Mein stiller Abschied von Air Berlin ...

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heiko76
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Mein stiller Abschied von Air Berlin ...

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Mo 11. Sep 2017, 23:24

Es war ein langsames Sterben und das bittere Ende wurde künstlich herausgezögert.
Ich möchte auch nicht die Gründe hinterfragen nach dem Warum?,Wieso?,Weshalb?
Eine eigentlich großartige Airline liegt in ihren letzten Zügen, keine andere Fluggesellschaft hat mein fünfjähriges berufliches Abenteuer Airport "DUS" mehr geprägt wie Air Berlin.

In wenigen Tagen werden die Flüge nach VRA,PUJ,POP,CUN,CUR ... . ex DUS eingestellt und die handvoll US-Flüge werden unweigerlich bald folgen.
Allesamt Destinations wo ich den Großteil meiner TWOV-Paxe geschickt habe

Air Berlin ... Ruhe in Frieden ...

Macht es gut meine Langstreckenmaschinen (D-ALPA,PB,PC,PD,PE,PF,PG,PH,PI,PJ ... XA,XB,XC etc etc) vor den ich immer so sehnsüchtig stand .

Danke liebe ex Kollegen und meine Paxe.

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Romeo Victor
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Re: Mein stiller Abschied von Air Berlin ...

Ungelesener Beitragvon Romeo Victor » Di 12. Sep 2017, 10:07

Air Berlin - auch für Berlin ein Verlust. Ich selbst bin nur 3 oder 4x von TXL nach FRA geflogen, habe Air Berlin ansonsten gemieden. Zuverlässigkeit war nicht so, wie ich es von Lufthansa gewöhnt war und bin. Auch die Taktzahl nach FRA war für Dienstreisen aus TXL ungünstig.
Trotzdem hoffe ich für die Beschäftigen eine komplette Übernahme und ein Management, was nicht wieder mit hohlen Sprüchen/ Programmen daherkommt.
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Re: Mein stiller Abschied von Air Berlin ...

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Di 12. Sep 2017, 12:11

Die Karibik auch gecancelt ...
Wie Romeo Victor schon sagte, nicht nur DUS, sondern auch, oder gerade auch, gehörte die Flotte zum TXL-Bild, hauptstädtisch eben. Einfach als Bild für die Welt. Schon deswegen unverständlich, Gründe hin oder her.

Das danach auch TXL sterben wird, werden die Berliner zu verhindern wissen, bin ich mir sicher. Irgendwo muß sich Berlin doch selbst treu bleiben. Welche Plätze gab es nicht schon hier - Johannisthal / Berlin-Staaken / Gatow / Tempelhof ...
Auch wenn Merkel ins gleiche SchließHorn trötet,
mit den trotzigen Berlinern wird sie nicht rechnen und das sollte ein (weiterer) Fehler sein.
R.

- Romeo Victor wird doch gestern einen ordentlichen Schluck auf die Gesundheit und das Flugwesen genommen haben >grins< Herzlichen Glückwunsch hinterher!
R.
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Re: Mein stiller Abschied von Air Berlin ...

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Di 12. Sep 2017, 18:54

Dann "beflügelt" Air Berlin den Streit auf´s neue - Tolles Bild

317409917.jpg
Quelle: https://de.sputniknews.com/gesellschaft ... er-misere/

Elmar Giemulla Honorarprofessor für Luftverkehrsrecht an der Technischen Universität (TU) Berlin kritisierte die immer wieder verschobene Eröffnung:
„Das Zutrauen an die Planer des BER, dass sie noch in absehbarer Zeit eine Erweiterung des Hauptstadtflughafens hinbekommen, ist gleich Null. Aus diesem Grund muss Tegel, von mir aus als Notlösung bezeichnet, offen bleiben.“ 
Und:
Das Argument für die Schließung des TXL ( ein Forschungs- und Industriepark der Hauptstadt ) findet der Experte Giemulla „befremdlich“: „Man muss sehen, dass wir schon einen Flughafen haben, für den kein Nutzungskonzept besteht. Warum braucht es zwingend das Gelände von Tegel für die Stadtentwicklung, wenn das Gelände für Tempelhof nur so in der Stadt liegt und keiner weiß, was man damit machen soll.“

Noch Fragen?
R.
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Re: Mein stiller Abschied von Air Berlin ...

Ungelesener Beitragvon Lancano » Di 12. Sep 2017, 19:46

Ich bin sauer, da werden Steuergelder zur Rettung einer Airline aufgewendet, die völlig überschuldet ist und noch nicht mal über ausreichend Sichherheiten verfügt. Aber die Interflug könnte man damals nicht retten?

Trotzdem tun mir Die Angestellten Leid. Denn diese können am wenigsten dafür dass das Führung auf gesamter Linie versagt hat.
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Re: Mein stiller Abschied von Air Berlin ...

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Di 12. Sep 2017, 23:04

Die INTERFLUG wollte man nicht retten.
Unter anderem wollte man zwei staatliche Fluggesellschaften Lufthansa und INTERFLUG nicht parallel betreiben, wofür ich sogar Verständnis habe.
Die Zerschlagung der INTERFLUG hat sich am Ende für die Lufthansa gelohnt. Das war nicht alles schlecht, aber für sehr viele Mitarbeiter war es hart und das Ende ihrer Tätigkeit in einem Luftfahrtberuf.
(Und die Pleite der Pan American Airlines kam leider auch zum falschen Zeitpunkt - zu früh.)

Air Berlin war für mich eine nahezu unbekannte Fluggesellschaft. Sie flog zwar übers Haus (Berlin-Paris in großer Höhe), aber ich habe sie nirgendwo in der Welt auf einem Flughafen zu Gesicht bekommen. Als ich mich mit dem leisen Dahinscheiden der von mir sehr geschätzten LTU beschäftigt habe, erfuhr ich, daß sie ein wesentlicher Teil der Air Berlin geworden war und zumindest ihre Farben (Rot und Weiß) in ihr fortlebten. Auch die Deutsche British Airways (was für ein absurder Name), später Deutsche BA (kaum besserer Name) und am Ende die DBA (ein Name ohne Gesicht) ging auch in der Air Berlin auf. Daher sehe ich die Air Berlin als eine Art von Friedhofspflanze an, die auf den Trümmern von zwei anderen Fluggesellschaften errichtet worden ist. Sie hat sich jedoch einen Namen gemacht, zudem ihr (schon wesentlich länger existierender) Name wesentlich geschickter gewählt war als diese nichtssagenden Kombinationen aus drei Buchstaben. Derartiges können sich nur wirklich lang etablierte Firmen leisten wie KLM oder ČSA (ähnlich wie IBM, VW oder BMW).

Die medial immer wieder hochgeschriebenen Übernahmen durch die ach-so-tollen Golf-Fluggesellschaften sind meist das Totenglöckchen der derartig beglückten Fluggesellschaften. Es geht diesen Firmen nur um Beseitigung von Konkurrenz und Übernahme der Streckenrechte.
Wenn ich mich richtig erinnere, wurde Air Berlin auch diesen Machtspielen geopfert. Damals wäre der Zeitpunkt gewesen, wo der Staat hätte helfend eingreifen können, aber da ist ja die EU-Kommission vor. Dieser demokratisch nicht legitimierte Verein hat irgendwie keine Probleme damit, den Ausverkauf der EU-basierten Unternehmen zu befördern. Begründet wird das immer mit Kartellrecht und "illegaler" staatlicher Subvention. Es ist die Aufgabe des Staates, wenn möglich Schaden von der einheimischen Wirtschaft abzuwenden.
Damit möchte ich nicht der Verstaatlichung von Verlusten das Wort reden. Das behagt mir auch nicht. Man sollte jedoch nicht vergessen, daß Air Berlin seine Steuern in Deutschland gezahlt hat. Innerhalb vernünftiger Grenzen sollte daher ein öffentliches Interesse am Erhalt dieses großen Unternehmens bestehen.

Wollen wir es wie die Schweizer Regierung machen? Diese hat dem Untergang ihres Vorzeigeunternehmens Swissair tatenlos zugesehen. Für mich ist damals die gesamte Schweiz untergegangen. Die Schweiz ist ohnehin nicht mehr wiederzuerkennen.

Ich wünsche mir, daß Air Berlin weiterbestehen kann, auf die derzeit profitablen Linien geschrumpft wird und nicht an ausländische Interessen verhökert wird. Bei der gegenwärtigen Regierungskoalition, deren Leitmotiv politische Verantwortungslosigkeit in einem bisher nicht gekannten Maße ist, habe ich jedoch keine Hoffnung, daß sie mehr als ein paar Lippenbekenntnisse zustande bringt oder gar der Einmischung aus Brüssel die Stirn bietet.
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Thomas
Reformation, Renaissance und Aufklärung - soll das alles umsonst gewesen sein? Offenbar ja.

Romeo Victor
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Re: Mein stiller Abschied von Air Berlin ...

Ungelesener Beitragvon Romeo Victor » Do 14. Sep 2017, 08:41

@ Blümchen
vielen Dank für deine Wünsche, gefeiert wird jetzt am Sonnabend.
Fliege heute Abend wieder nach Hause - mit LH :), hatte zufällig gesehen, dass AIR Berlin auch die Frankfurt Flüge streicht.
Wie auch immer, meine Gedanken und Wünsche sind bei den Mitarbeitern von Air Berlin.
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