Ich bin heute der Frage nachgegangen, warum man eine
modular aufgebaute Raumstation nach Ablauf ihrer "Lebenszeit" im Südapazifik versenken muß (geplant für Januar 2031). Das modulare Konzept hätte sich ja dazu angeboten, einzelne Module der Station nach Zustand und Bedarf auszutauschen, ohne die Station in absehbarer Zeit aufgeben zu müssen. Die ISS hätte nach diesem Prinzip immer wieder verjüngt werden können.
Was ich dazu gefunden habe, war äußerst unerwartet.
Die beteiligten Organisationen argumentieren selbst vehement gegen einen Weiterbetrieb der ISS - und auch gegen eine Nachfolgestation. Die Station hätte ihren Zweck erfüllt oder man sähe keinen direkten Nutzen im Weiterbetrieb der ISS.
Speziell in den USA hört man die Erklärung, private Unternehmen sollten zukünftig die Möglichkeit bekommen, eigene Raumstationen zu betreiben - und die NASA selbst läßt hoffnungsfroh verlauten, sie könne dort jederzeit mit ins Geschäft kommen - als Kunde(!).
Die NASA als Wegbereiterin war vorgestern. Wenn es kein US-Raumfahrtprogramm mehr gibt, dann kann sich die NASA gleich selbst abwickeln.
Zur Erinnerung:
Mondflüge/Apollo-Programm ohne Nachfolger eingestellt
Space Transportation System (Space Shuttle) ohne Nachfolger eingestellt, besondere Fähigkeiten des STS-Systems verloren
und demnächst auch die International Space Station (ISS)
Das hört sich überhaupt nicht mehr nach Wissenschaft oder nach nutzvollem technischen Fortschritt für die Menschheit an.
Lästige Kritiker haben schon seit Jahrzehnten behauptet, es ginge bei der ISS nur um die Beschaffung von Forschungsgeldern und Prestige. Ganz schlimm war es, wenn sie nach dem praktischen Nutzen all dieser exorbitant teuren Experimente in der Erdumlaufbahn gefragt haben. Da gab es nur sehr wenig vorzuweisen.
Nun heißt es tatsächlich ganz offiziell, daß wir die ISS eigentlich gar nicht brauchen.
Wohl auch nicht einmal mehr als völkerverbindendes Mega-Projekt, das vernünftige internationale Zusammenarbeit zwingend erfordert hat - völlig unabhängig von den globalen Strippenziehern und Kriegstreibern.
Wir müssen ja als nächstes unbedingt zum Mars. Angeblich, weil es das Schicksal der Menschheit sei, sich im Weltraum auszubreiten. Ein Planet wird halt schnell 'mal zu klein. Das soll jedenfalls der Steuerzahler glauben.