Tu134 / 134A

Moderator: Kilo Mike Sierra

DDA
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Tu134 / 134A

Ungelesener Beitragvon DDA » Mo 18. Dez 2006, 12:21

In der Tu-134 (im FPM Eberswalde Finow) hab ich am Platz des Navigators aund auch zwischen den Ljotschiksitzen ein Sichtgerät eines Radarsystemes gesehen (und aufgenommen). Was war darauf zu sehen?

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Und eine zweite Frage. Ich hab an der Tu-134 die Antennen des Kennungsgerätes gesehen, so daß ich vermute, daß dies Gerät auch in der Maschine installiert war. Allerdings hab ich im Cockpit nicht den aus den militärischen Maschinen bekannten Kode-Umschalter gefunden. So ergibt sich die Frage:
War in zivilen Maschinen dieses Gerät immer im Einsatz (oder nur unter bestimmten Bedingungen)? Und, wenn ja, gab es da auch eine Tabelle, wann welcher Kode zu verwenden sei?
(siehe roter Pfeil)

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Axel
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Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Mo 18. Dez 2006, 15:03

Ich weiss es nicht, meine aber, das das Kennungsgerät nur für den Enstfall vorgerüstet war.
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Ungelesener Beitragvon flugzeug-privat » Mo 18. Dez 2006, 22:03

Genau diese Fragen hatte ich in Merseburg. Entsprechende Technik in der Kabine suchte ich auch vergebens. Beantworten konnte mir keiner was.

Unsere ex 134´er ( SCB ) hatte ebenfalls die Antennentechnik. Aber auch da kein Fund im Cockpit.

Gruß Uwe

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Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Mi 20. Dez 2006, 18:38

Moin Gemeinde,

Das Radar der TU-134 war zwar schlechter als auf der IL-18
aber man konnte noch etwas erkennen: Gewitter,
Bodenziele (Städte, große Seen, Küsten) ... (Mit dem Radar
der IL-18 konnte ich sogar vorausfliegende Aircrafts darstellen!)

habe ich schon irgendwo im Forum beschrieben ! :-?

Habe leider keine Handbücher mehr. Das Radar der TU-134
hatte zwar einen starken Sender aber der Empfänger war "Nix",
die IL-18 hatte einen sehr empfindlichen Empfänger, gute Auflösung
und gute Öffnungswinkel entsprechend der Betriebsart *.


Was ist Kennungsgerät ?
Ziviles Freund-Feind-Gerät ?

Schreiben wir vom Transponder ** (Frage-Antwort-Gerät)wie bei IF verwendet:
(Einführungsdatum vergessen)
Dieser sendet nach Einstellung eines bestimmten Codes
(geschrieben aus der Erinnerung)
Flughöhe, Flugzeugkennung und Gefahrenzustände
(z.B. Code A7500 = Funkausfall, CodeA.... Highjacking, ... Notzustand)

Habe ich das Ziel der Frage erkannt :?: FlieBe.

*1) "Keule" = gebündelter Strahl nach vorne mit Öffnungswinkel von 1,.? grd
2) "Fächer" = geöffneter Strahl nach unten (ground) gebogen nach cosecanssquaredDiagramm :-?

** "Transponder" http://de.wikipedia.org/wiki/Transponder
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Ungelesener Beitragvon flugzeug-privat » Mi 20. Dez 2006, 22:16

@Flieger Bernd

Kennungsgerät

Freund - Feind ist der richtige Vergleich. Radareinheiten bzw. Jagdmaschinen konnten so rauskriegen, ob der sich in der nähe befindliche zum eigenen Lager gehörte oder es ein böser Wicht war. Es wurde ein fester Code von ?????? ( sorry, ist ne Weile her ) eingestellt und der wurde dann abgeglichen, ähnlich dem Wachdienst - Parole Prinzip.

Die Code wurden ständig geändert.

Aber wozu haben wir hier einen orginalen Funker. Axel, kannst Du ergänzen??


Gruß Uwe
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Ungelesener Beitragvon DDA » Do 21. Dez 2006, 15:12

Der Transponder, zu NVA- Zeiten noch "aktiver Antwortgeber" genannt (Klassischer Vertreter SOD-57M), existierte in den Militärmaschinen auch, allerdings noch nicht mit der Fähigkeit, einen "Squawk" einzustellen.

Mit Kennungsgerät meine ich wirklich das, was heute wohl "IFF" (identify friend foe) heißt und in den Maschinen des Warschauer Vertrages meist mit Geräten namens SR(Z)O-x (oder "Chrom Nickel") realisiert wurde. Hier unterscheidet man reine Antwortgeräte oder Geräte mit Abfragefunktionalität. Abfragen konnten nur Maschinen, die zur Bekämpfung von Luftzielen vorgesehen waren, antowrten sollten eigentlich alle (vom Transporter über Bomber bis hin zum Jäger) können.

Das Funktionsprinzip beruht auf dem des sogenannten Sekundärradar (wie auch ein Transponder). Der wesentliche Unterschied zum Transponder besteht darin, daß die Anfrage- und Antwortsequenzen kryptographisch verschlüsselt sind und der Schlüssel mit größerem Aufwand geheim gehalten werden muß. Daher enthielten die Kodierblöcke (Abfrager und Antworter) bis zu Beginn der 80iger Jahre eine Selbstzerstörungsanlage, bestehend aus jeweils zwei bleistiftstarken Sprengsätzen.
Im Zuge der Umrüstung auf den Block 81Ä wurden die Sprengsätze (TAT-8) allerdings entfernt.
Die verwendeten Geräte konnten bis zu 12 verschiedene Impulsfolgefrequenzgruppen abstrahlen, die über den sogenannten Kodewahlschalter selektiert wurden. Der Wechsel der Kodes erfolgte alle 4 (?) Stunden.

Charakteristisch für dieses System waren die recht auffälligen Yagi- Antennen (die "Dreizacke"), die auf das Vorhandensein eines solch Gerätes schließen ließen (ich glaube, frühere Geräte hatten nur einen Zacken). Daher entstand auch die Frage nach der Ausrüstung der Tu134 mit diesem Gerät.

Im Anschluß hab ich noch einmal die wichtigsten Bedienteile des Kennungsgerätes in einer MiG21 markiert. Hierbei bedeuten
  1. Kodewahlschalter, steht zur Zeit im sog. "Ruhekode 5"
  2. Gerätehauptschalter
  3. Antwortlampe, leuchtete, wenn das Gerät auf eine Abfrage von außen reagierte
  4. Sprengkreisschalter, der verplombte Knopf löste die Selbstzerstörung aus (es gab noch zwei weitere Auslöser, den Trägheitsschalter, der bei Beschleunigungen größer 15 g auslöste und der Katapultsitzstart)



Bild


Axel
Zuletzt geändert von DDA am Fr 22. Dez 2006, 00:58, insgesamt 2-mal geändert.
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Flieger Bernd
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Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Do 21. Dez 2006, 20:14

DDA hat geschrieben:Der Transponder, zu NVA- Zeiten noch "aktiver Antwortgeber" genannt (Klassischer Vertreter SOD-57M), existierte in den Militärmaschienen auch, allerdings noch nicht mit der Fähigkeit, einen "Squawk" einzustellen. ...Axel


Genau - Squawk ist das Stichwort, wir bekamen von der Flugsicherung
Anweisung: Squawk A 2346 ( unverbindliches Beispiel) damit uns die Flugsicherung
innerhalb ihrer Abdeckung identifizieren kann. Bei Einflug in einen anderen Bereich
gab es einen neuen "squawk". Es gab auch "neutrale Bereiche" - "Squawk A 2000",
sollte eingestellt werden aber keiner wußte genau was das soll :roll:

A2000: ich habe Transponder an Bord und bin bereit für "SquawkCode"

:idea: FlieBe
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alphakrit
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SRO-Gerät

Ungelesener Beitragvon alphakrit » Do 11. Jan 2007, 04:30

Die TU-134 hatte kein SRO-Gerät eingebaut und wie Henning schon vermutet, war diese "Vorrüstung" beibehalten für den "Ernstfall". Der von Bernd beschriebene Transponder ist eine rein zivile Einrichting, die von den USA (FAA) in den 80er Jahren weiterentwickelt wurde, um die Basis für TCAS zu werden. Einige Länder fordern heute bereits TCAS in ihrem Luftraum. Wird oft auch ACAS genannt. Siehe Bodensee-Zusammenstoß, wo viel über ACAS in den Zeitungen stand. Während der Transponder nur den Fluglotsen bei der Arbeit hilft, haben von TCAS auch die Piloten etwas.
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LongAway
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Ungelesener Beitragvon LongAway » Mo 15. Jan 2007, 22:09

Für unsere bodenständigen:
TCAS, ACAS

http://www.luftfahrt-presse-club.de/fro ... t=86&m=&s=

:idea: LA
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