com/bv.a ... denburg%2F
>>> Orig. http://www.airships.net/hindenburg/ (engl.)

Und schon mal ausgesucht Hindenburg Flight Operations und Verfahren hier: http://www.microsofttranslator.com/bv.a ... cedures%2F

(Wenn der MS Translator nicht bei allen funktionieren sollte, dann kurzer Hinweis)

Und was man nicht für möglich hält: Es gab schlicht kein Flugbetriebshandbuch für das LZ 129.
Doch lest mal selbst, wenn Zeit ist - hoch interessant.
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Re: LZ 129 - Zum 80. Jahrestag

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Di 16. Mai 2017, 12:02

Das fiel mir noch ergänzend aus der medialen Aufmerksamkeitsskala in den Blick:
Катастрофа дирижабля "Гинденбург". Досье

Подробнее на ТАСС:
http://tass.ru/info/4234641
LZ-129.png
LZ-129.png (646.93 KiB) 626 mal betrachtet
- über den Tass - Link abrufbar -
Nicht wegen "Sensation", sondern nochmal ein "anderer Blick", mit Originalaufnahmen seinerzeit und auch einer Animation. Nach meiner Meinung gut und ergänzend zusammengeschnitten und im Ablauf verfolgbar.
(Und "Gindenburg" liest sich auch mal anders)
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