Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

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Kilo Mike Sierra
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Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » So 13. Jan 2019, 13:08

In den letzten zwanzig, vielleicht sogar schon dreißig Jahren war immer wieder die Rede von bemannten Missionen zum Mars. Dabei wurden manchmal sogar schon konkrete Startzeitpunkte benannt, wovon die ersten bereits leise verstrichen sind.
Wäre es nicht logischer und naheliegender, erst einmal wieder zum Mond zu fliegen, um dort eine Basis zu errichten? Sozusagen als konzeptioneller Nachweis der Machbarkeit (proof-of-concept).
Seit 45 Jahren findet bemannte Raumfahrt ausschließlich im niedrigen Erdorbit statt. Ein direkter Flug zum Mars erscheint mir daher ein paar Nummern zu groß.

(Die Frage, ob bemannte Flüge zum Mond oder Mars sinnvoll oder wichtig sind, möchte ich bei dieser Betrachtung erst einmal ausklammern.)

Bild
Apollo 11 Mission - 16/07/1969 - 24/07/1969 : Moon Landing by Craig Jewell, on Flickr

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mars by planetearth112, on Flickr
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Thomas

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Re: Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Di 12. Feb 2019, 21:31

Da sich offenbar niemand an das Thema herantraut, versuche ich mal, ein paar Gedanken zu ordnen

Zum Einen
öffnet sich hier ein Themenkreis von der "Raumfahrt-Technischen Seite" in einem weiten Bogen bis hin zu "philosophischen Aspekten", das ein eigenes Forum füllen würde

Zum Anderen
ist nicht zu verheimlichen, daß ein ausgeprägtes Interesse bei den Menschen im Lande an der allgemeinen Raumfahrt eher nicht vordergründig ist, was verschiedene Ursachen haben mag.
Auch wenn es hier zunächst nicht um den Aspekt "Weltraumtourismus" geht bei Mars oder Mond, mal eine Meinung des BUND zur Frage des Aufstoßens des Tores zum All für alle - Fluch oder Segen? Ressourcen verschwenden oder Augen öffnen?
An der Frage scheiden sich die Geister:

"In Zeiten des Klimawandels, Artensterbens und absehbarer Endlichkeit der Rohstoffe ist elitärer, umweltzerstörender Milliardärs-Weltraumtourismus pervers, paßt allerdings gut ins zerstörerische Zeitalter des Anthropozän"
- Auch wenn ich den BUND eher für suspekt halte, ganz unrecht hat er hier nicht.

Anders natürlich die Meinung eines Astronauten: " Du blickst auf Deinen Planeten zurück und siehst, das er in der perfekten Entfernung zur Sonne steht, um dich zu beschützen.
Dann wird klar, daß wir uns auch um ihn kümmern müssen, damit er sich weiterhin um uns kümmern kann …"
-Nicole Stott, Astronautin, um mal nach Sigmund Jähn auch andere gleiche Gedanken festzuschreiben.

Zum Dritten
ist es unabdingbar, das All zunächst in unserem bescheidenen Planetenumfeld kennenzulernen und das erfordert den bemannten Raumflug als ein Instrument neben Anderen.
Welchen Weg gehen wir? Mars und Mond naheliegend nach den earth-orbitalen Stationen und wie, was ist real-vernünftig, was Illusion?

ff
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Re: Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 13. Feb 2019, 01:15

Weltraum-Tourismus wird es nicht geben. Zu teuer (auch für Reiche) und zu gefährlich. Da brauchen sich die Lobbyisten und Verbotsparteien keine Sorgen machen.

Was die beabsichtigten Flüge zum Mars betrifft, so will man dort sogar landen und eine Basis errichten, d.h. nicht nur hinfliegen, den Mars umkreisen und dann zurückzukehren. In Anbetracht der überaus schwierigen (und selten gewordenen) Mondlandungen und der Abwesenheit auch nur der kleinsten Mondbasis halte ich diese Ankündigungen für ausgemachten Größenwahnsinn.

Bereits die gemeinschaftlich betriebene Internationale Raumstation verschlingt ein großes Budget. Wo ist da noch finanzieller Spielraum nach oben?
Wo sind die technischen Möglichkeiten, um derartiges zu realisieren?
Alle Technologie-Entwicklung in der Raumfahrt konzentriert sich auf die automatische (unbemannte) Fernerkundung und die niedrige Erdumlaufbahn. Das halte ich sogar für sehr sinnvoll. Natürlich könnte man auch den Mond wieder einmal ins Programm aufnehmen. Aber den Mars ...?

Ich gebe zu, daß ich sehr skeptisch bin, zumal ich auch die Wissenschaften heutzutage in einer tiefen Krise sehe. Diese wird auch vor den „neutralen“ Naturwissenschaften nicht haltmachen, was bereits absehbar ist.

Immer wenn ich von bemannten Mars-Missionen höre oder lese, komme ich mir verschaukelt vor.
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Re: Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 16. Feb 2019, 01:44

Da wäre ich mir nicht so sicher im gelobten Land,
Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Weltraum-Tourismus wird es nicht geben. Zu teuer (auch für Reiche) und zu gefährlich.

selbst Roskosmos denkt darüber nach mit Kostenanrechnungen pro Nase von 150 Mio $ Erde/Mond/Erde non stop, was grübeln aufkommen läßt
Und Ja,
Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Immer wenn ich von bemannten Mars-Missionen höre oder lese, komme ich mir verschaukelt vor.

und es schaukelt ganz schön, da für all die Grund-projekte auf dem Papier keine Umsetzung in Sicht ist. Um es lediglich anzureißen - Von einem beliebigen Ort im gemäßigten Sonnensystem im All - in dem Fall E(arth) zu einem anderen beliebigen Ort - in dem Fall M(ars) gelangt man nur auf Bahnen, gewissermaßen den Hohmann-Bahnen ohne Besserwisserei, und es ist ein One-Way-Trip. Warum?
Herausgegriffen der Ressoucenverbrauch
A) - die Startmasse X muß von 0 auf die 1. kosm. Geschw. beschleunigt werden (7,6 Km/s) in den TransferOrbit, danach auf die 2. kosm. Geschw. (11,4 Km/s), danach Bahnkorrekturen, Reisebeschleunigung mttels (noch nicht) vorhandenem Ionen-TW auf vlt. 15 Km/s, nach Einschwenken in die Marsbahn B) - Abbremsen - mit Treibstoff? Nein, mit Hitzeschild ja auf 1000m/s, womit das Schild verbraucht ist ; Fallschirm auf 100 m/s; Airbag auf 0 .
C) - Die verbrauchten Elemente / TS e.t.c. müßten für den Rückflug ersetzte werden, woher? Die Ressourcen für die Crew kämen hinzu, immerhin
für 7 Monate Reisezeit jeweils
- Unklar die Auswirkungen fehlender Gravitation und Magnetismus unterwegs, danach minimiert
- Unklar die Einwirkungen der Weltraumstrahlung, hochernergetischer Teilchen, Sonneneruptionen
- Klar ist, daß die Planetenkonstellation zur Bahnrealisierung sich nur alle 2 Jahre einstellt, das Marsjahr entspricht 1,88 Erdenjahre, mithin gibt es kein "rum um den Mars und wieder zurück", da landet man vlt. in Jubeljahren im Koipergürtel.

Das Verrückteste: Trotzdem hätten 200.000 Tickets OneWay verkauft werden können; nach med. Untersuchungen sind 663 Kandidaten übrig geblieben und von denen sind noch 100 im Rennen. Daraus sollen 24 (oder gar 40?) separiert werden, die ab 2031 den Weg antreten sollen, soweit die Idee.
Aber - und nun kommt das "Verschaukeln" hinzu -
justament am … Wochenanfang gab es die Meldung, daß für das nl Mars One Projekt Konkurs (Bankrott?) gemeldet wurde https://tass.ru/kosmos/6107083
was eben passend zum Thema auftauchte.

Wie es scheint, scheint der Mond eben richtig am blanken Nachthimmel
ff
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Re: Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Sa 16. Feb 2019, 19:01

Mit 150 Millionen Dollar pro Ticket wird es keinen Weltraum-Tourismus geben. Vielleicht hin und wieder mal einen „Einzelfall“, der als zahlender Ballast die Mission mitfinanziert. Das gab es ja schon.

Eigentlich sind die Mars-Projekte ja noch viel abgehobener. Man will den Mars sogar besiedeln und dazu vorher die dortige Atmosphäre in ein atembares Gasgemisch umwandeln.
Keinen Flughafen bauen können, die Mondpläne verschusselt, sich wegen CO2 in die Hosen machen, aber dem Mars eine neue Atmosphäre verordnen wollen. Diese Idee dürfte zudem der größte Umweltfrevel aller Zeiten sein.
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Re: Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Sa 16. Feb 2019, 19:03

Und es stimmt - ein neuer Raketenantrieb wäre tatsächlich einmal fällig.
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Re: Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Di 19. Feb 2019, 01:10

Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Mit 150 Millionen Dollar pro Ticket wird es keinen Weltraum-Tourismus geben. Vielleicht hin und wieder mal einen „Einzelfall“, der als zahlender Ballast die Mission mitfinanziert
Jein denke ich, denn hier wird mit einem Milliardengeschäft gerechnet, das z.B. eine ESA … nie generieren kann, da die Regierungen der Mitgliedsstaaten einfach taub für Raumprogramme im weitesten Sinne sind (für Rüstungsprogramme -fängt ja auch mit R an- sieht das ganz anders aus = 1 Billion der US mit ihren Verbündeten im Haushaltsjahr sprechen Bände).

Privat wird das generiert, laß erstmal die Branson´s und Bezo´s ihre ersten Hüpfer mit den zahlenden Gästen in das All gemacht haben - die werden da nicht stehenbleiben, sondern konkurrieren sich immer weiter raus, wie auch mit den SpaceX Musk´s Plänen, oben offen. Das ist das Eine,
das Andere ist aber auch eine Frage der Definition:
Nach allgemeinen Verständnis beginnt das All in einer Höhe von 100 Km, der "Kármán-Grenze" , der Rand des Raumes, die aber auch schon wieder als veraltet betrachtet wird. Insbesondere die US Definitionen setzen eine Höhe von 80 Km, bei Überschreiten dieser der "Fliegende" sich "Astronaut" nenne darf. Sollte man hier schelmischer Weise eine Verbindung zur früheren USAF Definition von 50 Meilen finden?
Bei den Kármán´schen 100 Km wären dann einige Personen keine Astronauten mehr … und man könnte weiter fragen - nur senkrecht rauf und wieder runter oder muß ein Orbit dran hängen und auch dieser, da elliptisch, welches Apogäum/Perigäum?

Der Titel "Gast-Astronaut mit Diplom" oder wie auch immer dürfte locken. Eingeschlossen "Kosmonaut", denn wenn die Russen ihr "Federazija" flott haben mit dem schweren Mondlauncher, dann können 4 fliegende Gäste mit einem betreuenden Kosmonauten auf den automatischen Rundkurs gehen, das machte rd. 0,6 Mrd $ an Beteiligung nach obigen Ansatz + den Ideellen Wert + wiss. Erkenntnisse pragmatisch gerechnet, abzüglich der Versicherungspolicen, die sich nach Zuverlässigkeit errechnen. Somit könnten die ersten Flüge auch teurer werden, zugegeben.
Über den Tourismus läßt sich trefflich streiten -ohne es beeinflussen zu können- aber die Frage war ja auch Mond oder Mars …

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Re: Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Di 19. Feb 2019, 12:00

… Raumfahrt wird ja auch immer einfacher … für die Touristen

---> von der Schiene ins All, wie man sieht :-joy:

Unbenannt 1.png
Unbenannt 1.png (216.89 KiB) 261 mal betrachtet
früh gebucht lohnt, Zinsen gibt es eh nicht mehr bei EU-Banken für´s Kapital
# # #
R.
(Ach so, die Anreise erfolgt nicht vom Airport BER International, sondern per Schiene via Brest - Moskau, einfach traditionell, das gehört dazu)
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Re: Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Di 19. Feb 2019, 17:56

Ach daher kommt der Begriff „Weltraumbahnhof Baikonur“.
Es scheint ein eingleisiger Kopfbahnhof zu sein.
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Re: Warum zum Mars, aber nicht zum Mond?

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Do 7. Mär 2019, 00:50

Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Es scheint ein eingleisiger Kopfbahnhof zu sein.
Genau, gut beobachtet, weil

die weitere Besonderheit an diesem Perron : Es werden ausschließlich OnWay-Ticketts verlost … >hell< für den Mars
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