Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Auch der Flugsicherungsdienst war unter dem Dach der INTERFLUG organisiert.

Moderator: Kilo Mike Sierra

bluemchen
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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 9. Mai 2015, 11:24

Hallo Rexrsph2011 ,
eine sehr interessante Wahrnehmung. Der Bernd wird das Navi-Technisch gleich auseinandernehmen, das ist der Fachmann.

Vorab mal eine andere Vermutung (aber nur) von mir:
Eine Erstlandung bei uns, damals, war sicher ein - sagen wir mal "besonderes Moment" mit besonderen Fluggästen (die ja mehr wollen, als nur Landen).
So wird Condor möglicherweise für die Presse auf die Idee gekommen sein, zunächst einen Medialen Vorbeiflug zu inszenieren. Warum denn nicht, toller Werbegag. Begründung wird natürlich geliefert.
Hätte noch eine zweite Variante im Hinterkopf, evtl. später zu erörtern.

Ansonsten Schönes WE in Dresden und wo auch immer
R.
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Flieger Bernd
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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Sa 9. Mai 2015, 18:06

Rexrsph2011 hat geschrieben: Als Grund wurden die unterschiedlichen Landesysteme (russ.System) genannt. Das müsste doch bei der Flugplanung in MUC berücksichtigt sein, bzw.anderes westliches Fluggerät kam doch auch in Dresden sicher runter.


Stimmt Rex, wer zu hause losfliegt weiß was ihn am Ziel erwartet ! (Jedenfalls sollte es so sein !)
Wenn ich mit dem Landesystem nicht klar komme, muß ich anderes nutzen oder zu hause bleiben.

Noch Anfang der 1980er Jahre war der Platz anstelle eines ILS nur mit einem sowjetischen Landesystem KGSP/KRM für die Landebahn 04 ausgestattet !

Hauptlanderichtung war aber 22
Wir konnten natürlich beide Landesysteme nutzen.

In Schönefeld landete eine Aeroflot auf einem Rollweg - parallel zur Bahn.
Wer weiß was Condor vor hatte - Autobahn ?
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Rexrsph2011
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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon Rexrsph2011 » Sa 9. Mai 2015, 20:47

Danke erste einmal für die Antwort - ich kann mich nur noch an ein Gespräch mit den damaligen Interflugtechnikern im Zugang "C" erinnern, diese meinten, der Pilot wäre mit der metrischen Höhenangabe nicht klar gekommen. Im Westen üblicherweise alles in Fuß, und das war wohl der Knackpunkt . Keine Ahnung wie oft die Piloten der damaligen "Condor" schon im östlichen Einzugsgebiet gelandet waren, aber diese Aussage gibt doch zu denken .

Danach kamen die öfters:
http://www.dresden-airport.de/tycon/pic ... &width=520
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Flieger Bernd
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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » So 10. Mai 2015, 16:28

Rexrsph2011 hat geschrieben:Danke erste einmal für die Antwort - ich kann mich nur noch an ein Gespräch mit den damaligen Interflugtechnikern im Zugang "C" erinnern, diese meinten, der Pilot wäre mit der metrischen Höhenangabe nicht klar gekommen. Im Westen üblicherweise alles in Fuß, und das war wohl der Knackpunkt . Keine Ahnung wie oft die Piloten der damaligen "Condor" schon im östlichen Einzugsgebiet gelandet waren, aber diese Aussage gibt doch zu denken .

Danach kamen die öfters:
http://www.dresden-airport.de/tycon/pic ... &width=520


Stimmt allerdings - feet und Meter sollte man auseinander halten können.
Das "Problem" hatten wir auch, das gehört aber zu einer ordentlichen Flugvorbereitung !

OT
Ich war 10 Jahre wöchentlich 2-3 mal in Moskau.
Jeder Flug wurde trotzdem ordentlich vorbereitet
und die charts nach Veränderungen kontrolliert.
........ und wenn ich einen Platz das erste Mal anfliege
beginnen meine Vorbereitungen (je nach Schwierigkeitsgrad)
Tage vorher.
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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » So 10. Mai 2015, 18:00

Das ganze klingt sehr nach Hörensagen und ist zudem schon ewig her. Das läßt sich somit kaum beurteilen.
Es erscheint mir ziemlich unwahrscheinlich, daß eine Besatzung auf ein zum ILS nicht kompatibles KGSP-System hereingefallen ist. Die Anflugkarten enthalten hierzu alle Details. Außerdem wird die Condor-Maschine von Dresden APP bestimmt nicht für einen ILS 04 Anflug freiggeben worden sein - jedenfalls nicht, solange es ihn noch gar nicht gegeben hat.
Ich möchte noch anmerken, daß die flugsicherungstechnische Ausstattung des internationalen Flughafens Dresden damals sub-standard gewesen ist. Die Anfluglotsen verfügten über kein Sekundär-Radar und hatten somit keine Höheninformation auf ihrem Schirm.
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Thomas

Heute schon für irgend etwas sensibilisiert worden?

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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon Rexrsph2011 » Mo 11. Mai 2015, 21:20

Der Flieger kam über die 22 herein, den Anflug hatte ich live gesehen - und sah sehr abenteuerlich aus. War ja auch nur eine Anfrage an die Experten, wobei ich die damaligen Techniker eigentlich auch dazu zähle :-) Vielleicht wollten die sich auch nur die Autobahn anschauen - wobei die eigentliche Anfluglinie schon etwas anders verläuft.
Viele Grüße aus DD
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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 16. Mai 2015, 19:26

Nochmal zu der Momentaufnahme von Rex, wieweil es lange her ist:

U.U. geht es hier nach der Beobachtung tatsächlich um den "ABA Weixdorf", einen ausgebauten Autobahnabschnitt, vorbereitet für die militärischen Fliegerkräfte.
Der ABA (lag) fast exakt parallel zur 22, endete so in Höhe der Bahnschwelle 22.
In der damaligen Zeit des kalten Krieges sollte es nicht ausgeschlossen sein, den "Anflug" auf den ABA mittels der Zivilnavigation zu testen. Condor-Erstflug könnte eine Gelegenheit gewesen sein. Wann hat (die Auslandsaufkärung) schon einmal diese Möglichkeit pur?
Wäre aber nur ein Gedankenspiel.

Ich war ´89 einmal auf dem Turm zu einer Einweisung, die technische Ausstattung (Sekundärradar ...) ist mir heute nicht mehr erinnerlich.
Es war nur der Flugleiter da, außer Rollanmeldungen vom milit. Teil / Werft und der Annahme der Nachmittagsmaschine aus Budapest war wenig zu tun. Die Frequenz Mo. - Fr. war wohl recht übersichtlich, so 4 pro Tag + der milit. Verkehr der TS-24 / Werft. Ob der zudem vom Gefechtsstand abgewickelt wurde, weiß ich nicht.
Die Wochenenden waren durch die Fluggruppen "FWD" belegt und die hatten erstaunlich wenig Einschränkungen, weshalb etwas Neid mit im Spiel war.
R.
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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Sa 16. Mai 2015, 19:41

Denkbar aber auch:

Pilot ist ehemaliger DDR-Bürger und will sich die Gegend anschauen. hat hier mal eine USAF C-130 in Eisenach gemacht. Die flog recht nahe und sehr tief um die Wartburg. Nach "Hörensagen" war wohl ein Pilot mit früherem Thüringer Hintergrund an Bord. Für diese Aussage gibts aber auch keine Garantie.
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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Fr 5. Jun 2015, 01:34

bluemchen hat geschrieben:...
Der ABA (lag) fast exakt parallel zur 22, endete so in Höhe der Bahnschwelle 22.
In der damaligen Zeit des kalten Krieges sollte es nicht ausgeschlossen sein, den "Anflug" auf den ABA mittels der Zivilnavigation zu testen. Condor-Erstflug könnte eine Gelegenheit gewesen sein. Wann hat (die Auslandsaufkärung) schon einmal diese Möglichkeit pur?
Wäre aber nur ein Gedankenspiel.
...

Was will man denn auf einer nicht genutzen Autobahn-Behelfspiste entdecken? Etwa den "geheimen" Zurolllweg?
Die Offiziere der westlichen Militärverbindungsoffiziere konnten auf der Autobahn nach Lust und Laune hin- und herfahren und fotografieren. Der besagte Autobahnabschnitt ist aus dem Endanflug zur Landebahn 22 bequem einsehbar (auch für Passagiere). Bei einem direkten Überflug wäre die Sicht nach unten sowohl aus Cockpit und Kabine deutlich eingeschränkt. Zudem gab es zu dieser Zeit bereits leistungsfähige Aufklärungssatelliten, die alle paar Tage das Gebiet überflogen und hochauflösende Bilder liefern konnten.
Warum sollte ein Condor-Kapitän seine vier Streifen für so eine sinnlose Unternehmung riskieren?
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Thomas

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Re: Flugsicherungsanlagen am Flughafen Dresden-Klotzsche

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Fr 5. Jun 2015, 01:46

Vielleicht hatte die Condor die Freigabe für einen Sichtanflug* bekommen. In diesem Fall ist die Besatzung für den Flugweg selbst verantwortlich und kann u.a. nach eigenem Ermessen kurven.

*) Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Freigabe für einen Sichtanflug gehört zu haben (zumindest nicht in Berlin-Schönefeld). Flieger Bernd wird es jedoch genau wissen.
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