Katastrophenwinter 1978 und die Interflug

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Moderator: Kilo Mike Sierra

Lancano
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Katastrophenwinter 1978 und die Interflug

Ungelesener Beitragvon Lancano » Sa 28. Dez 2013, 22:10

Ich habe gerade mal wieder eine Reportage über den extremen Wintereinbruch im Jahr 78/ 79 gesehen. Leider wurde nix über den Luftverkehr gesagt. Deshalb hier mal die Frage an die Interflieger, wie habt ihr die Tage verbracht und welche Auswirkungen hatte das auf den Flugbetrieb der Interflug und dem Betreiben der Flughäfen?
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Flieger Bernd
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Re: Katastrophenwinter 1978 und die Interflug

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » So 29. Dez 2013, 17:26

So war das, alle haben geholfen

magic_viewtopic.php?f=33&t=1325&p=11479&hilit=Winter+SXF#p11479

Sigrid Klein hat geschrieben:Hallo, ich kann für Schönefeld sprechen, Verspätungen wegen Enteisung oder Schnee /Eis gab es kaum. Die Jungs hatten das gut im Griff.Die Start und Landebahn sowie die Rollwege wurden mit einem umgebauten Triebwerk,das einen Höllenlärm machte (auf einem Lkw) freigemacht. Nachdem dieses Fahrzeug durch war, waren die "Fahrbahnen"
nicht nur schnee-und eisfrei, sondern sogar trocken.
Im Winter 78/79 , als auf den Straßen und der Schiene nichts mehr ging, flog die Interflug als wäre nichts....

Gruß Sigrid

magic_viewtopic.php?f=33&t=1644&p=15808&hilit=Winter+1978#p15808
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Jürschi
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Re: Katastrophenwinter 1978 und die Interflug

Ungelesener Beitragvon Jürschi » So 29. Dez 2013, 20:33

In Leipzig hatten wir zwar nur eine SLB, dafür aber einen "überschaubaren" Flugplan. Nach 35 Jahren weiß ich zwar nicht mehr so genau, wie es mit Verspätungen oder Umleitungen von/nach SXF aussah, aber im großen und ganzen dürfte auch bei uns der Flugverkehr weniger als der Straßenverkehr beeinträchtigt gewesen sein. Es gab eine Winterdienstbereitschaft, die schon sehr zeitig mit der Schneeräumung begann, sodass in den Vormittagsstunden, wenn bei uns der Flugverkehr begann, meistens SLB und Rollwege frei waren. Wenn ich mich richtig erinnere, musste der Flughafen sogar einige der von Sigrid Klein erwähnten, an LKW (G5?) angebauten Triebwerke an Braunkohle-Kraftwerke abgeben, damit sie dort die gefrorene Kohle aus den Waggons bekamen.
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Silbertablett
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Re: Katastrophenwinter 1978 und die Interflug

Ungelesener Beitragvon Silbertablett » Di 7. Jan 2014, 22:38

Zu diesem Thema hab ich ausnahmsweise keine dienstliche, sondern eine sehr private Erinnerung. Wir hatten nämlich einen Jahresausklangs-Tagesausflug nach WAW gebucht. Die Wetterprognose am 29.12.1978 war schaurig, doch wahre Flieger schreckt nix. Losgekommen sind wir, aber schon bei der Ankunft stand in Okecie alles Kopf von wegen der Schneemassen. Den Tag in der Stadt kriegten wir rum, irgendwie, auf jeden Fall schlotternd. Zurück klemmte es schon, weil der Shuttleverkehr zum Flughafen ins Stocken geraten war. Angekommen am FH, hieß es, dass die IF-Maschine verspätet sein würde. Nach drei Stunden Warten (Okecie rammelvoll) Flug gecancelt. Keine weitere Hilfestellung, weil inzwischen europaweit das blanke Chaos ausgebrochen war und die IF-Vertretung in WAW selber im Schnee steckengeblieben war. Aber: Fressbeutel mit Brot, Apfel und Schmelzkäse abgefasst. Irgendwie zurück in die Stadt mit Ziel Bahnhof. Dort infernalischer Massenandrang, weil ja auch die Bahn im Schnee versunken war.
Bis weit in die nächsten Morgenstunden hinein saßen wir in Schicksalsgemeinschaft mit Tausenden, kriegten irgendwie einen Platz im übervollen Zug, der von (n)irgendwo kam - schnee- und eisverkrustet. Bis Berlin in ellenlanger Fahrt, zehn Personen im Acht-Mann-Abteil. Kampf um eine Portion Kohlsuppe von polnischer Hand mit Liebe gekocht. Endstation irgendwo im Karlshorster Outback, mit Notleitern raus aus dem Zug und irgendwie den nächsten S-Bahnhof erwandert. Dort Chaos á la S-Bahn - schließlich den heimatlichen Herd errreicht. Todesähnlicher Erschöpfungsschlaf hinein in den 31.12. - dann ohne mit der Wimper zu zucken am Leninplatz ins Restaurant zur Fete. Dort fiel dann der Mitternachtshappen aus (Fisch), weil die Mahlzeiten im Freien gelagert worden waren und zu Eis erstarrt. Es war alles unglaublich chaotisch...
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Re: Katastrophenwinter 1978 und die Interflug

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Di 7. Jan 2014, 23:08

Also, ich weiss völlig unabhängig von Interflug nur, das es sehr viel Schnee zum Schaufeln gab und wir sehr häufig Stromausfall hatten, manchmal sogar mit Ansage.
Aber: unsere Heizung war war und vom Strom komplett unabhängig.

Heute wäre das ein GAU. Moderne Heizungen haben eine elektrische Umwälzpumpe und eine elektronische Steuereung...
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