Russische TU-154 abgestürzt

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bluemchen
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Re: Russische TU-154 abgestürzt

Ungelesener Beitragvon bluemchen » So 15. Jan 2017, 19:19

max0685 hat geschrieben:https://dudeweblog.wordpress.com/2017/01/12/die-tu-154-diversion-von-sotschi-3-teil/
Hier ein dritter Teil mit einer weiteren Version.
Jeder "Experte" findet Beweise für seine Version. Den genauen Hergang werden wir wahrscheinlich nicht erfahren.

"Dritter Teil" vom Freitag, den 13. (ist natürlich Zufall)
Ich sag mal so: Kann man lesen, muß man nicht.
Begründung: Wenn die Quelle im Jahr ´17 noch auf der Meinung beharrt (im Bezug auf stillschweigende Verfälschung), die "Kursk" sei seinerzeit im russischen Manövergebiet US - seitig torpediert worden, stellen sich die Nackenhaare auf. Nicht nur das,
dieser investigative Journalismus klärt auch auf, das Tupolews sich schon "in der Luft zerlegen können". Wo jeder weiß - das muß ich schon mal ganz flapsig sagen - daß doch sowjetisch-russische Maschinen so richtig zusammengeschmiedet wurden ( selbst, wenn die Hälfte der Bolzen fehlt, es der Bruchfestigkeit keinen Abbruch tut) ...
Um nicht falsch verstanden zu werden, es ist richtig, alles kritisch zu hinterfragen. Onkel Toms Märchenstunde muß man aber nicht kre ieren.
Es ist nur meine Meinung, lasse mich gern belehren
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Kilo Mike Sierra
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Re: Russische TU-154 abgestürzt

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mo 16. Jan 2017, 16:47

Während ich noch am Überlegen war, ob und was ich zu diesem Blog-Artikel schreiben sollte, hast Du eigentlich schon alles gesagt.

Es beginnt damit, daß die Übersetzung ziemlich amateurhaft ist. Möglicherweise hat Herr Welengurin den im Artikel stehenden Blödsinn gar nicht so gesagt.
Bei den hohen Geschwindigkeiten jenseits von 250 km/h und der filigranen Konstruktion einer Flugzeugzelle macht es unter diesen Bedingungen keinen großen Unterschied, ob das Flugzeug auf den Boden oder auf die Wasseroberfläche augeprallt ist. Das Flugzeug zerlegt sich dabei unweigerlich in sehr viele Einzelteile.
Wasser kann sogar eine noch größere Wirkung entfalten. Man stelle sich nur vor, daß beim Aufsetzen auf dem Wasser ein Beplankungsfeld auf der Rumpfunterseite aufreist. Das Wasser wird dort mit der Aufsetzgeschwindigkeit des Flugzeuges in den Rumpf schießen und beispielsweise einen Frachtraum wie einen Ballon platzen lassen, so daß dieser von innen nach außen aufgerissen wird.

Auf den bislang bekannten Fotos konnte ich nichts entdecken, was auch nur im entferntesten an eine Bombenexplosion erinnern würde.
Da ich so gut wie nichts über den Hergang weiß, habe ich keine Theorie dazu.
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Re: Russische TU-154 abgestürzt

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mi 25. Jan 2017, 22:03

Источник Минобороны: загадка крушения Ту-154 раскрыта ( über Tacc: http://expert.ru/2017/01/10/minoboronyi/?partner=988462 vom 25.01.´17)
Das Ministerium für Verteidigung gibt die Ursachen zu der Katastrophe bekannt

Also, den Experten des Ministeriums (klar, es war eine Militärmaschine) sei es gelungen, die parametrischen Daten beider Recorder vollständig zu entschlüsseln. Die Sachverständigen kommen zu dem Schluß, daß die Mannschaft einen Fehler zu spät bemerkt hat und keine Zeit mehr hatte, aufgrund mangelnder Höhe, diesen zu beheben. Mit der Folge des Auftreffens der -154 auf das Wasser, Aufreißen des Rumpfes und Zerbrechen.
Ausgangspunkt der Tragödie soll der Totalausfall (?) des Co. sein, der die Hebel (Klappen) durcheinander gebracht hätte. Weitere Faktoren - geringe Höhe und Umschlagen (?) -перегруз борта - . -

Aber перегруз борта infolge welchen physikalischen Ereignisses, bleibt hier zumindest offen.
---> перегруз ... läßt zudem versch. Deutungen zu: Umladen, überladen, überlasten, weiß nicht, muß man im Zusammenhang sehen

Damit bleibt diese Tragödie, wie auch immer, bei der Besatzung hängen. War fast zu erwarten.
# # #
R.
Ergänzung: Ein Russischexperte übersetzte sofort - ... dass die Maschine ein überhöhtes Abfluggewicht aufwies (peregruz borta) – zuviel Passagiere (?), zuviel Gepäck (?), zuviel Treibstoff (?) oder alles zusammen. Du weißt ja, in Rossija ist nach wie vor alles möglich in puncto Genialität, “Experimentierwillen” und Nachlässigkeit.
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Re: Russische TU-154 abgestürzt

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Do 26. Jan 2017, 01:58

Notwendiger Nachsatz nach der ersten Erstarrung zu dieser, sagen wir mal - Mitteilung

Erstens: Das dies nichts mit einem Ermittlungsbericht zu tun hat, ist deutlich und war auch nicht zu erwarten. Wir bewegen uns im militärischen Bereich. Hier geht es lediglich um eine Mitteilung an die Öffentlichkeit.
Zweitens: Intern wird mit Sicherheit in alle Richtungen ermittelt werden, aber das bleibt alles unter Verschluß. Anderes sollte mich wundern, wobei ich mich gerne wundern würde.
Die Welt ist kompliziert, manchmal offensichtlich zu sehr. Quo vadis?
Nachdenklich
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Re: Russische TU-154 abgestürzt

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 4. Feb 2017, 22:57

Es gibt eine neue Pressemeldung (vom 30.01.) der Untersuchungsbehörde, mit eindeutig dargelegtem Reglementarium zur Flugunfalluntersuchung.
Es war vermutlich ob des investigativem Journalismus notwendig, alles geradezurücken:

http://mak-iac.org/en/rassledovaniya/tu ... 25-12-2016

Demnach wäre zu schlußfolgern, das die Untersuchung unter Hinzuziehung vieler Ressourcen noch im Gange ist und zweitens, das
Verlautbarungen / offizielle Kommentare ausschließlich dem Verteidigungsministerium der Russischen Förderation vorbehalten sind.
(Nicht ganz klar, wo sich das Min. äußern wird)
# # #
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Re: Russische TU-154 abgestürzt

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mi 5. Apr 2017, 00:57

Ein wenig aus den Augen verloren, da vorbehaltlich nur offizielle Verlautbarungen zu der Tragödie erscheinen sollten,

stieß ich eher zufällig auf die "The Moscow Times" - ein Onlineblatt, das ich so nicht einordnen kann - hier:
https://themoscowtimes.com/news/russian ... orts-57412

mit eben einen Report zum Thema, von Mitte März. Mit Bezügen zum Kommersant wird eine Theorie dargelegt, im Ergebnis dessen der Besatzung unter Wolkow ein seltsames Handeln nachempfunden wurde. So eine "Wasserung" nach 10- sekündigen Parallelflug zur Wasseroberfläche, erklärt mit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten anstelle der Instrumentalangaben und einer Wahrnehmungsstörung, wenn ich das richtig deutete.
Den betreffenden Kommersant suchte ich nicht, fand aber zum gleichen Zeitpunkt im Sputnik,
hier der Kurzlink: https://sptnkne.ws/dNv3

das Geschehen ebenso dargestellt, was dann doch nicht aus der Luft gegriffen scheint.

Die Besatzung ist damit nicht rehabilitiert, soweit der Schluss! Ich vertrat Eingangs Gegenteiliges, begründet mit den vielen möglichen Fehlhandlungsaspekten auch im Bodenbereich wie Startgewicht am/über Limit, Ladungsverteilung ... u.a., die also von äußerer Seite Einfluß auf Instabilitäten haben konnten . Dazu gibt es (hier zumindest) keine Aussagen, weder/noch, es bezieht sich alles auf die Crew unter Wolkow .
Das stimmt schlicht unzufrieden. Es ist eine, mir zu einseitige, Ursachenbetrachtung. Gibt es manifestierte Feststellungen, die anderes ausschließen, dann ist das so. Genannt wurde nichts dazu.
# # #
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Re: Russische TU-154 abgestürzt

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 5. Apr 2017, 11:23

Diese "Wahrnehmungsstörung" kann tatsächlich bei nächtlichen Starts und Landungen über Wasser zum Problem werden. Obwohl gute Sichtbedingungen vorhanden sind, ist keine Horizontlinie zu erkennen und es gibt keinen richtigen Unterschied zwischen unten und oben. Dazu können dann auch noch durch Beschleunigungseindrücke verursachte somatographische Illusionen kommen, z.B. das Gefühl, sich im (zu) steilen Steigflug zu befinden. Wer sich da nicht zwingt, ausschließlich auf die Instrumente zu schauen, hat schnell verloren.

Bislang sind das aber auch nur Vermutungen, denn es ist nahezu unmöglich nachzuweisen, was ein Pilot gedacht oder beabsichtigt hat.
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