"MiG-Musterkoffer" für die USA ?

Alle zivilen und militärischen Drehflügel-Flugzeugen des Ostblocks alphabetisch nach Hersteller geordnet. Ausserdem einige Flugzeuge von Herstellern aus anderen Gebieten.
Kilo Mike Sierra
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"MiG-Musterkoffer" für die USA ?

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 10. Jul 2008, 16:36

Die deutsche Regierung soll im April 1991 zwei Su-22M-4, eine MiG-29, fünf MiG-23ML und ca. ein halbes Jahr später nochmals zwei Mi-14 (alles ehemalige NVA-Maschinen) an die Regierung der USA übergeben haben.

Ich gehe davon aus, dass diese "Geschenke" in den USA gründlich untersucht worden sind und das auch der eigentliche Zweck der Transaktion gewesen ist.

Wer kann das bestätigen oder weiss etwas über den weiteren Verbleib dieser Maschinen?
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Thomas
Reformation, Renaissance und Aufklärung - soll das alles umsonst gewesen sein? Offenbar ja.

DM-SMD
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Re: "MiG-Musterkoffer" für die USA

Ungelesener Beitragvon DM-SMD » Do 10. Jul 2008, 19:11

Geht es nur um den April 1991?

Ich habe 4 Su-22 gefunden die an die USAF gingen. Zwei weitere gingen an die RAF.
MiG-23ML habe ich 12 gefunden. Diese wurden sehr wahrscheinlich als "reale Feindflugzeuge" (Agressorstaffel) verwendet. Eine ist auf der Tyndall AFB (Florida) ausgestellt, eine weitere im Museum der Nellis AFB (Nevada). Auch eine MiG-23BN ging an die USAF.
Zwei Mi-14 gingen an die US Army. Eine davon als Ersatzteilspender.
Von den MiG-29 ging die 661 am 15.01.1991 an die USAF. Im August 1992 kam sie zurück zur Bundeswehr (29+06).
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Kilo Mike Sierra
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Re: "MiG-Musterkoffer" für die USA

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 10. Jul 2008, 19:59

Die Übergabe der Flugzeuge war nicht wie von mir geschrieben im April 1991, sondern schon kurz vorher am 28. März 1991. Die beiden Mi-14 Hubschrauber sollen am 7. November des gleichen Jahres übergeben worden sein.

An die Red Flag Übungen der Nellis AFB (d.h. mit echten "Feindflugzeugen") habe ich auch kurz gedacht. Die mit MiG-23 ausgestattete Einheit (Red Eagles) soll zu dieser Zeit jedoch schon nicht mehr bestanden haben. Es gibt (gab?) dort auch eine "Test and Evaluation" Einheit, die vielleicht gesteigertes Interesse an dieser Lieferung hatte. Ich denke jedoch, zu dieser Zeit hätten die Amerikaner zumindest die MiG-23 nicht mehr auseinandernehmen müssen - höchstens das eine oder andere Gerät.
Mir ist das ganze Unternehmen jedenfalls so geschildert worden, als wäre es um "Evaluation" gegangen und es sollte am besten niemand davon wissen.

Ich bin allerdings überrascht, dass es noch weit mehr Flugzeuge waren, die den Weg ins Land der damals fast noch unbegrenzten Möglichkeiten gefunden haben. Hoffentlich hat Deutschland sich wenigstens den Zeitwert bezahlen lassen. Wir haben ja auch nichts zu verschenken... :-)
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Thomas
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