Restaurierung der Il-14P DDR-SAM

Moderator: Kilo Mike Sierra

Sadowa
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Restaurierung der Il-14P DDR-SAM

Ungelesener Beitragvon Sadowa » Mo 2. Mär 2009, 09:14

Hier mal ein Bild der IL-14 DM-SAM im Tempelhofhangar:

http://berlin-spotter.de/dm-sam.jpg
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EA-Henning
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Re: Iljuschin 14 DM-SAM in Berlin

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Mo 2. Mär 2009, 09:49

Interessant!
Das Flugzeug wurde abgebeizt! Ich kenne das Flugzeug noch in Militärgrün. Weiss jemand, was mit der Maschine werden soll?
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Sadowa
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Re: Iljuschin 14 DM-SAM in Berlin

Ungelesener Beitragvon Sadowa » Mo 2. Mär 2009, 10:35

Die DM-SAM gehört dem Deutschem Museum in Berlin und wird wohl früher oder später restauriert werden ...

Noch ne Foto:

http://www.sxf-spotterlempio.de/IF/il14stored.jpg
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Kilo Mike Sierra
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Re: Iljuschin 14 DM-SAM in Berlin

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Fr 11. Mär 2011, 19:57

Das Kennzeichen dieser Il-14P lautete DDR-SAM.

Das Flugzeug befindet sich derzeit immer noch im zerlegten Zustand auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof und an seiner 2006 begonnenen Restaurierung wird weiterhin fleißig gearbeitet.

Nachfolgend ein Zitat aus dem letzten Rundschreiben an die Mitglieder des Fördervereins des Deutschen Technikmuseums in Berlin (Freunde und Förderer des Deutschen Technikmuseums e.V.):
Um das Flugzeug wieder ausstellungsreif aufbauen zu können,
braucht das IL-14-Team Ausrüstungsteile wie Schalter, Relais,
Lampen, Anzeigegeräte, Funkausrüstungsstücke usw.
Besonders großes Interesse hätten wir an einem Gerätebestand der Fotoausrüstung
und des SRO-Gerätes als Schenkung oder Dauerleihgabe an das Deutsche Technikmuseum.

Falls jemand mit derartigen Teilen helfen kann, so wende er sich bitte an Herrn Heiko Triesch beim Deutschen Technikmuseum (Tel. 030 90 254 0).
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Re: Iljuschin 14 DDR-SAM in Berlin

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 15. Jun 2011, 13:55

Dringend gesucht werden die beiden Luftbildkameras vom Typ MRB-9 und MRB-15.

Natürlich wäre es auch sehr nett, wenn jemand im Raum Eilenburg (wo das Flugzeug jahrelang auf dem Flugplatz Rote Jahne abgestellt war) noch irgendwelche Teile der DDR-SAM im Keller eingelagert hat und sie dem Deutschen Technikmuseum zur Komplettierung der Maschine überlassen könnte.
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Re: Iljuschin Il-14P DDR-SAM in Berlin

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 5. Jul 2012, 12:02

Die Restaurierung der in Dresden gebauten Il-14P (DDR-SAM) des Deutschen Technikmuseums (DTMB) in Berlin macht große Fortschritte. Davon konnte ich mich kürzlich bei einem erneuten Besuch auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof überzeugen.
Dort trifft sich einmal pro Woche eine Gruppe überwiegend ehemaliger INTERFLUG-Mitarbeiter, um das Flugzeug fachgerecht wieder aufzuarbeiten. Den Mitgliedern der Gruppe ist ihr Enthusiasmus für das Projekt deutlich anzumerken. Während die meisten Mitglieder aus dem Bereich Flugtechnik der INTERFLUG stammen, finden sich unter ihnen aber auch ein ehemaliger Tu-134-Pilot der IF und ein Kfz-Meister. Sogar ein gelernter Flugzeugbauer aus den Junkers Flugzeugwerken war Teil der Gruppe, doch der als sehr umtriebig bekannte Arno Cwiertnia ist leider am 18. Januar im Alter von 83 Jahren verstorben.
Die schätzungsweise 20 ständige Mitarbeiter umfassende Gruppe nennt sich selbst „Freunde der Il-14“, aber sie scheinen auch untereinander bestens befreundet zu sein.

Bild
Sachgerecht aufgebockter Rumpf by KOBUS 2C, on Flickr

Die Aufarbeitung des durch Vandalismus schwer beschädigten Flugzeuges hat 2006 begonnen und wird auch im nächsten Jahr noch nicht vollendet sein. Dafür gibt es einfach noch viel zu viel zu tun. Während an Rumpf, Tragflügel-Mittelstück, Motorverkleidung, Fahrwerk sowie an Rudern und Klappen bereits sehr intensiv gearbeitet worden ist, so hat die richtige Arbeit an den Außentragfügeln und den Leitwerken noch gar nicht begonnen.

Die ehrenamtlichen Restauratoren des DTMB haben in all den Jahren kleine Wunder vollbracht, um das Flugzeug wieder in einen fast flugfähigen Zustand zu versetzen. Auf diese kleinen Wunder werde ich weiter unten noch einmal zurückkommen. Eine flugfähige Restauration der Maschine ist mit vertretbarem Aufwand nicht mehr möglich. Einerseits fehlen verschiedene kaum noch beschaffbare Teile, andererseits hat auch die tragende Struktur der Flugzeugzelle bei der Demontage des Tragflügel-Mittelstücks etwas gelitten.

Was die Arbeiten am Rumpf betrifft, so sind inzwischen im Inneren die alten abgeblätterten Farbschichten mühevoll entfernt und frische Farbe aufgebracht worden.
Das Cockpit ist bereits fast vollständig wieder hergestellt worden, obgleich auch dort noch viel Detailarbeit zu leisten ist, z.B. die Erneuerung der grünen Dämmatten.
Die Toilette ist bereits komplett fertig und es brennt dort auch schon wieder Licht.
Erfreulicherweise wird auch das elektrische Bordnetz wieder instandgesetzt, zuerst einmal das 28 V Gleichspannungsnetz. Während die Kabel und ihre Isolation noch in einem guten Zustand sind, so sind die Kabelbäume an vielen Stellen einfach durchschnitten worden.


Hier noch weitere Bilder aus der Tempelhofer Flugzeugwerft:

Bild
Abgeblätterte Farbe, fehlende oder kaputte Teile - So sah es am Anfang überall aus. by KOBUS 2C, on Flickr


Bild
Das überholte Bugfahrwerk wurde probehalber wieder eingebaut. by KOBUS 2C, on Flickr


Bild
Hier sieht es aus wie bei einem D Check. by KOBUS 2C, on Flickr


Bild
Bald kommt der Glaser. by KOBUS 2C, on Flickr


Bild
Cockpit im Juli 2011 by KOBUS 2C, on Flickr

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Cockpit im Juni 2012 - Was für ein Unterschied! by KOBUS 2C, on Flickr


Bild
Wie neu. Oder? by KOBUS 2C, on Flickr
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Re: Iljuschin Il-14P DDR-SAM in Berlin

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 5. Jul 2012, 12:16

Jetzt zu den kleinen Wundern, die ich in Tempelhof gesehen habe.

Die Abdeckungen der Deckenleuchten in der Kabine sind damals in Eilenburg leider alle zerstört worden (siehe Bild im vorhergehenden Beitrag). Da dafür keine Ersatzteile zu beschaffen sind, gehen die Tempelhofer Il-14 Techniker den aufwendigen Weg der Neuanfertigung. Die Form zum Tiefziehen der neuen Lampen ist bereits fertig und wurde mir mit berechtigtem Stolz gezeigt.

A propos Neuanfertigung von Teilen. Die Griffe der Triebwerks- und Propellerhebel waren ebenfalls fast alle demoliert oder entwendet worden. Wenn ihr auf die Fotos vom Cockpit schaut, so seht ihr nagelneue Hebelgriffe, die sich von den Originalteilen bestenfalls im Farbton unterscheiden. Die neuen Griffe wurden aus Billardkugeln gedreht. Fragt mich bitte nicht, wie die Beschriftung der Hebel realisiert worden ist. Das Ergebnis ist jedenfalls überaus beeindruckend.

Bild
Ehemalige Billard-Kugeln mit neuer Funktion im Cockpit by KOBUS 2C, on Flickr


Auf dem Paneel für die Feuerlöschanlage der Motoren und die Verstellung der Luftschrauben in Segelstellung seht ihr zwei transparente Abdeckklappen mit eingravierter Beschriftung. Diese Teile sind ebenfalls Nachbauten, die vielleicht sogar besser als das Original aussehen.

Bild
Neuangefertigte Sicherungsklappen für die Feuerlöschknöpfe. by KOBUS 2C, on Flickr


Wenn ich es richtig verstanden habe, so fehlen im Bereich des Antriebes der Landeklappen wichtige Teile. Einer der Klempner aus dem Fachbereich Zelle der IF hat sich daher intensiv als Konstrukteur, Technischer Zeichner und schließlich als Metallflugzeugbauer betätigt und die wichtigsten der fehlenden Teile aus Flugzeug-Aluminium neu angefertigt. Die Teile sehen aus wie ab Werk, nur leider habe ich vergessen, sie zu fotografieren.
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Re: Iljuschin Il-14P DDR-SAM in Berlin

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Do 5. Jul 2012, 12:21

Meine Hochachtung vor dieser gewaltigen Arbeit. Das Bugfahrwerk sieht ja richtig lecker aus.
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Re: Iljuschin Il-14P DDR-SAM in Berlin

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 5. Jul 2012, 13:28

Was soll ich nur zu den Motoren sagen?
Ich habe noch nie irgendwo historische Flugmotoren in einem besseren Zustand gesehen. Die beiden 14-Zylinder Doppelsternmotoren vom Typ ASch-82T kann man nur als de facto fabrikneu bezeichnen. Einer der beiden Motoren entstammt der Produktion des VEB Industriewerke Karl-Marx-Stadt und wurde durch die Ausbildungsfirma für Luftfahrtberufe TRAINICO in Wildau generalüberholt. Der andere Motor ist aus sowjetischer Produktion und von der Tempelhofer Gruppe selbst perfekt aufgearbeitet worden. (Oder war es umgekehrt?))

Bild
Zwei "ladenneue" 14-Zylinder-Doppelstern-Motoren ASch-82T (à 1.900 PS) by KOBUS 2C, on Flickr


Bild
Schönes Kraftpaket by KOBUS 2C, on Flickr


Bild
"Beweisfoto" by KOBUS 2C, on Flickr


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Auch Technik kann eine Augenweide sein. by KOBUS 2C, on Flickr


Bild
Zylinderköpfe des hinteren Sterns by KOBUS 2C, on Flickr
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Re: Iljuschin Il-14P DDR-SAM in Berlin

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 5. Jul 2012, 14:10

Nicht nur die Il-14 Motoren wurden im VEB Industriewerke Karl-Marx-Stadt hergestellt, sondern auch die Luftschrauben, die Fahrwerke, die Hydraulikanlage und die Triebwerksverkleidung.
Schauen wir uns einmal die restaurierten Teile der Motorenverkleidung an.

Bild
Frische Farbe muß trocknen. by KOBUS 2C, on Flickr


Das sind die beiden Oberteile der Triebwerksverkleidung.

Bild
Fertig zum Einbau by KOBUS 2C, on Flickr


Auch hier findet sich ein Echtheitsbeweis.

Bild
made in Chemnitz by KOBUS 2C, on Flickr


Dieser federbelastete Haken dient zur Befestigung des Oberteils der Triebwerksverkleidung am Motor. Er wurde von jeglicher Korrosion befreit und dann neu eloxiert.

Bild
Ein Neuteil könnte auch nicht besser aussehen. by KOBUS 2C, on Flickr
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