Notlandung einer Lo Meise

Kilo Mike Sierra
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Notlandung einer Lo Meise

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Di 15. Jan 2019, 23:27

Am 3. September 1957 um 16.30 Uhr soll die Lo Meise DDR-2062 auf dem 57 km langen Flug von Meiningen-Dolmar nach Sonneberg 12 km vor dem Ziel eine Notlandung(?) ausgeführt haben. Das müsste somit irgendwo zwischen Rauenstein und Schalkau gewesen sein.

Es gibt dazu einen Luftpost-Beleg, der mich als aerophilatelistisch völlig unbeschriebenes Blatt ratlos zurückläßt.
Zuerst einmal war mir völlig unbekannt, daß es auch Postsegelflüge gab oder vielleicht auch heute noch gibt.
Zum zweiten findet sich auf dem Briefumschlag ein grüner Zusatzstempel mit der Aufschrift
Wegen techn. Schwierigkeiten verzögert! - Notlandung - 16.30, 12 km vor Sonneberg

Wo hatten die so schnell diesen Stempel her?
Und drittens könnte diese "Notlandung" doch auch einfach nur eine viel weniger spektakuläre Außenlandung gewesen sein.
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Thomas

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Mucha100
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Re: Notlandung einer Lo Meise

Ungelesener Beitragvon Mucha100 » Mi 16. Jan 2019, 02:36

Unbescholten wie K-M-S in der Aerophiletalie schmunzelt mich dieser interessante Beitrag an.

Ohne Sachkenntnis der örtlichen Umstände, das sei vorausgeschickt, möge der Historie ein klein wenig über die Schulter geblickt werden, ohne gleich die Spannung ganz rauszunehmen.

Zum Einen denke ich, könnte es sich bei dieser Strecke um einen Flug der "Silber-C" Bedingung "50 Km Streckenflug" als Flugauftrag gehandelt haben, bei dem der Aspirant durchaus einen "Umschlag" auf dem Zielflugplatz zu übergeben hatte. Das wäre dann a´priori tatsächlich ein kombinierter Segel-Post-Flug als Gag in dieser (Pionier)Postflugregion gewesen. >grins<
Erste Anmerkung:
Eine sogen "Notlandung, wie KMS schon andeutete, mit einem motorlosen Flieger ist wohl aufwertend der Situation außer Orts, also "abseits" des auf dem Flugauftrag festgelegten Landeortes zu bewerten ---> man hatte nicht irgendwo zu landen ,,,, sondern weisungsgemäß unter Einhaltung der Flugdisziplin!
Dem armen Piloten auf dem Weg zur Silber-C wird wahrscheinlich nur die Thermik etwas abhanden gekommen sein, was ein natürlicher Vorgang ist, und damit blieb ihm nur eine Außenlandung auf einem Feld / einer Wiese entsprechend den gelernten Verhaltensregeln.
Zweite Anmerkung:
Der aufstrebende Segelflugsport zu dieser Zeit flog durchaus schon mit dem Übungs-/Leistungsflugzeug seiner Zeit, der "Meise". Dabei handelte es sich aber um den Nachbau der "Olympia-Meise" aus dem Waggonbau Gotha.

DIese hervorragende Konstruktion Hans Jacobs aus dem Jahr 1939 der ehem. "Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug" wurde in den folgenden 20 Jahren in vielen Ländern gebaut, wie FR od. GB auch und eben mit Verbesserungen auch in der DDR im Waggonbau Gotha und zwar bis 1959.
(Das es zu keiner "Olympiade" damals wie geplant kam, war dem Ausbruch der II.WK geschuldet)

Diese Segler erfreuten die Herzen ganzer Generationen von Fliegern.
Kommen wir zur aerophiletalistischen "Lo-Meise": Diese heißt korrekt "Lom-59 Lo-Meise", denn sie wurde in Lommatsch ab ´59 gebaut, allerdings nur in geringer Stückzahl.
(Ihre Vorzüge waren eine nach hinten aufklappbare Vollsichthaube, einer kurzen Kufe und Rad und ähnliche Flugeigenschaften des Doppelsitzers "Lehrmeister", was einen problemlosen Umstieg ermöglichte).

Mithin möge der Leser entscheiden, ob die DDR-2062 schon eine Lommatscher oder doch eher noch eine Gothaer seinerzeit war.
Zum Außenlandeplatz können vielleicht Heimatforscher aus alten Photos, die möglicherweise aufgrund des besonderen Vorfalls gemacht wurden (wie eben auch der magische Stempel) Hinweise geben.
Interessant allemal - Danke an K-M-S für das Ausgraben :-)

VG
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EA-Henning
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Re: Notlandung einer Lo Meise

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Mi 16. Jan 2019, 10:33

Bezueglich des Stempels: es gibt durchaus Stempel, wo man die Schrift verstellen kann. Ob diese zur damaligen Zeit bereits üblich waren, ist mir nicht bekannt.
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Re: Notlandung einer Lo Meise

Ungelesener Beitragvon Mucha100 » Mi 16. Jan 2019, 13:07

Notwendiger Nachsatz
Es ist tatsächlich nicht ganz klar, wann das Werk 806 in Lommatsch mit der Übernahme der Konstrukteure des Waggonbau Gotha die Produktion der "Meise" übernahm. Die Mehrzahl der rund 150 "Meisen" kam schon aus Lommatsch.
Möglicherweise wollte die Publikation mit "Lo-Meise" andeuten, die besagte DDR-2062 war eine Lommatscher , was in der Flugzeugansprache aber ein unwesentlicher Aspekt ist.

Von der Eigenentwicklung "Lom-59 Lo-Meise" habe ich eine Kennung DM-2223, also weiter hinten liegend und meine (1969 recht spät) geflogenen Meisen waren eine - 2198 und -2180
Das nochmal zur Einordnung/Ergänzung.

Der wahrgenommene Thüringer "Post-Segel-Flug" harrt dann noch der weiteren Aufklärung, um postalische Fälschungen postamtlich auszuschließen >grins<
VG
Mucha
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Kilo Mike Sierra
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Re: Notlandung einer Lo Meise

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 17. Jan 2019, 00:25

Nee ist das alles kompliziert.
Bis heute dachte ich, es hätte in der DDR nur einen Typ Meise gegeben und der würde Lo Meise heißen.
So einfach ist es nicht.
Laut unserer "DDR-Flugzeugbibel" gab es in der DDR eine originale Schmitz Olympia-Meise aus dem Jahre 1944 (DDR/DM-2015).
Dazu kam eine 1954 vom Aeroklub der SdAG Wismut nachgebaute Meise (DDR/DM-2016).
Danach kamen 147 von 1956 bis 1958 in Lommatzsch gebaute Meisen (DDR/DM-2051 bis 2198).
In den Jahren 1961 und 1962 wurde dann eine modernisierte Version der Meise in vier Exemplaren gebaut (DM-2220 bis 2223. Diese wurde offiziell als Lom-59 Lo-Meise bezeichnet.

Die not- oder außengelandete Meise (DM-2062) des eingangs erwähnten Postflugs war also keine Lo-Meise, sondern eine Meise ohne Lo.

Ob der Notlandungsstempel ein variabler Stempel war, ist schwer zu sagen. Er enthält drei verschiedene Schriftgrößen, eine "enge" Schrift, eine Unterstreichung und sogar hochgestellte Zeichen (superscript). Aber möglich wäre das auf jeden Fall. Damals wurden Stempel noch viel öfter verwendet als heute.
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Thomas

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Re: Notlandung einer Lo Meise

Ungelesener Beitragvon Mucha100 » Sa 19. Jan 2019, 23:23

Um die "Notlandung" nicht so in der Luft hängen zu lassen, machen wir mal eine ordentliche Landung mit einer ordentlichen Lo-Meise daraus

- auf dem Segelfluggelände "Dresden-Elbwiese", im Hintergrund der Dresdner Fernsehturm - elbaufwärts gesehen - auf den Wachwitzer Höhen, die Elbe selbst vor dem Höhenzug, aus dieser Perspektive nicht zu sehen; ebenso das Blaue Wunder, bei diesem Startaufbau nicht zu sehen.
Das war 1968 während eines Lehrganges, die DM-2222, eben gelandet, wird zum Startplatz zurück gerollt.
Daß die Elbwiesen eine der vier Raritäten
- "Meise mit Lo" zur Verfügung hatten, wunderte mich auch. Für das Foto liegt die freundliche Genehmigung von Harald Müller / Kamenz -Fluglehrer und Lehrgangsteilnehmer seinerzeit - für das Forum vor.
Lo-Meise.png
In diesem Lehrgang wurden u.a. die Gefahreneinweisungen im FES als Voraussetzung für die Freiflüge vieler Schüler mit ausgesprochen vielen Mädchen absolviert - mit 42 Starts in 3 Tagen hatten es alle geschafft :-)
Da diese Pflichtaufgabe von der Winde geflogen werden mußte, hatten aus der Auskllnkhöhe von rd. 300m die nötigen 1000 m Mindestflughöhe erst in der Thermik "erkurbelt" werden müssen! Es war aber auch eine echte Thermikwoche, der Erinnerung vom Harald nach.

Ein Foto von der DM-2223 in Schönhagen ergänzend gibt es auch noch, füge es nach Bearbeitung vlt. noch ein.
VG
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Re: Notlandung einer Lo Meise

Ungelesener Beitragvon Mucha100 » So 20. Jan 2019, 23:21

Dann sei noch angefügt ein Bild - nicht nur der "Lo-Meise" DM-2223, sondern gleich "zwei x Lo-" >grins< , zusammen mit der -2222
und dem Schleppflug des Baby- IIb -1588 an der Podwa, Flugsportschule/ Schönhagen
DM-2223.png
Diese großartige Aufnahme, eher noch Bildkomposition eines Augenblickes, stammt von dem Sport- und Luftbildreporter H. Ende - Jena / Schönhagen aus einem Privatarchiv und auch sie ist angetan, nicht in einem Album zu vergilben, sondern die Lebendigkeit dieser klasse Sportart "Fliegen" in der GST in unserem Lande weiter zu vermitteln.
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Re: Notlandung einer Lo Meise

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 26. Jan 2019, 23:04

Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Am 3. September 1957 um 16.30 Uhr soll die Lo Meise DDR-2062 auf dem 57 km langen Flug von Meiningen-Dolmar nach Sonneberg 12 km vor dem Ziel eine Notlandung(?) ausgeführt haben. Das müsste somit irgendwo zwischen Rauenstein und Schalkau gewesen sein.

Es gibt dazu einen Luftpost-Beleg, der mich als aerophilatelistisch völlig unbeschriebenes Blatt ratlos zurückläßt.
Zuerst einmal war mir völlig unbekannt, daß es auch Postsegelflüge gab oder vielleicht auch heute noch gibt.
Zum zweiten findet sich auf dem Briefumschlag ein grüner Zusatzstempel mit der Aufschrift
Wegen techn. Schwierigkeiten verzögert! - Notlandung - 16.30, 12 km vor Sonneberg

Wo hatten die so schnell diesen Stempel her?
Und drittens könnte diese "Notlandung" doch auch einfach nur eine viel weniger spektakuläre Außenlandung gewesen sein.

In diesem ungelösten Meisen- Fall gibt es eine unerwartete Wendung

Wegen dem "LO" in der Meise waren wir vom Kernthema meilenweit abgewichen, deswegen zurück zum Ausgangspunkt, naja, es waren ja Zwei .
1) Das "LO" wäre weitestgehend geklärt
2) Zum "Stempel" wurden Sherlok Holmes & Dr Watson umgehend tätig. Das Ergebnis ihrer akribischen Rekonstruktion des Falles wird uns in Form eines neuzeitlichen Mail´s, wie es wohl heißt, kund getan:

Wir nehmen diesbezüglich aus der Feder unseres im Dunklen recherchierend tätigen Mitgliedes "M" folgendes (nur zum internen Gebrauch!) zur Kenntnis :
Hier seine Nachricht

Zur Notlandung der D-2062

Anläßlich der 4. Südthüringer Briefmarkenausstellung in Sonneberg vom 8.-10 Juni 1957 sollte der 3. Postsegelflug in der DDR durchgeführt werden, nach dem 1. Postsegelflug von Meiningen nach Hildburghausen am 15.08.1956 mit einem Baby DDR-1509 und
dem 2. Postsegelflug von Zwickau nach Karl-Marx-Stadt am 08.05. 1957 mit einem Pionier DDD-3011.

- Die Sonderumschläge wurden bereits im Mai 1957 für 0,30 DM an Interessierte und Philatelisten verkauft.
- Neben dem Poststempel Meiningen als Abflugsort sollten die Umschläge mit dem Sonderstempel der Ausstellung und dem Hinweisstempel des entsprechenden Segelflugzeuges bekommen.
- Nachdem die Einsendung der Umschläge vergessen wurde, kam nach zwei Monaten die Überraschung: Aus nicht bekannten Gründen konnte der Flug erst am 3. September 1957 durchgeführt werden.
- Die Briefe wurden anschließend mit dem Kastenstempel "Notlandung" versehen.

Ein Grund der Verzögerung könnte gewesen sein, dass das Segelflugzeug DDR-2062 aus technischen Gründen nicht einsatzbereit war und die Briefe bereits für dieses Segelflugzeug ausgewiesen wurden.


Viele Grüße aus - dem Erfurt ohne Schnee
vom Manfred


“ Wenn man alle logischen Lösungen eines Problems eliminiert, ist die unlogische, obwohl unmöglich, unweigerlich richtig.”
>>>Zitat Sherlock Holmes

Aus diesem Fall nehmen wir mit: Mit den Unbekannten (XY) wurde zusätzlich die dritte Unbekannte offen gelegt:
Es gab Postsegelflüge in der DDR !!!
- Eine völlig neue Dimension, K-M-S, die Geschichte muß sofort umgeschrieben werden!
Und: Henning - welche Geheimnisse verbirgt Thüringen denn noch so vor der wissbegierigen Öffentlichkeit >frage<
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Re: Notlandung einer Lo Meise

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » So 27. Jan 2019, 01:10

Ich gebe zu, daß ich immer noch nicht verstanden habe, wie das abgelaufen ist.
Wer hat die Einsendung der Umschläge vergessen? Die waren doch an Interessenten verkauft.

Vielleicht könnte Manfred einmal am Beispiel eines solches sonderbeförderten Briefes den gesamten Ablauf bei so einer Luftpostaktion beschreiben.
Also jemand hat die Idee und läßt entsprechende Sonderumschläge drucken.
Wie geht es dann weiter?

An wen adressiert man einen solchen Brief, damit man ihm am Ende zurückerhält?
Poste Restante war auf dem besagten Brief nicht angegeben, sondern eine Adresse in den Niederlanden.

Ist die Bezeichnung "Notlandung" nicht völlig irreführend?
Daß es das Segelflugzeug nicht ganz bis Sonneberg geschafft hat, ist doch nicht besonders ungewöhnlich. Damit muß man doch auch rechnen.

Warum machen Aerophilatelisten solche Aktionen überhaupt?
Warum verschicken sie Briefe auf Postflügen, die es eigentlich gar nicht gibt?


Ich hatte es früher schon beklagt. In diesem Forum fehlt mindestens ein Aerophilatelist, denn dann wäre das alles schon längst klar (auch mir).
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Thomas

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Re: Notlandung einer Meise in der Aerophiletalie

Ungelesener Beitragvon bluemchen » So 27. Jan 2019, 15:55

Die Antwort folgt auf dem Fuß - hier das Blitztelegramm aus Erfurt

Hallo … an Alle hier im Forum
ich möchte kurz auf die Fragen von KMS antworten.

Zu jeder Briefmarkenausstellung werden vom Veranstalter (Vereine, Arbeitsgruppen) Sonderumschläge gedruckt und ein Sonderstempel bei der Post bestellt.
Für diese Ausstellung in Sonneberg hat man sich was Besonderes ausgedacht: Da in Südthüringen in Meinigen eine Segelfluggruppe existierte, sollte einen Postsegelflug, wie schon 1956, durchgeführt werden.
Im Vorverkauf und bestellt werden konnten die Umschläge bei einem Philatelisten in Meiningen im Auftrag der Ausstellungsleitung. Über die Arbeitsgruppen Philatelie im Kulturbund der DDR konnten die Sonderumschläge auch bezogen werden.
- Anschließend wurden sie mit der Heimatadresse des Sammlers mit einer Briefmarke versehen und geschlossen nach Meiningen versendet. Nach Abschluss der Ausstellung in Sonneberg hofften viele auf den beförderten Umschlag, der aber nicht kam.
- Ob nun eine Information über den ausgefallenen Flug in der Zeitung stand, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls waren alle eingesandten Briefe noch in philatelistischen Händen in Meiningen, nicht auf der Post in Meiningen.
Man wartete.
Heute würde man diese Post mit einem Hinweisstempel versehen: "Flug aus technischen Gründen ausgefallen". Wenn nach 70 Tagen keine Post mehr bekommt gerät die Einsendung zum Postsegelflug in Vergessenheit, deshalb die Überraschung im September.

Zur "Notlandung": Laien sprechen von einer Notlandung, Segelflieger von einer Außenlandung. Auch die Presse schreibt gerne z.B.
Notlandung eines Ballons auch wenn es normale Landungen waren. Habe zwei Pressemeldungen neuerer Zeit.

Aerophilatelisten sind bestrebt bestimmte Flüge mit Sonderumschlägen und Hinweisstempel zu belegen.
Auch zu besonderen Anlässen, wie "100 Jahre amtliche regelmäßige Luftpost in Deutschland" siehe Abbildung zur ersten Luftpostverbindung Berlin - Weimar am 5. Februar 1919.

Leider ist dies mit einer Postbeförderung fast unmöglich geworden. So werden die Belege als Bordpost bzw. einem Passagier, einem Philatelisten, mitgegeben, der die weitere Bearbeitung übernimmt.
Bis etwa 1990 gab es noch echte Luftpostbelege, da die Post noch die Linienmaschinen nutzte.

SU-1919.jpg

Grüße aus Erfurt
vom Manfred
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