Was war GST

Alles was nicht in obige Kategorien zu passen scheint...
spez7893
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Ungelesener Beitragvon spez7893 » So 5. Feb 2006, 15:38

hallo EH,
bevor wieder eine -OT- Bewertung erfolgt, hier ein kuzes Statement. Ich kann deine Einschätzung voll unterschreiben. Trotz ungünstiger Anfangsbedingungen wünsche ich Dir viel Erfolg in deinem neuen Job.
Man kann in den kleinen Diktaturen (berufliche Wirkungsstätte) auch Glück haben. Nicht durch Schleimerei und A.....kriescherei (dafür ist ja die neue BK bestens geeignet) sondern durch Engagement und Fachwissen bin ich zu meiner Dienstellung gekommen. In meiner Firma gibt es einige Ossis in Führungspositionen. Man hat uns in der DDR nicht beigebracht wie wir uns verkaufen müssen. Dafür wurden wir aber durch ständiges nerven der Lehrer und gesellschaftlicher Organisationen zu entsprechenden Leistungen animiert. Aus heutiger Sicht. Gott sei Dank.
Ich bin optimistisch, deine berufliche Situation wird sich positiv entwickeln. Wer bringt den größten Nutzen für die Firma?
Davon ist der Gewinn abhängig. Du kennst doch noch das kapital?
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EA-Henning
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Ungelesener Beitragvon EA-Henning » So 5. Feb 2006, 15:45

Dir viel Erfolg in deinem neuen Job.
Man kann in den kleinen Diktaturen (berufliche Wirkungsstätte) auch Glück haben

Nein, es bleibt beim alten - ich kann es nicht finanzieren.

Das es auch anders geht, weiss ich - leider sind diese Beispiele recht selten. Und das Thema BK.....naja....
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Flieger sterben nicht, sie fliegen nur höher!

Cpt. Holle
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Ungelesener Beitragvon Cpt. Holle » Mo 6. Feb 2006, 10:13

Hallo Henning,

ich kann Dein Statement ebenfalls voll unterschreiben!
Ich würde an der einen oder anderen Stelle sogar noch eins draufsetzen, mit den Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren im ach so tollen Westen (bzw. in der Westgesellschaft) so sammeln durfte.
Wenn dann noch gewisse Meinungsäußerungen hinzukommen von ABL-Bewohner, die ja meist unheimlich genau bescheid wissen, wie es bei uns langging, dann platzt mir mittlerweile schon mal der Kragen und ich kann ihnen zu vielen beliebten Klischee-Themen meist gleich mehrere *selbsterlebte* Negativ-Beispiele aus ihrem Vorbildwesten liefern. Meist großes Staunen dann in der Runde, daß der Ossi es noch wagt zu widersprechen. Und als I-Tüpfelchen hab ich oft noch ein paar abstruse Beispiele aus dem typischen W-Alltag in der Hinterhand, die es so bei uns nie gab. Henning hat ja schon ein paar genannt.

Aber weil wir hier ein Luftfahrtforum sind: ich stehe zu meinem GST-Posting und will es nochmal klar sagen:

In der DDR hätte ich dank der politischen Voraussetzungen keine Chance gehabt, meine Leidenschaft fürs Fliegen in irgendeiner Form in der Freizeit oder gar beruflich zu verwirklichen. Da hätte mir auch die grundsätzlich begrüßenswerte Tatsache, daß es damals nie eine Frage des Geldes war, nichts genutzt.

Weder wäre mir eine Segelflugausbildung noch sonst eine Ausbildung oder ein Job in der Luftfahrtbranche möglich gewesen. Das wurde mir - für DDR-Verhältnisse - auch ziemlich klipp und klar gesagt.

- Verwandte in der BRD? Schon schlecht! (Die tolle Verwandtenaufstellung auszufüllen im Schwalbenweg... wer erinnert sich nicht..)
- Was, nicht verpflichtet für (die DDR-ökonomisch vollkommen sinnlosen) 3 Jahre NVA??? Ganz schlecht!
- Kein Jungkandidat für die SED? Nicht mal das und zur IF wollen!

Ich bekam einmal die Frage gestellt, ob es denn unbedingt die INTERFLUG sein müsse oder ob ich mich nicht vielleicht auch für die Deutsche Reichsbahn erwärmen könnte...

Durch die Wende sind ein paar meiner Kindheitsträume doch noch Wirklichkeit geworden. Daß man dabei heutzutage jederzeit aus seinen Träumen gerissen werden kann, dessen bin ich mir sehr bewußt.

Henning, Dir wünsche ich, daß es möglichst bald mit einem akzeptablen Job-Angebot klappt!!! Wenn Du in Deinem Job genauso gewissenhaft bist wie bei der Recherche der diversen Flugzeugtyp-Entwicklungen, dann müßte jeder Chef froh sein, Dich in seinem Team zu haben!
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SXF-Gabi
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Ungelesener Beitragvon SXF-Gabi » Di 7. Feb 2006, 15:10

An dieser Stelle vielleicht mal ein Hinweis auf luftfahrt-eisenach.de und dort auf die Seiten des Flugsports.
Ich konnte Gott (oder wer anders) sei Dank in der GST meinen Traum vom Fliegen verwirklichen und habe eine wunderbare Jugendzeit in meiner Fluggruppe verlebt. Aber ich gebe meinen Vorredner auch Recht - ein Sportclub war die GST nicht. Ausnahmen waren auch hier Leistungssportler - denn auch bei der IF gab's eine Stewardeß die den Segelflug in Dresden leistungsmäßig betrieb und eine Zeit Beruf und Sport unter einen Hut bringen konnte. Auch bei den Motorfliegern gab es ein paar aktive Leistungsflieger. Ich konnte dies nicht und habe mit dem Kompromiß gelebt, dass ich mir bei Flugtagen meinen Kopf in eine unnatürliche Haltung gezwungen habe.
H. was ist mit LEJ?
Gruß Gabi
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EA-Henning
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Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Di 7. Feb 2006, 15:29

Leipzig wird sterben wie Erfurt.
Erforderlich (vom Arbeitgeber) Biz-Kleidung wird nicht finanziell gefördert. Ein Spritzuschuss gibts auch erst Ende des Monats. Ich musste mich aber innerhalb 3 Tagen entscheiden. Der Job in Erfurt wäre auch Verdienstmässig Top gewesen.

Stattdessen schreibt mir das Arbeitsamt täglich Briefe mit Arbeitsangeboten von Leiharbeitsfirmen und Arbeitsvermittlungen. Die zum Teil in Fulda liegen. Auf meinen Einwand, das mein PKW nicht mehr Einsatzbereit ist, antwortete man, da könnte man finanziell was machen. Komisch, zwei Anzüge kosten wesentlich weniger. Und für Löhne zwischen 4-6 Euro. Meine befristeten Arbeitsverträge laufen nun aus. Ich habe keine Wahl. Das AA ist an erfolgreichen Vermittlungen nicht wirklich intessiert, es geht nur, Hauptsache der Arbeitslose bzw. suchende ist weg. Da ist es auch egal, das einige Arbeitgeber wiederholt den selben Posten zu vergeben haben, weil Leute aufgrund ausbleibender Löhne Kündigen. Das läuft zum Teil über Jahre. Oder das gegen einige Arbeitgeber Haftbefehle vorliegen. Oder das Firmen, wo man hingeschickt wird, gar nicht Existieren.

Ich habe aufgegeben. Der Druck wird zu hoch. Und ehe ich in diesem Land wieder Fernverkehr mache oder bei einer Sinnfreien Arbeitsvermittlung in Hintertupfingen Anfange, fange ich im März bei einer Leiharbeitsfirma an zu Arbeiten. Rollende Woche, 6 Euro Brutto. Ich hatte keine wirkliche Wahl. Umziehen durfte ich übrigens in einer für das AA billigere Wohnung auch nicht, da Grundmiete niedrig, aber Nebenkosten Exorbitant. Ich soll aber, laut AA meine Heizkosten Senken. Hier laufen für etwa 90m² alles in allem Fläche monatliche Energiekosten von über 295 Euro an, da das Haus, trotz Renovierung absolut schlecht, eigentlich gar nicht gedämmt ist. Heizregler auf 4-5, Temperatur 15 °C, nur in Heizkörper nähe etwas mehr.

Leute, dieses menschliche Land, darrauf habe ich keine Lust mehr. Ich weiss nicht, wie das alles weitergehen soll. Gott sei Dank sind diese Seiten finanziell abgesichert. Aber ich werde meine Arbeit aus Spargründen etwas drosseln müssen.

Aber, vielleicht, gewinne ich am Mittwoch im Lotto.
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Ungelesener Beitragvon IF-DRS » Di 7. Feb 2006, 22:00

EDGE-Henning hat geschrieben:Aber, vielleicht, gewinne ich am Mittwoch im Lotto.


Na, viel Glück!

Nur mal so am Rande: Zur Zeit ist es bei mir so, dass ich 200,- Euro weniger in der Tasche habe als wenn ich zu Hause geblieben wäre ...

Tino B.
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Moskito
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Ungelesener Beitragvon Moskito » So 12. Nov 2006, 13:57

hallo!
natürlich wurde die GST gegründet ,um eine vormilitärische Ausbildung durchzuführen, mehr oder weniger auch in den Anfangsjahren ,aber was ist daran denn verwerflich ,erstens erfolgte so schon eine gewisse Auslese bzw. eine Kanalisierung der Interessen und zweitens war ebend nur ein begrenzter finanzieller Etat vorhanden und den setzt man so ein ,daß man ihn nur dem Staat loyal engestellte Bürger (in diesem Fall Jugendliche ) zur Verfügung stellt,oder?
das macht jede Gesellschaftsordnung überall auf der Welt und zu jeder Zeit !!!.Ich würde als Bürger so eine Verfahrensweise ja von meinem Staat verlangen!
Im Übrigen war ich ab 1963 selbst GST-Mitglied und Angehöriger des Fliegerclub`s Friedersdorf "Juri Gagarin",Sektion Interflug.
mfg moskito
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Cpt. Holle
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Ungelesener Beitragvon Cpt. Holle » Fr 17. Nov 2006, 00:47

Moskito hat geschrieben:...und zweitens war ebend nur ein begrenzter finanzieller Etat vorhanden und den setzt man so ein ,daß man ihn nur dem Staat loyal engestellte Bürger (in diesem Fall Jugendliche ) zur Verfügung stellt,oder?


Ja eben, und genau das hat man leider nicht getan. Sondern nur für - nach DDR-Maßstäben - privilegierte Jugendliche.
Oder willst Du vielleicht behaupten, daß man dem Staat gegenüber nicht loyal eingestellt war, nur weil ein Teil der Familie zufällig im anderen Teil Deutschlands ansässig war? Oder daß man sich sogar noch ein Kopf darüber gemacht hat, welch wirtschaftlicher Irrsinn die tolle Selbstverpflichtung zu 3 Jahren Armee besonders für die akademischen Kader war? Oder daß man auch Alternativen zur SED-Mitgliedschaft gesehen hat, um was Gutes für den Staat zu tun?

Aus heutiger Sicht - bzw. mit dem Blick auf den 3.10.90 00:00 Uhr - könnte man sogar noch eins draufsetzen und ketzerisch die Frage stellen, wer eigentlich tatsächlich loyal zur DDR war.

Nur zu der damals erhofften Segelflugausbildung verhilft mir das heute auch nicht mehr.
Zuletzt geändert von Cpt. Holle am Fr 17. Nov 2006, 01:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Moskito
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Ungelesener Beitragvon Moskito » Do 23. Nov 2006, 16:20

hallo Cptn.!
ja, Deine letzte Bemerkung ist eigentlich sehr aufschlußreich,"wer war loyal zur DDR?",und das ist ja auch der Schlüssel zur ganzen damaligen Verfahrensweise und auch für die wirtschaftliche Erfolglosigkeit der DDR,weil viele nur nach dem anderen Teil Deutschlands geschielt haben ,aber wenige haben darüber nachgedacht ,warum diese unterschiedliche Entwicklung zustande kam,denn dafür waren viele Faktoren verantwortlich,auch die Einstellung zur eigenen Regierung,und die tat genau das Falsche,nämlich die Maßstäbe für, z.B. den Flugsport ,sehr hoch zu bemessen.
Aber wenn man das realistisch betrachtet,hätte man es nicht getan,dann wäre vielleicht eine Luftbrücke für Ausreisewillige entstanden ,mit GST-Luftfahrzeugen!,kannst Du auch als Witz abtun.
mfg Moskito
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IF-DRS
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Ungelesener Beitragvon IF-DRS » Do 23. Nov 2006, 22:43

Cpt. Holle hat geschrieben:
Moskito hat geschrieben:...und zweitens war ebend nur ein begrenzter finanzieller Etat vorhanden und den setzt man so ein ,daß man ihn nur dem Staat loyal engestellte Bürger (in diesem Fall Jugendliche ) zur Verfügung stellt,oder?


Ja eben, und genau das hat man leider nicht getan. Sondern nur für - nach DDR-Maßstäben - privilegierte Jugendliche.


Cpt. Holle: Was ist denn heute anders? Wenn Du nicht zu den richtigen Leuten oder Schichten loyal (Wieviele sind eigentlich wirklich loyal?) eingestellt bist, erreichst Du bei denen auch nichts! Da bleibst Du immer ganz unten. Also was hat sich denn geändert?

Tino B.
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IF-DRS

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