Träger (Neue Generation)

Trägerraketen, Satelliten, Raumschiffe und Bodenanlagen
bluemchen
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Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mi 26. Aug 2020, 19:25

Um den Thread Raumfahrttechnik etwas zu entflechten, könnte man interessierende Beiträge über die künftigen Trägersysteme
wie die "Sojus"-5, -6, -7, die "Angara"-Familie und die "Jenissej" ... an dieser Stelle zweckmäßiger Weise für sich betrachten.
(Die Genannten sollen keine ausschließenden Faktoren sein - wer einen Draht zur ESA -"Ariane-6"- z.B. hat, gerne, da sind wir doch offen)
Und ich denke, wie bisher kann eine allgemein-verständliche Betrachtung von Technologien ... für einen technisch Interessierten im Fokus stehen
Schau´n wir mal
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Re: Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mi 26. Aug 2020, 22:43

Um den Anfang zu machen - die neue "Sojus-5" (Irtysch) - mit Verweis auf das "Baitereck"-Projekt und den "Sea Launch"- Komplex, dort schon mehrfach erwähnt.

Erkenntlich nimmt es Formen an, "die ersten Flugmuster/Prototypen der Trägerrakete Sojus-5 sollen Ende ´22-Anfang ´23 fertiggestellt/erprobungsbereit sein.
- Wie schon erwähnt, soll der Träger der Mittelklasse für Starts vom Kosmodrom Baikonur im Rahmen des Baiterek-Projekts und vom schwimmenden Weltraumbahnhof "Sea Launch" eingesetzt werden.
> Tass v. gestern https://tass.ru/kosmos/9285167 nach D. Baranow CEO "Progress" - Raketen- und Raumfahrtzentrums (RSC) vor Journalisten. Vier Test-Starts sind geplant, die Elemente und Technologien in der ersten Stufe sollen auch für die superschwere Rakete eingesetzt werden, die in der RF entwickelt wird.

Die Diskussion geht auch schon lange darüber, daß die gesamte Raumfahrtbranche der RF wettbewerbsfähiger werden muß, da führt kein Weg vorbei, und das ist sicher schwieriger als gedacht
Im Interview von Baranow auf dem int. Technologie-Forum "Army 2020" https://www.roscosmos.ru/29092/ wurde in den Vordergrund gestellt, daß mit dem Einsatz neuer Materialien z.B. die neuen Trägerraketen mehr Fracht / höhere Nutzlast in den Orbit befördern können -
"Bei der Sojus-5 verwenden wir eine neue einheimische Legierung 1.580, die es uns ermöglicht, eine Nutzlast um mehrere hundert Kilogramm zu heben", sagte er.

Das kann man interessanter Weise erhärten, denn "Rusal" gewährt tatsächlich Einblicke in seine Entwicklungsarbeit: Задачи и направления
деятельности ИЛМиТ. Новые материалы и технологии РУСАЛ
[- den Link fand ich in einem anderen Forum]
http://www.aluminas.ru/upload/iblock/d0 ... okhin_.pdf - Seite 7 ff. "Werkstoffe für die Luft- und Raumfahrttechnik"

- Dort wird diese neue Legierung R-1580 vorgestellt im Vergleich zur Bisherigen und auch ein Vergleich zur Airbus-Legierung ist da!
Bemerkenswert ist,
daß diese Legierung (Al-Mg-Sc) in der Summe sehr gute Eigenschaften besitzt zur Schweißfähigkeit (Technologie Reibschweißen), Zug- Biege-, Bruch-, Hitzefestigkeit bei um die Hälfte reduzierten Scandium Einsatz (0,12%) , was ein nicht unerheblicher ökonomischer Vorteil ist.
Hier wurde mit der Moskauer Baumann-Uni offenbar ein ordentlicher Durchbruch erreicht.

Komplett neu ist die gesamte Avionik / Bordnetz / Steuerung / Werkstoffe / Fertigung
Somit bleibt zu sagen, daß die neue Sojus-5 mit der sowjetisch-ukrainischen "Zenit" tatsächlich außer dem Motor - und selbst dieser ist modifiziert als RD-171MW der Startstufe und dem Design - nichts mehr gemein hat .

Soweit ein paar aktuelle Erkenntnisse zur neuen Generation
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Re: Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Do 27. Aug 2020, 20:15

Eine Randbemerkung zur ob. angesprochenen Fertigung

- Die frühere "Zenit" ist ja eine ukrainische Zellenproduktion, die auch heute noch (in welchem Umfang weiß ich nicht) besteht. Kiew liefert die (Zenit)-Zellen für die amerikanische "Antares" (braucht dafür aber die russische Alu-Legierung, das hatten wir an anderer Stelle angemerkt).

- Für die Neuproduktion der "Sojus-5" Zelle bei "Progress" wird die technologische Grundlage der auslaufenden Proton-Fertigung genutzt und dafür meine ich, müßte nach Adam Riese der Zellen Durchmesser auf 4.10 m (Protonmaß) erweitert werden - mit Vorteil für die Gesamtstruktur.
Mit dieser Größe bleibt auch die Eisenbahntransportfähigkeit analog der Proton bestehen.

Über den Zaun zu Anatoly Zak geschaut (links) http://www.russianspaceweb.com/soyuz5-lv-ptk.html und zu Energija (rechts) aus der Machbarkeitsstudie 2018 https://www.energia.ru/ru/news/news-201 ... 04-10.html das Design mit dem aufgesetzten bemannten Raumschiff "Federazija" , welches heute in "Orjol" umbenannt wurde.
(klick zur Vergrößerung)
Sojus-5 Projekt.png
Es fällt auf, daß die Interstage als Verbindungselement zweite Stufe als Gitterstruktur beibehalten wurde, was auf die bewährte heiße Stufentrennung hinweist.

Es ist geplant, "Sojus-5" bis 2021 zu schaffen. Die Flugerprobung der neuen russischen Trägerrakete ist für (Ende) 2022 vom Kosmodrom Baikonur aus geplant.
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(Einen Link v. Energomasch zu neuen Motoren der Holding muß ich hier unterbringen, sonst ist er weg http://engine.space/press/pressnews/328 ... NKUWdvLaXA )
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Re: Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Do 27. Aug 2020, 21:43

2 Fragen.


1. Die "Proton"-Fertigung wird eingestellt?
2. Braucht die "Sojus-5" keine Booster?
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Flieger sterben nicht, sie fliegen nur höher!

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Re: Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 29. Aug 2020, 12:01

Ja, und vlt. auch mal gesplittet - zur Frage 1) ein Wort mehr dazu:

Zunächst, das hatte ich schon mehrfach bemerkt, ist die "Proton" für mein Empfinden, das am besten gelungenste Design für einen Schwerlastträger, das Konzept ist aber heute und nach mehr als 50 Jahren nicht mehr "grün-konform".
Angelehnt an die seinerzeitige ICBM-Konfiguration/Strategie der Sofort-Startfähigkeit mit langzeit-lagerfähigen Treibstoffkomponenten
-UDMH/NTO (das sind unsymmetrisches Dimethylhydrazin + Salpertersäure)
aus Silo / Containern, die auch einen hohen ISP (spezifischen Impuls) mitbringen, wurde diese Technologie einfach kommerziell dupliziert.

Es war auch schon einmal erwähnt - viewtopic.php?f=177&t=2359&p=28499&hilit=UDMH#p28499 , und das Wiki gibt auch Auskunft.
Ergänzen kann ich auch noch - wer einmal in der Nähe eines offenen Tanks mit der gelb-braun rauchenden Säure gestanden hat, nimmt freiwillig Abstand, um dem verätzen der Atmungsorgane vorzubeugen ...

Quintessenz: Beide Komponenten hochgiftig und kein Kinderspiel im Handling, aber das Produkt optimaler Verbrennung fast neutral und wasserlöslich,
aber in einem Havariefall - gerade von Startstufen - hoch problematisch. Verwendung findet es Dank der Eigenschaften noch in Oberstufen.
Als Weiteres wurde die Vektorsteuerung seinerzeit anders gelöst als heute üblich: Unkompliziert. Es gab weder Steuerdüsen noch schwenkbare Schubdüsen. Der Schubsummenvektor wurde mittels (im Endeffekt) Überschußregelung im Einspritzvorgang gesteuert, daher resultieren die Braunanteile der Flammen bei normal farblosem Abgas, also unverbrannter Oxidator. Damals kein Problem.
Auch das Konzept der Proton mit max. vier Stufen für einen hohen Zielorbit ist überholt, die Startkosten sind kommerziell offenbar nicht mehr vermittelbar.

Die "Neuen" stehen in den (noch nicht ganz) Startlöchern, manchmal muß man Abschied nehmen können. Ob es für alle restlichen Erzeugnisse auf Lager noch Nutzlasten geben wird, ist offen, vlt. bleibt zur musealen Nutzung in Memoriam wenigstens eine übrig ...
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Re: Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 29. Aug 2020, 20:50

Zur Frage 2) "Booster"

Ich kann mir vorstellen, was Du meinst und bei den "Boosterfragen" wird gerne debattiert. Es ist nach meinem Dafürhalten eine Philosophie der Russen, an der sie von Anfang an festhalten - es gibt kein Projekt mit Boostern.
Auch das Arbeitspferd, die mittlerweile "Sojus-2", hat keine Booster. Sie kann mit leichten Nutzlasten separat nur mit dem Zentralblock (der eigentlichen Stufe 2) fliegen, bekommt aber in der Normalausstattung als 1. Stufe die vier Seitenblocks "b" / "w" / "g" / "d" zugeordnet. Damit startet sie als einziges Modell gleichzeitig mit den TW der 1. + 2. Stufe.

Das Projekt "Sojus-5" geht schon etwa 7 Jahre zurück mit wechselvoller Geschichte. Es war schon erwähnt, daß es als ein LNG- (Methan) Projekt auf die Reißbretter kam und mit Sojus-5.1 - 5.2 - 5.3 zelebriert wurde, so auf der ILA-2014.
- Damals noch
die 5.1 Solo, die 5.2 mit zwei und die 5.3 vier Seitenblöcken, weitere mit 7 Seitenblöcken.

Davon hatte man sich danach verabschiedet und 2017 gibt es eine schöne Grafik auf der Seite von A. Zak http://www.russianspaceweb.com/soyuz5.html mit den Modellen Solo und mit zwei Seitenblocks - immer noch LNG.

Bemerkenswert im Jahr 2016: Am "Progress"-Stand tauchten diese Projekte nicht mehr auf und auf eine Standanfrage (zu den Seitenblocks) dazu berichtet ein User, daß diese mit "Njet" beantwortet wurde.

Die Umbenennung der LNG-Sojus-5 in " Sojus-7 " folgte mit der Verschiebung des Projektes, da diese Technologie offenbar noch seine Zeit braucht.
2018 erfolgte die Vorstellung der "neuen" Sojus-5 wie in der Grafik oben (mit Zieldatum 2023)
mit den Randdaten
- Startmasse etwa 530 t /
- Länge ~ 62 m /
- Durchmesser 4,10 m /
- Nutzlast etwa 18 t in den LEO (Low Orbit) vom Breitengrad Baikonur aus,
Solo und ohne Seitenblocks! und mit RP-1(Kerosin) /LOX- TW in der Startstufe und die zweite Stufe mit Naphtyl/LOX

Ob es dabei bleibt mit ohne Seitenblocks bei der -5, wird die Zeit zeigen, denn die Angara-Familie auf der anderen Seite ist vielgestaltig nach Baukastenprinzip, jedes Projekt hat seine Spezifik und Ökonomie ist heute wichtiger denn je
- Booster werden wir dennoch nicht finden, glaube ich >grins<
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Re: Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mi 2. Sep 2020, 20:14

Ich biete es einfach mal an, falls das Fernsehprogramm heute Abend mau ist

NASA-TV Live Coverage of FSB-1 Booster Test, from Promontory, Utah (starts 2:45 p.m. EDT) 20:45 Uhr MESZ

Im "Artemis" Programm für die bemannte Orion-Kapsel gibt es einen Booster-Test der NASA vom Testgelände in Utha im Livestream und anschließender PK
https://www.nasa.gov/press-release/nasa ... conference

Nasa-TV: https://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/ ... tml#public (Replay mehrfach)

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189531-1_sls-booster_0.jpg
Das Feuerwerk sollte schon ordentlich sein, Egon
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Re: Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Do 3. Sep 2020, 10:15

Nach laienhafter Beurteilung sollte der Test erfolgreich verlaufen sein - es ergab sich eine klein vulkanische Eruption und Utha´s dürrer Boden sah anschließend anders aus, gefolgt von einem sich hangaufwärts ausbreitenden Flächenbrand.

Die nach dem leer gebrannten Booster folgende Löschung und Kühlung brachte allerdings tiefschwarzen Ruß in die Umgebung, die die Grünen vermutlich dazu bewegen würde, den UN-Umweltausschuß anzurufen. Feststoffbooster sind halt Dreckschleudern schlimmster Sorte.

Der gesamte Testbeitrag mit vielen Einblendungen zur Technologie und zur Orion-Mission als Animation im YT "Feuer & Rauch" https://www.youtube.com/watch?v=EOyBNUJ5bA8
ist schon beeindruckend
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Re: Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mo 12. Okt 2020, 15:41

Um den Faden vom Thomas (in Russische Raumfahrt - viewtopic.php?f=180&t=2358&start=490 )
" Die Sojus-Trägerrakete scheint von Anfang an ein gutes Design mit sehr hohem Entwicklungspotential gewesen zu sein. So erkläre ich mir jedenfalls, daß es in über 50 Jahren(?) keine sichtbaren Veränderungen am Grundkonzept des Trägersystems gegeben hat. Der Umstand, daß mehrstufige Trägerraketen eine Art von Baukastensystem sind, dürfte dabei auch eine Rolle spielen."

mal aufzunehmen - Ja, ABER

Das geniale Koroljow´sche Prinzip hat Jahrzehnte der Bewährung hinter sich, vom ersten Blech bis zum Zündfunken auf dem Pad steht eine gewaltige Infrastruktur. Steht und produziert mit einem Invest der Jahrzehnte. Das ist ökonomisch und das stößt man nicht eben mal so um.
Um das zu erweitern: Die gesamte Massenproduktion an Flugzeugen seit den 30-ern (Hugo Junkers in Moskau ... - siehe Beitrag an anderer Stelle zu Tupolew) basierte darauf: "Bewährtes bleibt erhalten" bei allen Neuerungen.
Aber: Mit den Jahrzehnten zurück bleibt man auf einer Kostenstruktur, die heute überholt ist. Dennoch: Mit dieser Struktur, die sich teurer darstellt, ergibt sich ein Brutto-Endprodukt, daß trotzdem (noch oder weitgehend) konkurrenzfähig ist und das ist nach meiner Meinung gleichzeitig die Crux, in dem (staatlichen) System Neues aus dem Boden zu stampfen. Da es auch nicht um Kochtöpfe geht, braucht es das Potential an Sicherheiten, die mit den Jahrzehnten ebenso gewachsen sind.

Einher ging auch die Modernisierung z.B. der Sojus als Träger vom Analogen zum Digitalen mit dem Beweis, was alles "bewährtes" geht und an der Stelle ist noch nicht Schluß: Es sollte noch die "Methan"-Sojus kommen (als ehem. Sojus-5 und jetzt -7), allerdings auf unbestimmt verschoben.
- Im Baiterek-Projekt (RF-Kasachstan) kurz genannt.
Am Methan-Antrieb wird eigentlich seit Jahrzehnten gearbeitet, mir ist aber kein Antrieb mit Serienreife bekannt und nun gibt es tatsächlich ein zukunftsweisendes Projekt auf der Grundlage "Methan", denn dieser Energieträger ist faktisch unendlich und unschlagbar preiswert verfügbar - beim Einsatz in Kosmodrom Wostotschny brauchte nur eine 50 Km Gasleitung zum entstehenden Energiekombinat (wo auch "Mammoet" als Carrier mit von der Partie ist) verlegt werden.
- Vor Ort brauchte es nur noch Reinigung und Verflüssigung, keine Lager- und Transportkapazität.

Insofern wäre die Umsetzung auch ein (noch nicht absehbares) Ende der stolzen Sojus Familien. Allerdings sind das nach meiner Meinung noch ungelegte Eier, wenngleich mit den Projekt-Unterschriften die nötige Mittelfreigabe erwartet werden Könnte für eine Umsetzung "AMUR" zu 2026
Das "könnte" bezieht sich darauf, daß man in der Branche mit Budget-Kürzungen konfrontiert ist, die alle beklagen...
pfffff
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Re: Träger (Neue Generation)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mo 12. Okt 2020, 19:53

Inzwischen sind mir die Präsenz-Artikel zum Projekt "Amur" auch schon wieder im nirwana,
Man gewann auch den Eindruck, daß alle nur darauf gewartet hätten und deswegen der Versuch einer kurzen Skizzierung nach obiger Einlassung

RosKosmos und das RKK Progress haben vorige Woche am 05. Okt. einen staatlichen Vertrag über die vorläufige Planung zum Thema der Trägerrakete AMUR und der "Schaffung eines Weltraumraketenkomplexes mit einer Trägerrakete im Kosmodrom Wostotschny" unterzeichnet.

Erstmal sichergestellt-Quellen:
https://www.facebook.com/gklaunch/posts ... 4390234419
https://www.roscosmos.ru/29357/
https://tass.ru/kosmos/9627165

Das Projekt AMUR
AMUR.png
Q.: Tass, f .
Unterzeichnet wurde ein Vertrag zur Entwicklung einer Entwurfsskizze für einen Raumraketenkomplex mit einer neuen Trägerrakete Amur.
Die Trägerrakete wird die erste russische wiederverwendbare Methanrakete sein.

===> Der erste Start einer russischen wiederverwendbaren Rakete ist für 2026 geplant.
===>Raketenlandeplätze werden an der Küste des Ochotskischen Meeres eingerichtet.
===> Die wiederverwendbare Methanrakete wird die bestehende Sojus-2 ersetzen.
===> Die Zuverlässigkeit der Amur-Methan-Rakete soll 0,99 erreichen.

Aus dem Interview noch einige Daten
* Masse: 360 t
* Höhe des Trägers: 55 m
* Durchmesser 1. + 2. Stufe: 4,1 m
* Durchmesser der Nutzlastverkleidung: bis zu 5,1 m
* Nutzlast LEO: 12,5 t(Einweg); 10,5 t (Wiederverwendbar)
* Anzahl der Einzelnen Bauelemente/Bauteile: ca. 2000 (vs. 4500 bei Sojus-2)
* Startvorbereitung auf der Startrampe: Vollautomatisch

P.S.: An der Wiederverwendung wird seit dem Energija / Buran - Projekt gearbeitet (u.a. "Baikal" u. Energija selbst), umgesetzt bisher nichts,
ich will damit sagen, daß das kein Neuland für die Russen ist, lediglich die geografischen Verhältnisse sind andere und an ein Wostotschny war damals nicht zu denken

Soweit das letzte Neueste, möge es gelingen. 2026 zeigt, daß es die Zeit braucht (an den TW wird bereits seit 2016 bei NPO Energomasch / Roskosmos Woronesch gearbeitet)
R.
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