Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Der Betrieb Verkehrsflug der INTERFLUG GmbH war die eigentliche Fluggesellschaft der DDR.

Moderator: Kilo Mike Sierra

il62flyer
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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon il62flyer » Fr 5. Sep 2014, 21:51

Lebensretter hat geschrieben:Hallo, heute ist der große Tag und wir strahlen die Sendung zur Thematik "Messeflug 1107" bei den "Lebensretter"n um 20.15 Uhr im MDR aus. Gestern im Schnitt haben wir entschieden, dass wir das Flugzeugunglück von 1989 doch nicht in die Sendung nehmen. Ich wünsche allen viel Spaß beim Zuschauen und erwarte schon Eure Kritik, zumal wir bald eine Sendung zur Luftrettung in der DDR planen und ich mich freuen würde, wenn mich vielleicht der eine oder andere hier im Forum unterstützen könnte. Danke! Sven


Hallo Sven, deinem Wunsch entsprechende Kritik zu üben komme ich gerne nach. Ich möchte voran stellen, dass es mein ganz persönlicher Eindruck ist und hier meine Meinung wiederspiegelt: Ohne die näheren Hintergründe zu kennen, bedaure ich es sehr, dass die Entscheidung getroffen wurde die entsprechenden Sequenzen und Beiträge zum Unglück der IL-62M DDR-SEW vom 17.09.1989 zu streichen. Vielmehr hätte ich es begrüßt, wenn die Darstellung über das Pärchen und deren sicherlich dramatisches Erlebnis, dem Schnitt zum Opfer gefallen wäre. Die Mainstory des Beitrags passte in keinem Kontex zu dieser persönlichen Geschichte des Paares. Was sollte das? Vollkommen Unnütz! Es gab überhaupt keinen Bezug zur Storyline und dramaturgisch auch keine Bereicherung zum Hauptthema. Die dokumetarische Aufarbeitung und entsprechende Dramaturgie über das Unglück der TU-134 fand ich vollkommen in Ordnung. Nicht reisserisch oder gar hysterisch. Fakten wurden sachlich dargestellt. Generell hätte diese Ausgabe sich ausschliesslich mit den Flugzeugunglücken, wie z.B. der Aeroflot-Maschine in Bohnsdorf oder wie bereits erwähnt der SEW beschäftigen können. Potential mit entsprechenden Rettern ins Gespräch zu kommen hätte es sicherlich zur Genüge gegeben. Gerade auch in Anbetracht der traumatischen Belastung für die Retter bei und in solchen Situationen, hätte entsprechende Sendezeit eingeräumt werden können. Vieleicht beim nächsten Mal!
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Silbertablett
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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon Silbertablett » Mo 8. Sep 2014, 10:20

Total Deiner Meinung, lb. Il62flyer!
Das Frl. Hoppe hätte besser daran getan, dankend abzulehnen, als man sie zu einer lebensrettenden Augenzeugin erhob und mit ihr halbseidene Interviewabsonderungen aufnahm. Der Drang, ins Fernsehen zu kommen, muss übermächtig sein...

Entschuldigt, liebe Leute, aber mir als ehem. Flugbegleiter geht der Hut hoch bei solchen TV-Beiträgen. Der sicherlich ernsthaft erkrankte Herr Clemens hätte niemals ins Flugzeug steigen dürfen ... sein Egoismus "Ich will nach Hause!" war glatte Transportgefährdung!
Frag mal einer die PAX, die in Mitleidenschaft gezogen worden wären, hätte sich der Zustand des Erkrankten an Bord dramatisch verschlechtert. Eine ganze Crew hätte sich dann um einen (!) PAP kümmern müssen. Das ist nicht im Sinne des (Fliegerei-)Erfinders!

Rund um die Beschreibung des Unfalls der Charlie-Delta bei Leipzig hätte ich einen seriöseren Moderator passender gefunden - Marco Schreyl ist wirklich besser am Rand des Roten Teppichs aufgehoben. Hingegen es war ebenso autentisch wie berührend, wie Herr Leskowitz mit seiner geradlinigen Art jede Effekthascherei vermied, als er seine Erlebnisse schilderte.
Zuletzt geändert von Silbertablett am Di 9. Sep 2014, 12:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon Lebensretter » Di 9. Sep 2014, 11:39

Hallo,
erst einmal vielen Dank für die Unterstützung und auch die Kritik an unserer Sendung.
Zuerst und am leider am wichtigsten für uns: Die Quote war gut, also sind alle zufrieden, zumindest hier.
Ich kann die Kritik von einigen hier im Forum durchaus nachvollziehen. Der Beitrag zur IL-62 fiel den Kosten zum Opfer, hatte also keinen politischen, sondern einfach nur finanziellen Hintergrund. Rechte, Rechte, Rechte...
Den Beitrag über Kimberly Hoppe und Clemens Hagen fand ich durch die Protagonisten gut erzählt. Dass es vom Paar fahrlässig war, trotz der gesundheitlichen Schwierigkeiten von Herrn Hagen in den Flieger zu steigen, ist natürlich richtig, aber das sind nun einmal die Geschichten, die unsere Sendung erzählt. Unsere Notfälle und die daraus resultierenden Rettungseinsätze geschehen eben, weil jemand unbedacht handelt, Fehler macht und so eine Kettenreaktion auslöst.
Unser Hauptbeitrag zum Messeflug lebte natürlich vom Retter Paul Leskowitz, der die Geschichte seines Lebens erzählte und dies so plastisch und sympathisch, wie es vorher noch niemand schaffte. Das Archivmaterial und die nachgestellten Szenen taten ihr Übriges.
Insgesamt gesehen, haben wir für die Sendung viel Lob bekommen, da sie auch als Gesamtwerk funktionierte und die eingeschobenen Nebenstränge keinen großen Bruch verursachten. Jede Art der Kritik, die hier geübt wurde, kann ich nachvollziehen und werde in Zukunft darauf achten, noch genauer zu arbeiten.
Abschließend habe ich noch eine Bitte: Ich werde demnächst auch eine Sendung über die Luftrettung redaktionell betreuen. Wenn jemand Tipps für mich hat, wäre ich sehr dankbar, gern auch per PN.
Danke und viele Grüße aus Leipzig!
Sven
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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Di 9. Sep 2014, 11:49

Hallo Sven,

ich fand den Beitrag insgesamt auch gelungen, gerade im Hinblick auf die Beiträge vpn RTx und Sax-1 oder andere.
Aber der von meinen "Vorschreibern" beanstandete Beitrag war es, der die Qualität etwas getrübt hat. Nicht weil er etwa besonders schlecht war, sondern weil er winfach nicht reinpasste. Der Beitrag des des Paares wäre in einer anderen Folge besser aufgehoben. Ohne Flachs, ich habe mit meiner Tochter geschimpft, weil sie - nach meiner Meinung- ohne zu Fragen umgeschaltet hat, so krass kam mir der Schnitt von einem zum anderen Thema vor. Gut andererseits, wenn man eine Sendung fertig hat und plötzlich muss ein Beitrag gestrichen werden, dass ist nachvollziehbar schwierig.

Für die Luftrettung würde ich dann ein neues Therma eröffnen.
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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon Lebensretter » Di 9. Sep 2014, 12:09

Hallo,

danke für die Kritik, aber auch das Lob. Wo wäre eine Eröffnung des Themas denn am besten geeignet, bin ja nur Semi-Experte. :-)
Danke!

Sven
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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Di 9. Sep 2014, 12:15

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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon Silbertablett » Di 9. Sep 2014, 12:32

Wenn ich darf, würde ich würde so formulieren:
Wenn das Thema einer Reportage "NOTfall im Zusammenhang mit Fliegen" ist, dann sollten die einzelnen Beiträge auch diesem Anspruch gerecht werden.
Der Aircraft-Unfall von 1975 war eine ganz andere Liga als das persönliche Pech des Paares Hoppe & Hagen.
Die Emotionen des Zuschauers wurden mit Einstieg in die Flugunfall-Geschichte hoch angespannt und dann ... kam im Folgebeitrag nichts außer des selbstdarstellerischen Schwadronierens einer jungen Frau, deren persönliche Betroffenheit sicherlich unbestritten ist, deren Schilderungen aber kaum Bewegung beim Zuschauer auslösten. Eher bediente der Beitrag das alte Nervenkitzel-Klischee von der Gefährlichkeit des Fliegens. Haben wir das eigentlich noch immer nötig?! Die Rettung des jungen Mannes erfolgte im Krankenhaus durch das, was Notärzte m. E. täglich tun - nirgends auch nur ein Hauch von Außergewöhnlichkeit oder Einzigartigkeit; der Verlauf war nicht mal tragisch...
Wie bestürzend hingegen die menschlichen Folgen aus dem Unfall in Leipzig und wie bewegend die Erinnerungen auch nach so vielen Jahren. Ich kannte die drei Stewardessen persönlich gut, die eine war jung verheiratet, als sie das Schicksal traf. Dieses Jahr im Oktober wäre sie 65 geworden. Keine Recherche wert gewesen?!
Der Air-Show-Crash von Ramstein wäre, wenn ich mir den Vorschlag erlauben darf, eine ebenso interessantere Wahl gewesen ... oder die Beschreibung der Umstände des LH-Unfalls in WAW ... Der IF-Unfall in SXF (Startabbruch) 1989 nicht minder ebenbürtig in Bezug auf Aussagefähigkeit über menschliches Versagen etc.
Oder stand zu fürchten, dass man vielleicht nicht wollte, dass die Interflug derart in den Mittelpunkt des Beitrages geriet? Auch das, ich lasse mich gerne korrigieren, dürfte bei der Auswahl der Teilbeiträge für einen Redakteur von Belang sein...
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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Di 9. Sep 2014, 13:04

Ich glaube schon, dass es bezüglich des Landeunfalls in Schönefeld tatsächlich eine Frage der Rechte war. Gerade dann, wenn Filmmateriel nur aus einer Quelle stammt, dann kann eine Klärung über mögliche Senderechte sehr schwierig werden.
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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Di 9. Sep 2014, 13:49

Hallo Freunde,
Sven schreibt - die Einschaltquote war gut.
Und das ist wichtig, so sind die Zeiten.
Trotz der TV-Steuer muß darauf geachtet werden Bild

Nun können wir "abtrennen" und woanders zum Thema weiterschreiben
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Re: Akten zum Absturz von Flugzeugen in der DDR

Ungelesener Beitragvon Lebensretter » Di 9. Sep 2014, 14:40

Hallo,
danke für Kritik. Die Quote ist leider der Hauptparameter, der eben auch meinen Arbeitsplatz erhält oder auch nicht. Leider regiert oft die Quantität und nicht die Qualität.
Um noch einmal auf die Kritik einzugehen, uns näher mit den leider verstorbenen Stewardessen zu beschäftigen. Ich habe zur Recherche für die Sendung eine Liste mit dem Großteil der Passagiere und Besatzungsmitglieder, auch der drei Stewardessen, erstellt. Da wir die Lebensrettung in den Fokus stellen, waren die zu Tode gekommenen Personen, für uns redaktionell nicht relevant, da wir die Rettung der überlebenden Passagiere in den Vordergrund stellen müssen. So tragisch der Tod eines Menschen auch ist, für unsere Sendung wäre es einfach ungeeignet. Da sind wir das falsche Format.
Das Unglück von Ramstein wurde von uns nicht genutzt, da wir erst vor ein paar Wochen vom Unglück bei der Flugschau in Eisenach von 2008 berichteten, haben wir eine Dopplung der Themen befürchtet. Ich versuche, die Kritik immer wieder lose zu beantworten. Leider fehlt mir manchmal die Zeit. Also bitte nicht böse sein, wenn mal eine Zeit lang keine Meldung von mir erfolgt.
Viele Grüße
Sven
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