Germanwings Absturz

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Flieger Bernd
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Mo 30. Mär 2015, 16:37

bluemchen hat geschrieben:Hallo,

An Zufälle mag ich glauben, an Systemfehler aber auch! Zum Teufel aber auch, hier ist nichts mehr lustig. Aber ob sich etwas ändert?

Rainer


Es wird sich Nichts ändern !
Die Technik wird dominanter und der Mensch immer schwächer.
Die größte Enttäuschung - dieser Kerl war Segelflieger.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g ... 26218.html

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat neue Details zum Co-Piloten der abgestürzten
Germanwings-Maschine mitgeteilt. Demnach war Andreas Lubitz vor seiner Karriere als Berufspilot
als suizidgefährdet eingestuft und in psychotherapeutischer Behandlung.


Slebstmordgefärdung wird behandelt Bild
und darf dann ins Cockpit
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bluemchen
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Di 31. Mär 2015, 21:07

Flieger Bernd hat geschrieben: Die größte Enttäuschung - dieser Kerl war Segelflieger.

Slebstmordgefärdung wird behandelt Bild
und darf dann ins Cockpit

S E G E L F L I E G E R --- > Ich muß mir tatsächlich den Mephisto in Goethes Faust vornehmen, frühe Fassung. Anders nicht zu erklären.
Mensch, der Kerl hätte bis zum Lebensende segeln können - aber ohne 150 Leute hinter sich.
Und nu die nächste Gurke: Die Schule hat´s gewußt. Nicht die ähhh Sonderschule, nee nee - die F l i e g e r s c h u l e, wenn ich es richtig verstanden habe. Das ist die Frage, verstehen tut man das nicht mehr. Also ich
Der Montgomery und die Psychoriege schon, die stemmen sich ja wie Kanu im Wildwasser gegen. Als ob die im SYSTEM was zu verlieren hätten.
Aber es wurde ja erläutert: Bei 10.000 Suiziden im Jahr ---> fallen da noch 150 weiter Opfer auf, stelle ich mir die Frage? Ich frage Goethe.
R.
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Kilo Mike Sierra
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Di 31. Mär 2015, 22:51

Das war bei weitem nicht der erste versuchte oder vollendete "erweiterte" Selbstmord eines Verkehrspiloten. Die ganze öffentliche und zudem medial extrem geschürte Hysterie ist daher unangemessen und verlogen.
Nur haben wir jetzt seit mehr als einem Jahrzehnt die Situation, daß diese aus einer ähnlichen Hysterie geborene "gesicherte" Cockpit-Tür mit ihrem seit langem bekannten und totgeschwiegenen Designfehler den Piloten-Suizid erheblich begünstigt.

Es gibt in der Luftfahrtbranche und auch bei den für Flugsicherheit zuständigen staatlichen Behörden eine Art von ungeschriebenem Gesetz, daß alle Probleme im Zusammenhang mit der gesicherten Cockpit-Tür nicht öffentlich erörtert werden. Dabei geht man sogar soweit, daß Flugunfall-Untersuchungsberichte manipuliert werden, auch wenn die verschlossene Tür erheblich zum Unfallhergang oder den Unfallfolgen beigetragen hat (siehe u.a. die Unfälle von Helios Airways bei Athen, Luxair in Luxemburg, Turkish Airlines bei Amsterdam, u.a.).

...und das Problem mit dieser Tür wird schon wieder nach Kräften aus der öffentlichen Diskussion herausgehalten.

Der Germanwings-Chef hat zum Glück öffentlich gesagt, was der neue und wiederum überhaupt nicht neue Schnellschuß mit der nun geforderten Cockpit-Pinkelwache durch Flugbegleiter an dem potentiellen Problem ändern wird. Nichts.
Der Berufsverband der französischen Verkehrspiloten hat in seiner diesbezügliche Presseerklärung sogar den Sinn dieser Maßnahme genau erklärt. "Sie dient dazu, die fliegende Öffentlichkeit zu beruhigen."

Es sollte bei der ganzen Erregung auch nicht vergessen werden, daß der Copilot nicht aus niederen Motiven oder aus Dummheit gehandelt hat. Es gibt zudem verschiedene Suizid-Szenarien: geplante, spontane und zwanghafte. Bei den im Gehirn spontan oder zwanghaft auftretenden "Kurzschlüssen" ist es sogar so, daß derjenige Minuten vorher selbst noch nicht weiß, was er im nächsten Moment anrichten wird.

Übrigens besteht noch ein theoretisches Restrisiko, daß wesentliche Schlußfolgerung aus dem Cockpit Voice Recorder sich als voreilig und falsch herausstellen könnten. Die Untersuchung steht noch ganz am Anfang und der Flugdatenschreiber ist noch nicht einmal gefunden.

Habt ihr diesen neuen moralischen Dammbruch auch bemerkt?
Die Presse hat nach der ersten Schuldvermutung nicht nur Namen und Vornamen des Copiloten (und auch des Kapitäns) veröffentlicht, sondern auch seine Wohnanschrift und die Adresse seiner Eltern sowie deren Berufe und Arbeitsplätze. Dazu noch Fotos von den Wohnhäusern inklusive Nahaufnahmen der Klingelschilder - und die im Internet zufällig aufgestöberte Plazierung des Copiloten beim Marathonlaufen.

Wo ist die Selbstkontrolle der Medien?
Wo ist der Deutsche Presserat?
Wie kriminell soll das noch werden.
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Thomas
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heiko76
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Mi 1. Apr 2015, 00:28

Vielen Dank Thomas ... ich glaube Du sprichst uns allen aus der Seele.
Leider schaltet man in dem Schmierblatt mit den vier Buchstaben noch nichteinmal jetzt nach der anhaltenden öffentlichen Kritik einen Gang zurück. Im Gegenteil ... heute berichtete man stolz das ein Video augetaucht ist was die letzten Sekunden an Bord von 4U 9525 zeigen soll.
Es ist sicherlich nur noch ein Frage von Stunden wen dieses irgendwo in den Medien auftaucht.
Ich hoffe wirklich das für die schlimmsten Auswüchse in diesem Fall irgendwo rechtliche Konsequenzen gezogen werden.

Aktuell bei uns in DUS ist die Anteilnahme an dem "Unfall" von 4U 9525 ungebrochen.
Am Ort der Kondolenz stehen noch immer Menschen unterschiedlicher Nationen in einer langen Schlange an um ein paar Worte der Trauer abzulegen,zu beten,kurz inne zu halten.
Es ist beeindruckend wie sehr Menschen,unterschiedlichster Hautfarbe,Glaubens und Nationalität in solchen schweren Stunden zusammenstehen können - warum kann dieser Zusammenhalt nicht permanent sein?

Noch in tiefer Trauer
Heiko
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Kilo Mike Sierra
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 2. Apr 2015, 00:06

Die voreilige Hetzjagd auf diesen "Amok-Piloten", die bislang weitgehend auf Vermutungen und voreiligen/unsicheren Annahmen beruht, ist ein grosser Presseskandal.

Doch wer füttert die Presse mit diesen „Informationen“?

Viele der bislang bekannten „Fakten“ widersprechen sich vehement, sind also immer noch recht zweifelhaft. Einiges, was über den Inhalt des Cockpit Voice Recorders berichtet wurde, scheint auch falsch wiedergegeben oder sogar frei erfunden zu sein.

So hieß es zuerst wurde leise an die Tür geklopft, als keine Reaktion erfolgte, dann immer lauter. So wie es berichtet wurde, klingt das absurd. Wozu sollte jemand, der sich mit der Tür auskennt, zuerst leise an die Tür klopfen, wo sie doch ohnehin nur durch Eingabe der Codes zu öffnen ist?

Weiter hieß es, der Copilot hätte bis zum Schluß ruhig geatmet. Daraus wird vom französischen Staatsanwalt sogar die hirnrissige Schlussfolgerung gezogen, der Pilot müsse deshalb bei Bewusstsein gewesen sein. So wurde es jedenfalls in der deutschen Presse berichtet.
Bewusstlose atmen also nicht. Dümmer geht es nun wirklich nicht. Und die Presse hat diesen offenkundigen und auch von absoluten Laien zu erkennenden Schwachsinn nicht in Frage gestellt.
Wie ich heute zufällig bemerkt habe, hat der französische Staatsanwalt im Original etwas anderes, nicht ganz so blödsinniges gesagt. In der übergroßen Hast wird also auch noch fehlerhaft übersetzt.

Es ist zudem kaum nachvollziehbar, daß man bei dem Umgebungslärm überhaupt Atemgeräusche hört. Dazu müsste er sein Mikrofon a) permanent aktiviert und b) direkt vor dem offenen(!) Mund gehabt haben. Während a) möglich ist (Intercom), wird b) von den Piloten tunlichst vermieden, um den Kollegen auf dem anderen Sitz oder die Flugsicherung nicht zu nerven.
Man will sogar gehört haben, wie der Pilot am Mode Control Panel (Autopilot-Bedienpanel) den Einstellknopf für die Vertikalgeschwindigkeit gedreht hat. Vielleicht hat man ja wirklich etwas (anderes?) gehört, aber auch hier braucht es die Auswertung der Flugdatenschreibers, um wirklich sichere Aussagen machen zu können.

Manche wollen wissen, daß der Sinkflug mit dem Autopiloten gesteuert wurde. Die laur Radardaten nicht konstante Sinkgeschwindigkeit (2.000 bis 4.200 ft/min) und übermäßig hohe Geschwindigkeit in niedriger Flughöhe sprechen jedoch dagegen. Hier sollte man wirklich das Auffinden des Flugdatenschreibers abwarten, bevor man solche Mutmaßungen in die Welt setzt.


Bis gestern habe ich mich mit Germanwings-Sache sehr zurückgehalten, einerseits weil mir alles viel zu verfrüht erschien und andererseits weil mich die öffentliche Hysterie genervt hat.

So schlimm wie diese Sache ist, bei den jährlich drei bis vier Tausend Verkehrstoten in Deutschland reagiert die Gesellschaft nur mit einem kaum erkennbaren Achselzucken - wenn überhaupt. Da zündet keiner, der von der Sache nicht einmal im entferntesten betroffen ist, auch nur eine einzige öffentlich positionierte Grabkerze an.
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Do 2. Apr 2015, 01:02

Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Es ist zudem kaum nachvollziehbar, daß man bei dem Umgebungslärm überhaupt Atemgeräusche hört.


Genau diese Frage stelle ich mir auch schon seit Tagen.
Ich kenne zwar nicht wie das reale Geräuschniveau in einem Cockpit während des Reisefluges ist aber als Passagier in der Kabine habe ich noch nie meinen Sitznachbarn "atmen" gehört.
Dafür sind die Umgebungsgeräusche zu intensiv und ich kann mir vorstellen das diese auch vorne in der "ersten" Reihe auf mindestens gleichen Pegel wen nicht sogar noch stärker als in der Kabine sind. (auftreffender Fahrtwind auf die Cockpitscheiben,die Luftströmung an der Aussenwand und sicherlich auch die Instrumente,Schalter,Anzeigen etc etc arbeiten doch nicht lautlos. Und schaut man sich auf diversen Videoportalen hochwertige Aufnahmen aus dem Cockpit an dann fällt es schon schwer überhaupt den Funk verständlich zu verstehen - irgendetwas rappelt,klingelt,summt doch immer da vorn.

Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Die voreilige Hetzjagd auf diesen "Amok-Piloten"


und der hat traurigerweise auch schon einen eigenen Wikipedia-Artikel.

Kilo Mike Sierra hat geschrieben:So schlimm wie diese Sache ist, bei den jährlich drei bis vier Tausend Verkehrstoten in Deutschland reagiert die Gesellschaft nur mit einem kaum erkennbaren Achselzucken - wenn überhaupt. Da zündet keiner, der von der Sache nicht einmal im entferntesten betroffen ist, auch nur eine einzige öffentlich positionierte Grabkerze an.


Auch diesen Punkt teile ich uneingeschränkt mit Dir. Es sind nicht nur die Verkehrstoten in Deutschland, Jeden Tag sterben unschuldige Menschen ... Kinder,Frauen,Männer (Syrien,Boatpeople im Mittelmeer ...) für die keiner eine Kerze anzündet oder öffentlich ein Kondolenzbuch auslegt. Nein - diese Opfer werden noch von PEGIDA und Konsorten verhöhnt.
Und natürlich haben auch diese unsere Anteilnahme verdient .... doch hier innerhalb in unserem Forum sind die Gedanken,Gefühle sicherlich in erster Linie bei unseren Kollegen der weltweiten Luftfahrtfamilie und auch selbstverständlich bei den Angehörigen von Opfern bei solchen tragischen Unfällen.
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Do 2. Apr 2015, 16:00

Danke Thomas,
und
hat mich auch sehr verwundert - aufgezeichnete Atemgeräusche >kratz<
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Do 2. Apr 2015, 16:06

Offensichtlich wurde jetzt auch der Flugdatenschreiber gefunden.
Hoffen wir das damit endlich eine anständige Aufklärung stattfindet.
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Do 2. Apr 2015, 16:07

Gut Jungs, die Box ist physisch da. Gebs Gott, Mohammed oder sonst wer, daß damit was zu machen ist.
Danach konnen wir uns substantiell weiter ärgern [ob die Franzosen voreilig einen Schuldigen brauchten ] oder ob es so war und was nun die Politik macht.
Erleichterung zu Ostern? Noch nicht. Wenn überhaupt.
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Re: Germanwings Absturz

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Do 2. Apr 2015, 19:14

Tagesschau online

"Die Daten des zweiten Flugschreibers der abgestürzten Germanwings-Maschine lassen sich vermutlich auswerten. Der Zustand des Flugdatenschreibers lasse darauf hoffen, sagte der zuständige Staatsanwaltschaft Brice Robin bei einer Pressekonferenz in Marseille. Der Flugdatenschreiber sei am Nachmittag am Berg entdeckt worden. Er sei verschüttet gewesen.

Die zweite Backbox könnte weiteren Aufschluss geben über die Abläufe im Airbus. ..."
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