Räuberpistolen aus der Luftfahrt-Berichterstattung

Einfach mal quatschen

Moderatoren: Flieger Bernd, EA-Henning

Kilo Mike Sierra
Administrator
Administrator
Beiträge: 3903
Registriert: Do 20. Okt 2005, 18:36
Postcode: 1189
Wohnort: Deutschland
x 38
x 125
Kontaktdaten:

Re: Räuberpistolen aus der Luftfahrt-Berichterstattung

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mo 20. Nov 2017, 01:12

Das ist schlimmer als eine Räuberpistole.

Kuwait Airways hat es abgelehnt, einen israelischen Staatsbürger auf einem Flug von Frankfurt nach Bangkok zu befördern, weil ein kuwaitisches Gesetz dies verbietet. Ein deutsches Gericht hat nun die Diskriminierungsklage des Israelis abgewiesen. Dieses Urteil sendet ein fatales Zeichen der Unterwerfung unter den staatlichen Antisemitismus eines anderes Landes. Ich kann allerdings nicht beurteilen, ob das Urteil formaljuristisch korrekt ist und somit unumgänglich war.

ABER, ich erwarte, daß unser Verkehrsministerium Kuwait Airlines wegen Verstoßes gegen ein deutsches und EU-Gesetz (Allgemeine Beförderungspflicht) die Landerechte für Deutschland mit sofortiger Wirkung entzieht.

Dieser Fall wäre eine ideale Gelegenheit für unsere Regierung, um zu demonstrieren, daß sie noch halbwegs handlungsfähig ist.
Wo wir schon bei der Handlungsfähigkeit und ihrer Demonstration sind - die EU könnte natürlich sofort mitziehen.

Hinweis an unseren Verkehrsminister: Die USA und die Schweiz haben sich von Kuwait Airways nicht vorführen lassen.
0 x
Thomas
Seitdem ich die Zeitung abbestellt habe und keine Nachrichten mehr einschalte, bin ich viel besser informiert.

EA-Henning
Administrator
Administrator
Beiträge: 5561
Registriert: So 24. Okt 2004, 18:26
Postcode: 99817
Country: Germany
Skype-Name: EDGE-Henning
Wohnort: DE 99817 Eisenach
x 249
x 34
Kontaktdaten:

Re: Räuberpistolen aus der Luftfahrt-Berichterstattung

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Mo 20. Nov 2017, 01:27

KMS: wollen wir wetten? Eher bedient Interflug wieder Havanna!
0 x
Flieger sterben nicht, sie fliegen nur höher!

bluemchen
Moderator
Moderator
Beiträge: 2229
Registriert: Mo 29. Dez 2014, 23:56
Postcode: 12685
Country: Germany
Skype-Name: ir.blum
Wohnort: Berlin
x 57
x 164
Kontaktdaten:

Re: Räuberpistolen aus der Luftfahrt-Berichterstattung

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mo 20. Nov 2017, 01:39

Thomas, das ist sehr schön und sehr nötig, daß Du diese Räuberkanone her in den Mittelpunkt stellst.

Ich sage noch etwas: Ich träume gern mit Dir, denn die deutsche Politik-Verwaltung unter der Kanzlerin wird einen Teufel tun, hier einzuhaken.
Ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren, um das Gegenteil feststellen zu können.

R.
0 x
*Träger der Roten Mainelke und des aberkannten Status GDR, gedient in Fremden Streitkräften*

Kilo Mike Sierra
Administrator
Administrator
Beiträge: 3903
Registriert: Do 20. Okt 2005, 18:36
Postcode: 1189
Wohnort: Deutschland
x 38
x 125
Kontaktdaten:

Re: Räuberpistolen aus der Luftfahrt-Berichterstattung

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mo 20. Nov 2017, 15:33

Ihr Pessimisten!
Unser aller Monarchin ist in der Vergangenheit nicht müde geworden, auf Deutschlands besondere historische Verantwortung* für Israel hinzuweisen. Es wird ihr ein inneres Bedürfnis sein, hier ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen und den Aufstand der Anständigen zu fordern.

Neh, das glaube ich selbst nicht. Leider.


*) Wobei sie nicht zu wissen scheint, daß die Gründung Israels schon Jahrzehnte vor dem Holocaust beschlossene Sache gewesen ist. Als der Staat Israel dann 1948 gegründet worden ist, geschah das ohne deutsche Mitwirkung oder Unterstützung. Anstatt sich immer wieder in dieser hohlen Phrase zu ergehen, sollten Merkel und Co. korrekterweise von der besonderen historischen Verantwortung für den Holocaust sprechen. Für den Staat Israel und seine Innen- und Außenpolitik tragen weder Deutschland noch irgendein anderer Staat, außer Israel selbst, die Verantwortung.
0 x
Thomas
Seitdem ich die Zeitung abbestellt habe und keine Nachrichten mehr einschalte, bin ich viel besser informiert.

bluemchen
Moderator
Moderator
Beiträge: 2229
Registriert: Mo 29. Dez 2014, 23:56
Postcode: 12685
Country: Germany
Skype-Name: ir.blum
Wohnort: Berlin
x 57
x 164
Kontaktdaten:

Re: Räuberpistolen aus der Luftfahrt-Berichterstattung

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Fr 24. Nov 2017, 19:57

Da fiel mir justamend diese Meldung dazu nochmal in die Finger:

Antisemitismo en Kuwait Airways vom 18.11.

https://airgways.com/2017/11/18/antisem ... t-airways/
(oben spanisch, unten englisch)

Ein Lob an Uwe Becker, dem Frankfurter Bürgermeister für seine klaren Worte. Nur sitzt er eben in Frankfurt ... und nicht in Berlin.
Und die in Berlin haben derzeit mit ihren selbst eingebrockten Murks in der Merkel´schen Politikverwaltung zu tun, als sich um Landerechte für antisemitische Airlines zu kümmern.
Außerdem ist das Denkmal Antisemitismus in der Hauptstadt groß genug, der klagende Student sollte es besuchen und damit zufriedengestellt sein - denkt vielleicht die Politik .
Ich denke, er sollte keine Ruhe geben - siehe NY und Schweiz
R.
0 x
*Träger der Roten Mainelke und des aberkannten Status GDR, gedient in Fremden Streitkräften*

Kilo Mike Sierra
Administrator
Administrator
Beiträge: 3903
Registriert: Do 20. Okt 2005, 18:36
Postcode: 1189
Wohnort: Deutschland
x 38
x 125
Kontaktdaten:

Re: Räuberpistolen aus der Luftfahrt-Berichterstattung

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Fr 17. Aug 2018, 22:21

Ein amerikanischer Luftfahrtjournalist hat einen Artikel zu der kürzlichen Tragödie des Horizon-Air-Mitarbeiters geschrieben, der in einem Anfall von Verzweiflung (suizidal) eine Art von "Spritztour" mit einem Passagierflugzeug vom Typ Bombardier DHC-8 unternommen hatte, die tödlich endete.
Mit seinem Artikel ist ihm eine unglaubliche journalistische Entgleisung gelungen, die ich selbst 2018 nicht für möglich gehalten hätte. Er beweist seine unglaubliche Respektlosigkeit vor dem noch nicht einmal beerdigten Toten, indem er das Geschehen als Grundlage für ein schmieriges Propagandastück mißbraucht.

Nein, es ist nicht die diskussionswürdige Schlagzeile "Wenn Bodendienstmitarbeiter Flugzeuge stehlen", die ich hier kritisiere. Es ist die paranoide Assoziation der privaten Tragödie eines guten Kerls mit einer überaus schmutzigen politischen Agenda - und die damit einhergehende Geringschätzung seiner Leser.

Im letzten Absatz seines Artikels mutet der Autor des Artikels seine Lesern folgende Ungeheuerlichkeit zu:
Es ist noch nicht genau bekannt, welche bestehende psychologische Probleme Russell gehabt haben könnte, aber im Verlauf seiner Gespräche mit den Fluglotsen brachte er rassistische Ressentiments zum Ausdruck."

Hier der entsprehende Auszug aus dem Dialaog:
Richard Russell: "Hey, glauben Sie, daß wenn ich das [Flugzeug] erfolgreich lande, daß Alaska [Airlines] mir eine Anstellung als Pilot geben würde?"
Fluglotse: "Also, ich denke, daß sie Ihnen auf jeden Fall einen Job geben würden, wenn Sie das hier durchziehen [und landen]."
Richard Russell: "Ja, bestimmt! Neeh, ich bin doch ein Weißer."

Für den Verfasser ist dieser auflockernde Scherz (über die real existierende "positive Diskriminierung") ein Ausdruck von Rassismus.

Doch nun übertrifft er sich noch um ein Vielfaches. Unmittelbar nach diesem geistig umnachteten Rassismusvorwurf gelingt dem Autoren die Potenzierung des Schwachsinns. Er schreibt
Mutwillige Gewalttaten durch weiße Männer, die rassistische Wut in sich nähren, sind während der Trump-Regierung, die sich dem weißen Nationalismus und einer offen rassistischen Politik verschrieben hat, auf dem Vormarsch.

Finde den Fehler!

Wovon schwadroniert dieser "Journalist"?!
Richard Russell hat keine Gewalttat begangen und auch nicht mit Gewalt oder gegen irgend jemand gedroht, sondern über Funk sogar ausdrücklich erklärt, daß er niemandem schaden wolle.
Man muß ein sehr erbärmlicher Journalist sein, wenn man trotz all dieser überaus leicht zu recherchierenden Fakten, diese persönliche Tragödie für eine höchst zweifelhafte politische Agenda mißbraucht.

Das schöne an dieser journalistischen Fehlleistung ist, daß sie so extrem offensichtlich ist.

Hier ist der Link zum Originalartikel.


Besagter Luftfahrtjournalist hat damit seine eigene Arbeit, u.a. mehrere interessante Beiträge zum Absturz der Air France über dem Atlantik und zum Verschwinden der Malaysian Airlines 777, völlig entwertet.
Wie tief kann ein Journalist sinken ... oder war er nur ein Propagandist?
0 x
Thomas
Seitdem ich die Zeitung abbestellt habe und keine Nachrichten mehr einschalte, bin ich viel besser informiert.


Zurück zu „Briefing-Room“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste