UKW-Peiler in der DDR-Flugsicherung?

Auch der Flugsicherungsdienst war unter dem Dach der INTERFLUG organisiert.

Moderator: Kilo Mike Sierra

Bert
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UKW-Peiler in der DDR-Flugsicherung?

Ungelesener Beitragvon Bert » Mo 11. Jan 2010, 23:27

Hallo zusammen,

auf einer Anflugkarte von Erfurt (KGSP/NDB28) vom 22.07.1971, die freundlicherweise von Romeo Victor zur Verfügung gestellt wurde, ist für Erfurt ein UKW-Peiler angegeben (VDF 121.2). Auch auf der Karte von Schönefeld auf http://www.interflug.biz vom 15.03.1961 (z.Z. offline) ist für Schönefeld TWR ein Peiler auf 118.3 genannt. Auf späteren Karten (so ab 1973) sind keine Peiler mehr aufgeführt. Während sonst nahezu jeder Militärflugplatz einen Peiler hatte, scheint es im zivilen Bereich dann keine Rolle mehr gespielt zu haben. Weiß jemand mehr darüber?

Viele Grüße
Bert
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Kilo Mike Sierra
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Re: UKW-Peiler in der DDR-Flugsicherung?

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 13. Jan 2010, 12:40

Diese UKW-Funkpeiler (VDF) waren zu meiner Zeit bei der DDR-Flugsicherung (in den 80er Jahren) schon lange Geschichte.

Die ehemals in Berlin-Schönefeld für VDF verfügbare Frequenz 118,30 MHz wurde später durch "Schoenefeld Precision" für PAR-Anflüge auf die Landebahnen 07L und 25R genutzt. PAR steht für Precision Approach Radar oder Präzisionsanflugradar und erlaubt das präzise "Heruntersprechen" von Flugzeuges auf einem genau definierten Kurs- und Gleitweg, wobei bordseitig außer dem Sprechfunkgerät keinerlei Funknavigationsausrüstung erforderlich ist.

VDF-Anlagen sind jedoch auch heute kein altes Eisen, sondern u.a. auch recht nützlich für die Fluglotsen. Solange der Pilot seine Sprechtaste gedrückt hält, wird auf dem Radarbild der Flugsicherung eine Linie vom VDF-Standort in Richtung des anrufenden Flugzeuges dargestellt. Dem Fluglotsen wird es so wesentlich erleichtert, innerhalb kürzester Zeit zu erkennen, welches seiner Radarziele ihn gerade anspricht.
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Thomas

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist jetzt überraschenderweise auch von der Politik aufgegriffen worden.
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Bert
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Re: UKW-Peiler in der DDR-Flugsicherung?

Ungelesener Beitragvon Bert » Mi 13. Jan 2010, 22:22

Nach Kartenlage gab es übrigens bis Ende der 1970er / Anfang 1980er Jahre auch für die 07R/25L ein PAR. Bert
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Re: UKW-Peiler in der DDR-Flugsicherung?

Ungelesener Beitragvon Radarmechaniker » So 17. Apr 2011, 15:26

Bis ca. 1984 gab es zwei PAR vom TYP RP2E/1 (Bahn1) RP2 E/2 (Bahn 2). Diese waren an den Landebahnen in alle 4 Richtungen verwendbar. Ich glaube 1983 oder 84 wurde dann ein Ersatz PAR RP-4G an der SLB 2 in SXF aufgebaut. Dieses wurde bis zur Wende benutzt und dann demontiert.
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Re: UKW-Peiler in der DDR-Flugsicherung?

Ungelesener Beitragvon Radarmechaniker » Di 26. Jul 2011, 13:50

In Schönefeld gab es einen Peiler Typ ARP-6. Das war ein Gerät aus der damaligen Sowjetunion und stand zwischen der Nachbereichsradaranlage RL- 2D und der Radaranlage OR- 2 neben den Runway Alpha. Der Peiler ging nach Inbetriebnahme des Radarkomplexes AVIA- D/ Koren außer Betrieb. Grund war die Azimut- Ungenauigkeit, die auf den Sichtgeräten der AVIA die, wenn ich mich richtig erinnere , teilweise bis zu 7° betrug. Der Wert ergab sich aus den Toleranzen des Peilers und des Sichtgerätes. Damit war natürlich nichts anzufangen. Der Peiler verfügte über ein 1-KW Notstromaggregat und war relativ leicht zu warten. Wie an alle anderen Anlagen auch, erfolgte eine jährliche Prüfung durch die TPFS- Technische Prüfstelle Flugsicherung, mit Standort in Dresden. Siehe Beiträge zum Messflugzeug an anderer Stelle im Forum.
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Re: UKW-Peiler in der DDR-Flugsicherung?

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 4. Aug 2011, 13:51

Könnte der große Azimut-Fehler vielleicht auch dadurch verursacht worden sein, daß die neue Radaranlage Avia-D/Koren nicht in der Nähe der Peilantenne, sondern ca. 4 km Kilometer südöstlich bei Rotberg installiert wurde?
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Thomas

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Re: UKW-Peiler in der DDR-Flugsicherung?

Ungelesener Beitragvon Radarmechaniker » Fr 5. Aug 2011, 16:26

Es gab die Möglichkeit, den Standort des Peilers an die Radaranlage anzupassen, sozusagen als ein externes Gerät.
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