Zwei deutsche Journalisten an Bord der Tu-144

Moderator: Kilo Mike Sierra

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Re: Zwei deutsche Journalisten an Bord der Tu-144

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Di 26. Feb 2013, 20:32

"Vielleicht"?
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DDR-TKB
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Re: Zwei deutsche Journalisten an Bord der Tu-144

Ungelesener Beitragvon DDR-TKB » Di 26. Feb 2013, 21:10

Mensch Thomas, da hast du ja eine sehr interessante Geschichte ausgebuddelt. Freue mich auf zahlreiche Fortsetzungen :-)
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Kilo Mike Sierra
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Re: Zwei deutsche Journalisten an Bord der Tu-144

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 27. Feb 2013, 19:29

hobby: Herr Tupolew, die Tu-144 war das erste Überschall-Verkehrsflugzeug der Welt. Trotzdem wurde die Concorde wesentlich früher im regelmäßigen Passagier-Liniendienst eingesetzt.

Tupolew: Man muß sagen, die beiden Modelle sind technisch ziemlich kompliziert. Ein Zeitraum von sagen wir zwei Jahren bedeutet da gar nichts. Es zählt nur die Sicherheit, und wir wollen da noch einige Dinge anders machen.

hobby: Zum Beispiel an den Vorflügeln.

Tupolew: Wir haben die Vorflügel, um besonders gute Landeparameter zu erreichen. Bei der Tu-144 bewegen sich diese Daten in dem Bereich herkömmlicher Düsenverkehrsflugzeuge. Die Concorde liegt da viel höher.
...



Zu den höchst interessanten, von Journalisten aber leider nur selten verstandenen Canard-Flügeln der Tu-144 werde ich bestimmt noch ein eigenes Thema eröffnen.

Bild
Tupolev Tu-144 Concordsky by Angle-of-Attack, on Flickr
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Thomas
Seitdem ich die Zeitung abbestellt habe und keine Nachrichten mehr einschalte, bin ich viel besser informiert.

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Re: Zwei deutsche Journalisten an Bord der Tu-144

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 27. Feb 2013, 22:27

Habe das Thema noch mit passenden Fotos ergänzt.
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Thomas
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Re: Zwei deutsche Journalisten an Bord der Tu-144

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mo 4. Mär 2013, 22:43

hobby: Wenn man den bescheidenen Einsatz der Überschallflugzeuge - es sind weltweit nicht mehr als 15 Maschinen, sowohl Concorde als auch Tu-144 - sieht, könnte man meinen, der Überschall-Verkehr wäre tot, ehe er richtig gelebt hätte.

Tupolew: Der Transport entwickelt sich immer auf dem Wege der Geschwindigkeitszunahme, und dennoch ist es nicht so, daß die Geschwindigkeit nur wachsen und wachsen kann. Es gibt da eine Reihe von Faktoren, die diese Entwicklung beeinflußt. Bei den Flugzeugen haben wir die Treibstoff-Frage und auch die Frage des Fluglärms.
...
Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis wir leisere Triebwerke bauen und auch diese Frage lösen können. Ich glaube an die Zukunft des Überschall-Flugverkehrs.

hobby: Ja aber die Gegenwart...

Tupolew: ...
Bis 1990 wird man entweder Unterschallflugzeuge oder eine Kombination aus Concorde und Tu-144 und herkömmlichen Verkehrsflugzeugen benutzen. Meine persönliche Überzeugung ist, daß die Concorde und die Tu-144 mit der Zeit immer mehr Flugstrecken erobern werden.

hobby: Frankfurt-Moskau in einer Stunde?

Tupolew: Ja, sicher, das wäre machbar. Die Probleme laufen sich ohnehin tot. Aber das wird alles nicht über eine Nacht gemacht. Ein bißchen Zeit müssen Sie uns schon geben! Die Anfänge sind jedenfalls gemacht.


Bild
CCCP-77110 Tu-144 cockpit by JaffaPix, on Flickr

Es ist schließlich alles anders gekommen.
Die Tu-144 wurde im Mai 1978 gegrounded - wegen vieler Probleme mit der technischen Zuverlässigkeit im Linienbetrieb und nachdem bei einer Tu-144D Erprobungsmaschine der rechte Tragflügel aufgrund eines Treibstofflecks lichterloh brannte. Sie mußte auf freiem Feld eine Bauchlandung ausführen, was sogar einigermaßen gelang.
Die Concorde wurde im Juli 2000 gegrounded, nachdem es an ihrem linken Tragflügel aufgrund eines Treibstofflecks lichterloh brannte. Die Landung in Le Bourget gelang leider nicht.
In beiden Fällen stellte sich später heraus, daß das Grounding aus technischer Sicht voreilig und unnötig war.
Während man bei der Tu-144 auf den Einsatzbeginn der verbesserten Tu-144D hoffte und bei der Concorde die kritischen Komponenten (Tank und Reifen) verbesserte, siegte in beiden Fällen am Ende doch die nationale Anti-SST-Lobby.
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Thomas
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Re: Zwei deutsche Journalisten an Bord der Tu-144

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Mi 22. Okt 2014, 15:08

siegte in beiden Fällen am Ende doch die nationale Anti-SST-Lobby


Mit dem Blick auf die Ökonomie und Ökologie zu Recht?
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Re: Zwei deutsche Journalisten an Bord der Tu-144

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 22. Okt 2014, 15:45

Im Falle der Tu-144 muß man eigentlich von einem Sieg der politisch unterstützen Iljuschin-Lobby sprechen (Überschall ist out, Großraumflugzeuge sind in). Deren Argumentation war so haarsträubend, da hätte man auch Handball- gegen Fußballmanschaften spielen lassen können.

Die Ökologie der SST-Flugzeuge hat nie irgendwelche Bedeutung gehabt, da sie nur in sehr geringen Stückzahlen zum Einsatz gekommen sind. Da hätte es wesentlich mehr gebracht, ein paar Hundert von mehreren Tausend Kampfflugzeugen stillzulegen.
Das einzige wirklich ungelöste Problem war der Überschallknall, den man je nach Definition auch als umweltschädlich einstufen könnte.

Die (negative) Ökonomie der Concorde ist mit vielen Legenden behaftet und man muß immer aufpassen, wer die Legende erzählt.
Von verschiedenen Air France Kollegen habe ich immer nur eines gehört: Die Ökonomie der Concorde sei nach der Umstellung auf das neue Einsatzprofil (Linie nur noch nach New York, ansonsten nur Charterflüge) sehr zufriedenstellend gewesen. Zudem wäre die Außenwirkung im Sinne von Werbung unbezahlbar gewesen. Die Concorde-Betreiber waren damals die Chefs. Jetzt sind sind sie nur noch ganz gewöhnliche Fluggesellschaften wie hundert andere auch.
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Thomas
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