20 Tausend Satelliten für 5G-Mobilfunk

Kilo Mike Sierra
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20 Tausend Satelliten für 5G-Mobilfunk

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » So 5. Jan 2020, 20:52

Ich habe mich gerade etwas mit der 5G-Mobilfunktechnik, speziell mit deren Weltraumkomponente, beschäftigt und versucht, ihre technischen Folgen abzuschätzen.

In Deutschland soll ja nicht nur die Anzahl der Mobilfunkmasten für 5G von jetzt ca. 90.000 auf 750.000 vergrößert werden. Nein, es sollen dazu innerhalb der nächsten paar Jahre ca. 20.500 5G-Kommunikationssatelliten auf eine Umlaufbahn befördert werden. Das bedeutet, daß auf ein Gebiet von 5 x 5 km ein 5G-Satellit kommen wird.
Inzwischen hat SpaceX den Start von 30.000 weiteren Satelliten beantragt. Das wären dann in der Summe ca. 50.000 neue Satelliten.

Welche Folgen könnte oder wird das haben?

Weltraummüll
Die 5G-Satelliten sind für eine Nutzungsdauer von nur fünf Jahren ausgelegt. Daraus folgt, daß jedes Jahr tausende von Satelliten aus dem Orbit geholt werden müssten, um sie so weit wie möglich in der Atmosphäre verglühen zu lassen. Da ein Teil der Satelliten auch in Umlaufbahnen höher als 1.000 km gebracht werden, bleibt es abzuwarten, ob das von den Betreibern tatsächlich umgesetzt werden kann.
Die Kollisionsvermeidung im Erdorbit dürfte sich zu einem Albtraum entwickeln.

Verschmutzung der Atmosphäre
Jedes Jahr müssen tausende von Satelliten ersetzt werden. Schätzungsweise alle zwei Tage muß dafür eine Trägerrakete gestartet werden, um die Satelliten-Cluster auszusetzen.

Beinträchtigung der astronomischen Forschung
Bereits der kürzliche Start einer SpaceX-Rakete mit 60 5G-StarLink-Satelliten an Bord hat die möglichen Auswirkungen demonstriert.
Zur Zeit läuft ein dreijähriges Forschungsprojekt mit der Dark Energy Camera (DECam) am 4-Meter-Blanco-Teleskop beim Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO) in Chile. Am 18. November 2019 wurde die Arbeit der Forscher erheblich gestört, als alle 60 Satelliten durch das Aufnahmegebiet der Kamera gezogen sind.

Sichtbarkeit des natürlichen Sternenhimmels
Mit bloßem Auge sind ca. 5.000 Sterne sichtbar. Wenn dazu 20.000 (oder sogar 50.000) ebenfalls mit bloßem Auge sichtbare Satelliten kommen, dann werden wir den Sternenhimmel nicht mehr wiedererkennen. Es dürfte dann auch schwierig werden, zu unterscheiden, welches Objekt am Himmel in Bewegung ist und welches nicht.
Wahrscheinlich werden wir den natürlichen Sternenhimmel dann nur noch gegen Mitternacht sehen können, wenn auch die Satelliten-Bahnen im Schatten der Erde sind.
Eine sternklare Nacht wird dann wohl satellitenklare Nacht heißen.
Beim Blick zum nächtlichen Himmel wird uns womöglich schwindlig, denn dort erscheinen dann bis zu drei Viertel aller sichtbaren Objekte in schneller Bewegung zu sein.

Mikrowellenstrahlung
Die Satelliten senden Mikrowellenstrahlung in mehreren Frequenzbändern mittels Richtantennen (Phased Array) zur Erde.
Die Satelliten, die sich in einer höheren Umlaufbahn befinden, senden gebündelte und gepulste Mikrowellen mit einer effektiven Abstrahlleistung von 5,5 Megawatt. Die anderen senden aus niedrigen Orbits mit 0,5 Megawatt.
(Für die Sendeleistungen suche ich noch eine zweite Quelle, die diese Zahlen bestätigt.)
Zusammen mit den unzählbaren Bodenstationen (in Stadtgebieten ca. alle 150 m) und dem Satellitensegment werden wir von jetzt ab 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr von allen Seiten mit gepulsten und gebündelten Mikrowellen bestrahlt - mit einer deutlich höheren Sendeleistung als bisher. Keiner der Verantwortlichen, die all das recht flott genehmigt haben, kennt die gesundheitlichen Risiken dieser Technologie.
Wir sind auch nicht gefragt worden, sondern uns wurden auf allen Kanälen nur die Vorteile von 5G und dem "Internet der Dinge" gepriesen.
Was wird sein, wenn wir in ein paar Jahren feststellen müssen, daß das Erbgut der gesamten Menschheit sowie Fauna und Flora geschädigt worden ist?
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Thomas

Heute schon für irgend etwas sensibilisiert worden?

bluemchen
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Re: 20 Tausend Satelliten für 5G-Mobilfunk

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mo 6. Jan 2020, 13:41

Das aufgeworfene (weil aktuelle) Thema machte mir vermutlich eine unruhige Kopfschmerz Nacht. Es ist so komplex, daß man den richtigen Anfang nicht findet, da alle der angeführten Schwerpunkte vom Weltraum-Müll angefangen bis zur Mw-Strahlung jedes für sich alleine jeweils komplex-eigenständige Themen wären und keine davon haben wir hier in irgendeiner Weise bisher betrachtet.

Keines der Themen ist auch aus dem "Lamäng" [la main] zu diskutieren - adieu Gute Nacht, deren Vertiefung braucht seine Zeit, in der Nacht (zumindest, wenn der Tag mit Trump und anderem Widerwärtigen angefüllt ist)
Um
auf das skizzierte Thema zurück zu kommen, sehe ich vor Augen den Zeitgenossen, der gesenkten Hauptes mit klickenden Daumen auf Kollisionskurs entgegenkommend nicht einmal bemerkt, daß ihm eben ausgewichen wurde!
Braucht der 5 G >frage<
Was ist überhaupt 5G, außer "Zauberwort" und das eine industrielle Anwendung unausweichlich wird.

Dabei ist es schon im Gange, die Formierung des britischen OneWeb-Netzes mit rd. 1000 Sats und Musk´s SpaceX Starlink-Netzes mit früher vorgestellten 4.400, zuletzt erwähnten 11.000 StarLinks auf Perlenschnüren um den blauen Planeten.

Wir wissen auch, Elon Musk ist ein Visionär, und auch Jule Verne kennen wir so, als Visionär. Nur - der hatte keine Milliarden.

Morgen übrigens startet Star-Link 3, bestückt mit weiteren 60 StarLink Satelliten auf Falcon 9, 2x 60 sind seit vorigem Jahr schon oben, damit werden es 120 Stück in operation neben 60 Experimentellen.
- Pro Monat könnten 2 Starts erfolgen, man liegt aber schon hinter dem Zeitplan. Die Tagesproduktion des Erzeugnisses soll 7 Stück betragen.

Ob die Jetzigen 5G-fähig sind, könnte vermutet werden.

5G, ist das vielleicht die Büchse der Pandora?
Soweit mal kurz und noch ein Artikel - aktualisiert am 06.01. in der FR https://www.fr.de/wissen/spacex-satelli ... 70127.html
R.
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Re: 20 Tausend Satelliten für 5G-Mobilfunk

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 8. Jan 2020, 00:49

Im Gegensatz zu Nikola Tesla ist Elon Musk kein Visionär, sondern ein zur Zeit sehr erfolgreicher Investor. Er bewegt Dinge, indem er sehr viel Geld in die Hand nimmt oder einwirbt, um bestehende Technologien durch massenhafte Anwendung anteilig billiger zu machen, was sich in der Regel als sehr gewinnträchtig erweist. So will er unter anderem erreichen, daß man für 100.000 Dollar pro Person auf den Mars übersiedeln kann. Wozu das oder sein Heuschreckenschwarm aus 5G-Satelliten für die Menschheit gut sein soll, das beschäftigt ihn weniger.

Dem verlinkten Video aus dem Artikel der Frankfurter Rundschau entnehme ich, daß die SpaceX-Satelliten wesentlich heller als die meisten Sterne erscheinen. Auch der Videofilmer merkt das in seinem gesprochenen Kommentar an. SpaceX hatte zuvor erklärt, daß Gegenteil sei der Fall. Die im November 2019 gestarteten Satelliten (die im Video zu sehen sind) sind bereits jene, die laut SpaceX eine deutlich verringerte Rückstrahlung (Albedo) haben sollen. Na toll.

Der Überflug in der gesehenen Linienformation ist der Zustand kurz nach dem Aussetzen des Satelliten-Clusters durch die Trägerrakete. Danach werden die Satelliten mittels eigenem Antrieb auf ihre individuellen Umlaufbahnen bugsiert.
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Thomas

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