Was war GST

Alles was nicht in obige Kategorien zu passen scheint...
DDA
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Ungelesener Beitragvon DDA » Do 14. Dez 2006, 14:09

Im Verhältnis zu den "alten Hasen" der GST bin ich ja noch richtig jung, denn erst seit 1978 bei der Fliegerei dabei (Kreuzbruch, Friedersdorf...). Sicher, ich war auch für drei Jahre bei der NVA, dies hab ich aber auch gewollt, ohne mir (damals) Gedanken über die ökonomischen Hintergründe zu machen. Schließlich wollte ich während meines Dienstes etwas mit Fluggeräten zu tun haben. Bei der GST wurde ich damals unter der Rubrik "Kadernachwuchs" geführt, schließlich machte man sich auch dort Gedanken, wie in Zukunft die personelle Sicherstellung weitergehen sollte.

Neben der fliegerischen Ausbildung hab ich bei der GST vieles Handwerkliche gelernt, was sonst dem "normalen Abiturienten" verborgen blieb (und ihnen daher mit diebischer Begeisterung vorgewurfen wurde "...zwei linke Hände.." "...noch nie einen Schraubenschlüssel in der Hand gehabt...").

Im Verglich zu heute lief sicher der Flugbetrieb etwas straffer organisiert ab, durch die Festlegungen und ihre recht genaue Kontrolle, so glaube ich zumindest, war die Sicherheit auch besser. Das ein Flugzeug in den Himmel kam, wenn an einem der gekennzeichneten Werkzeugbretter etwas fehlte, war damals ziemlich undenkbar, auch war die Geschichte mit den Flugzeugkontrollen vor dem Flugbetrieb recht sicher geregelt. Auf der anderen Seite funktionierte auch der Ablauf des Flugtages irgendiwe geordneter und Startzahlen von 180 pro Tag (16-20 pro Stunde) waren ohne weiters möglich. Im Nachhinein betrachtet, kann man dies sicher auch als "militärisch organisiert" betrachten, aber allein wegen des Begriffes sollte es nicht abgeleht werden.

Axel
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Flieger Bernd
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Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Fr 18. Jan 2008, 20:21

Hallo Axel,
habe in Kreuzbruch auch ein paar Starts gemacht,
gute Erinnerung :lol:
Was Du schreibst kann ich nur bestätigen !!

Gruß, Bernd

Meine Lizenz Segelflieger war etwa 1967 :roll:
(Stölln-Rhinow / Lilienthal, Gollenberg)
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Moskito
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Was war GST?

Ungelesener Beitragvon Moskito » Sa 9. Feb 2008, 23:15

Moin,Moin!
als ehemaliges GST-Mitglied möchte ich vielleicht meine eigenen Erfahrungen mal publik machen,denn die GST war mehr als nur eine vormilitärische Organisation oder wenn man dieser Org. einen negativen Stempel aufdrücken möchte,sagt man sie war paramilitärisch (hört man oft),aber dieser Ausdruck ist prinzipiell falsch,denn diese Bezeichnung verwendet man in der Regel für aktive Untergrundorganisationen die einen terroristischen Hintergrund haben und das kann man ja wohl von der GST absolut nicht behaupten, selbst wenn man extrem antikommunistisch sein sollte!
Also ich bin im Südteil des Flughafens Schönefeld geboren und aufgewachsen,unseren Unterricht in der soz.Produktion erhielten wir im technischen Kabinett im westl.Teil der alten Wartungshalle (bei Herrn Heuschke und Finger) damals sogar noch Deutsche Lufthansa und so kam ich auch zum GST-Segelflug,Sektion Interflug im Fliegerklub Friedersdorf
"Juri Gagarin". Denn neben der Wartungshalle für die IL-14 existierte auch ein neuer Anbau für Wartung und Reparatur von Segelflugzeugen ,wie Baby IIb,Meise und FES.
Hier lernte ich neben Disziplin auch Kameradschaft und vor allen Dingen,
Verantwortung zu übernehmen!Alle diese Charaktereigenschaften sind ja wohl in der Fliegerei unerläßlich und LEBENSWICHTIG .Also ich zehrte während meiner Berufsausbildung,als auch später und sogar bis heute von diesen wichtigen Erfahrungen,die ich in meiner frühen Jugend machen konnte!
Also frage ich mich warum diese oftmals negativen Beurteilungen der GST?
Vielleicht hat ja sogar jemand ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich?

mfg moskito
v
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Flieger Bernd
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Re: Was war GST?

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » So 10. Feb 2008, 10:25

Moskito hat geschrieben: ...
(... Finger) ... Baby IIb,Meise und FES.
Hier lernte ich neben Disziplin auch Kameradschaft und vor allen Dingen,
Verantwortung zu übernehmen!Alle diese Charaktereigenschaften sind ja wohl in der Fliegerei unerläßlich und LEBENSWICHTIG . ...
Vielleicht hat ja sogar jemand ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich?
mfg moskito
v


Gut geschrieben Moskito !

An den Namen "Finger" kann ich mich nebelhaft erinnern,
die Typen Segelflugzeuge habe ich selbst geflogen :-D
Und bei der Fliegerei sind Erziehung (Charakter, Fähigkeit zur Verantwortung, Konfliktlösung...) ebenso wichtig wie auf See !
Die Grundlagen dafür wurden bei mir in der Familie gelegt, in der Schule fortgesetzt und bei der GST (Flugsport) weiter gefestigt.

:idea: FlieBe.
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Moskito
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Was war GST

Ungelesener Beitragvon Moskito » So 10. Feb 2008, 15:35

Ja, Ja !
ich wünsche mir manchmal nur mehr Selbsbewußtsein meiner Landsleute, wer genauer hinschaut, dem fällt vielleicht auf dass z.b. in der Bildungspolitik auf alte Erfahrungen aus DDR-Zeiten zurückgegriffen wird,aber dann unter einer NEUEN Bezeichnung, nur nicht an die DDR erinnern!
mfg moskito
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Flieger Bernd
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Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » So 10. Feb 2008, 16:22

OT :oops:

Ich habe mein Abitur in 12 Jahren erledigt und nebenbei
einen Beruf erlernt (Elektroschweißer).
Es hat sich immer wieder gezeigt - die Ausbildung im Osten
war besser als in BRD ... Ich lebe jetzt im Westen und bin Zeitzeuge.

Ich hätte Lust noch mehr zu schreiben aber dafür brauchen wir
einen neuen Thread oder gar ein neues Forum!
Also bitte nicht auf meine Anmerkung einlassen
Bild
Thema ist GST :-D
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Ungelesener Beitragvon EA-Henning » So 10. Feb 2008, 16:47

Lass Dich aus, erstelle neues Forum!!!

:-)
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Flieger sterben nicht, sie fliegen nur höher!

Moskito
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Was war GST

Ungelesener Beitragvon Moskito » Mo 11. Feb 2008, 09:46

Hallo !
ein neues Thema ist dazu bestimmt nicht notwendig, sondern Mitarbeit bei der Erhaltung noch vorhandener Stücke aus den einzelnen Bereichen der Luftfahrt, damit unsere Enkel nicht mal die Frage stellen, ob wir aus dem NICHTS kommen!
Vielleicht in Museumsbereichen so etwas zu erstellen, wie im Modellbaubereich die Dioramen!!!Wäre natürlich mit einer enormen Arbeit verbunden, aber sehr Aussagekräftig.Also in der Perspektive Team's zu bilden,die diese Aufgaben übernehmen.
mfg moskito

P.S.: alles weitere unter Museen!
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Flieger Bernd
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Re: Was war GST

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Mi 13. Feb 2008, 17:09

Moskito hat geschrieben: ... P.S.: alles weitere unter Museen!


Zeig doch mal einen Link zu "Museen" !!

Als erstes wäre es doch schon ganz gut dieses Forum hier zu erhalten,
ist ja schon allerhand zu finden hier !!

:idea: FlieBe.
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Kilo Mike Sierra
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Die zwei Seiten der GST

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Sa 23. Feb 2008, 21:13

Die GST hatte zwei Seiten, wie alles andere auch.

Ich hatte das Glück, in einer von Ideologie freigehaltenen Sektion unserer Grundorganisation meinem damaligen Hobby unter exzellenter Anleitung fröhnen zu können. Auch aus zeitlicher Distanz betrachtet, kann ich das nur als hervorragende Jugendarbeit loben. Das war die Sektion Modellflug der GST-Grundorganisation des VEB Industriewerke in Chemnitz (ehemals Teilbetrieb der VVB Flugzeugbau, später ORSTA Hydraulik).


Ein naher Verwandter von mir war jedoch gleich zu den "richtigen" Fliegern gegangen und erlebte dort schauderhafte Abgründe menschlichen Verhaltens, z.B. nächtliche Drangsalierung von Jugendlichen durch wenig ältere "Kameraden" - mit stillschweigender Duldung durch die Verantwortlichen. Diese Erfahrung bewog ihn und auch andere dazu, dem Verein angewidert den Rücken zu kehren.

Danach bekam er den diskreten Hinweis, dass es nur darum gegangen wäre, die Nicht-Offiziersbewerber* durch langsam gesteigerte, unfeine Behandlung aus der Flugsport-Sektion zu verdrängen. Den Verantwortlichen ging es somit nicht um sinnvolle Jugendarbeit, sondern um die Profilierung als beste Sektion, d.h. mit einem Anteil von möglichst 100% Offiziersbewerbern.

Ich finde, es muss auch deutlich gesagt werden, dass es am Ende (d.h. in den 80er Jahren) primär um Wehrsport und Wehrerziehung ging. Es war schon grotesk anzusehen, wie oft so ein junger Segelflugschüler über die Sturmbahn gescheucht wurde. Was hat eine Sturmbahn überhaupt an einem Flugplatz zu suchen?

Wenn es die GST heute noch gäbe, aber ohne ihren politisch-ideologischen Überbau, dann wäre das eine feine Sache. Die Jugendlichen von heute würden sich dort wahrscheinlich mit noch viel grösserer Begeisterung engagieren.


*) Offiziersbewerber waren Jugendliche, die sich ab dem Alter von 14 Jahren zu einer 25jährigen Berufslaufbahn als Offizier in der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR verpflichtet hatten. Diese Verpflichtung öffnete nahezu alle Türen und wurde de-facto höher bewertet als die Noten auf dem Schulabschluss.
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Thomas

Normalität ist ein hohes Gut.


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