Das DLR in der Erdfernerkundung

Missionen, Sensoren (z.B. MKF-6), Experimente und Ergebnisse
bluemchen
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Das DLR in der Erdfernerkundung

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Fr 24. Aug 2018, 13:07

… auf den ersten flüchtigen Blick ohne Brille dachte ich schon, das Alfred-Wegener-Institut fliegt mit Douglas DC-3 in der Polarregion

Polar 5.png
- na ja, ist ja nicht ganz falsch
Das DLR -Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt- publiziert auf seiner Seite https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.a ... lery/31768
die Aktivitäten in der
Fernerkundung für die Umwelt: Mit der MACS-Kamera werden die Veränderungen des Permafrostbodens gemessen

Die Einsatzbedingungen sind ungewöhnlich und das Beförderungsfahrzeug nicht alltäglich:
Derzeit ist ein MACS-Kamerasystem (Modular Aerial Camera System) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt am Polarforschungsflugzeug POLAR 5 des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) installiert.
Sie wird die Region um das kanadische Inuvik aufnehmen. Mit der Messkampagne, die vom AWI durchgeführt wird, sollen die Klimaprozesse in der Arktis untersucht und besser verstanden werden.
Die Ingenieure und Wissenschaftler des DLR testen mit dem Einsatz nördlich des Polarkreises die eigens entwickelte und gebaute MACS-Polar Luftbildkamera. "Wir freuen uns, dieses Kamerasystem nun auch erstmals für die Fernerkundung in der Arktis einsetzen zu können", erläutert Projektleiter Jörg Brauchle vom DLR-Institut für Optische Sensorsysteme ===> https://www.dlr.de/os/desktopdefault.as ... ead-28835/

Da erinnern wir uns doch gleich an die "MKF-6" aus Adlershof / Carl-Zeiss-Jena, mit der Sigmund Jähn vor 40 Jahren im All operierte.
(Diese Kamera seinerzeit wurde als strategisch wichtig eingestuft, denn sie kam an damalige amerikanische Entwicklungen sehr nahe heran.
-Wie Sigmund erwähnte, funktionierte diese Kamera nicht beim Überflug über die DDR … , das hatte wohl seinen Grund). Auch Verkaufsoptionen des Herstellers wurden aus dem Grund damals ausgeschlossen, obwohl es ein Devisengeschäft hätte werden können. Das nur mal eingeflochten in der Sache.


Diese Mission ist bei Weitem nicht die Erste: Ich erinnere an die Himalaya-Vermessung mit dem Höhenmotorsegler - im Mountain-Wave-Project mit Klaus Ohlmann als Pilot - viewtopic.php?f=140&t=2441&p=30179&hilit=Mountain+Wave+Projekt#p30179

… und der "Stemme" aus Straußberg ( http://www.mountain-wave-project.com/pr ... 042016.png )

ff
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Kilo Mike Sierra
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Re: Das DLR in der Erdfernerkundung

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Fr 24. Aug 2018, 15:36

Unverwüstlich (wie die An-2).

Diese Douglas C-47 wurde 2005 völlig modernisiert und auf Propellerturbinen umgerüstet. Seitdem lautet ihre Typenbezeichnung Douglas (Basler) BT-67 Turbo-67 oder so ähnlich, aber daran wird sich wohl niemand gewöhnen (können oder wollen).
Das Flugzeug ist eine von 11 "Turbo DC-3" der kanadischen Kenn Borek Air und wird von ihr zusammen mit einer zweiten Maschine für das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) betrieben. Deshalb lautet ihr Kennzeichen C-GAWI.
Kenn Borek Air betreibt auch drei weitere Flugzeuge für andere Forschungseinrichtungen aus China und den USA.

Alfred Wegener war ein wichtiger Mann. Er hat die Kontinentalverschiebung entdeckt.
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Thomas

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist jetzt überraschenderweise auch von der Politik aufgegriffen worden.
Glaubt man dort, damit den Mangel an menschlicher Intelligenz kompensieren zu können?

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Re: Das DLR in der Erdfernerkundung

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Fr 24. Aug 2018, 16:20

Da es uns von Haus aus interessiert - Thomas hat es schon eingefügt -,

kann man auf den Seiten des Alfred-Wegener-Instituts ihre beiden Polarflieger C-GAWI und C-GHGF näher in Augenschein nehmen,
einmal hier: https://www.awi.de/expedition/flugzeuge/polar-5-6.html auch mit Impressionen / Video / Umbau / Techn. Daten und zum Anderen
hier von 2006: https://www.awi.de/nc/ueber-uns/service ... chung.html der Beschaffung und Eingliederung

Beide Maschinen sind in den wesentlichen Parametern identisch,
ihre Wartungsbasis ist, wie schon bei den Vorgängermodellen (Polar-4/ Dornier DO 228) , Bremenhaven, zwischen ihren Messkampagnen.

Gesegnet sei die Unverwüstlichkeit
R.
(Irgendwo im Forum haben wir auch eine rote Polar-IL-14 stehen, es ist doch ein interessantes Einsatzfeld)
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Re: Das DLR in der Erdfernerkundung

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 10. Nov 2018, 21:19

Nur
um das abschließend zu ergänzen (wollte das schon x-mal tun, immer wieder verdaddelt) ~~~ (Irgendwo im Forum haben wir auch eine
rote Polar-IL-14 stehen, es ist doch ein interessantes Einsatzfeld)


- Zumindest noch eine, die zur Pinguin in Orlowka passt, ist die in Archangelsk (leider nur) auf dem Sockel - und ich denke, sie hatte in ihrer Lebensarbeitszeit sehr oft kalte Füße, dickes Öl und hohen Verbrauch an Enteisungsflüssigkeit

IL-14 Polar.png
IL-14 Polar.png (363.27 KiB) 171 mal betrachtet
Entnommen ist die Polar IL-14 der Fotoreportage von Roman Maierhofer "Tupolev Tu-134 – der erste sowjetische Vollblutjet" im Austrian Wings Juni/2014 https://www.austrianwings.info/2014/06/ ... llblutjet/

... und diese Reportage ist schon irgendwo im Forum erwähnt, es ist eine Lektüre, wie für unser Forum gemacht >sup< .
- kleine Abdrift, und damit wieder zurück zu Pinguin und Co. viewtopic.php?f=213&t=1979&p=31942&hilit=Pinguin#p31942

Viele Grüße
Raner
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Re: Das DLR in der Erdfernerkundung

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mi 28. Nov 2018, 22:04

Um von den "Polarfliegern" in den Erkundungsmissionen zurück wieder die "Fern"-Erkundung der Erde durch das DLR einzuflechten, geht der Blick

auf das "Copernikus"-Programm -mit seinen "Sentinel"-Satelliten. Über den Start des Sentinel-3B und den Programm-Überblick
schrieben wir hier: viewtopic.php?f=179&t=2675
Nochmal kurz: Copernicus ist das operationelle Erdbeobachtungsprogramm der EU. Herzstück des Programms sind sechs Satellitenfamilien, die so genannten Sentinels - zu Deutsch "Wächter".
Der erste Sentinel-Satellit hat im April 2014 seine Arbeit aufgenommen. Gegen Ende dieses Jahrzehnts sollen die Missionen Sentinel-4, -5 und -6 starten. Die EU betreibt mit dem Programm satellitengestützte Informationsdienste für Erdoberflächen, Ozeane, Atmosphäre, Katastrophenmanagement, Klimawandel und Sicherheit.

Heute, ein gutes halbes Jahr später, sagt die ESA selbst: Copernicus, das Europäische Erdbeobachtungsprogramm ist im Arbeitsalltag angekommen
Sentinel.png
Aus: https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.a ... lery/32883
Die gewonnen Copernicus-Daten stehen weltweit kostenlos und für jeden zur Verfügung. Sie liefern beispielsweise Informationen über den Zustand der Felder. Landwirte erhalten so aktuelle Aussagen zur Bodenfeuchte, zum Pflanzenwachstum und zum Ertrag.
Der diesjährige "Jahrhundertsommer" 2018 hatte mit Trockenheit der Landwirtschaft zugesetzt und enorme Schäden verursacht. Hier sollen die Satellitendaten wie die aus dem Copernicus-Programms, unterstützend Schäden und Ernteverluste zu minimieren helfen, mittels langfristiger Verfügbarkeit Prognosepläne zu erstellen e.t.c.
Es werden aber auch im Copernicus Satellitendaten von Dritten einbezogen, wie die Daten der deutschen Satelliten

-TerraSAR-X - Deutschlands Radar-Auge im All: https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.a ... allery/350
-TanDEM-X - Die Erde in drei Dimensionen: https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.a ... allery/345
-RapidEye - Optische Erdbeobachtung (Kameras Jena-Optronik) https://www.dlr.de/rd/desktopdefault.as ... read-5336/
wie das DLR anmerkt.

"Ende des Jahrzehnts" kling noch lang, es verbleiben die zwei Jahre 2019 und 2020 mit den ausstehenden 3 Missionen.
Schaun wir mal
R.
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