Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Einfach mal quatschen

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heiko76
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Sa 29. Apr 2017, 22:08

Oh mein Gott wie die Zeit rennt ... schneller als eine TU-144 fliegen kann ...

Ewig und drei Tage wollte ich meinen Beitrag hier mal weitführen aber zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, es war aus privaten Gründen nicht eher machbar und zum anderen brauchte ich dann doch noch etwas mehr Distanz zu all dem erlebten als gedacht.

Jetzt aber bin ich an einem Punkt an dem ich meinen persönlichen Frieden mit DUS gefunden habe. All das negative, die unzähligen Zusatzdienste,der permanente Stress,das ewig klingelnde Dienst-Telefon,die ständigen “Standart Antworten “geht uns nichts an” und “damit haben wir nichts zu tun” etc etc ... alles ist endgültig in Düsseldorf geblieben.
Ich habe mir aber auch die Frage gestellt,wie geht es weiter mit dem Beitrag. Macht es Sinn weiter über Problematiken ,die Abläufe die eigentlich für Aussenstehende ohne die interne Infrastruktur zu kennen nicht nachvollziehbar sind, zu schreiben. Was bleibt dann noch übrig um das Thema anständig zu einem Ende zu führen.

Ich kann Euch beruhigen ... es sind die vielen positiven Erinnerungen, die Erinnerungen an “meine Passagiere”.
Mal ganz grob geschätzt waren es in den 5 Jahren ca 20000 Passagiere (wahrscheinlich aber mehr) welche eine Unterstützung im Rahmen der Transit without Visum Procedure am Flughafen, benötigten und betreut werden mussten.
Ein Teil der Passagiere war zwar "da" aber doch irgendwie "no show", bei einigen der betreuten beschränkte sich der Smaltalk auf ein “Hello” und “Bye” und doch gab es auch intensivere Kontakte die im Herzen und Gedanken hängen geblieben sind. Und genau von diesen Begegnungen möchte ich nun Stück für Stück berichten.

Doch bevor ich damit beginne, möchte ich noch etwas dazu etwas erklären.

Alle meine Passagiere hatten die verschiedensten Nationalitäten,Hautfarbe und waren unterschiedlichsten Glaubens. In aller erster Linie waren es für mich Menschen . Menschen mit Träumen,Wünschen,Hoffnungen aber auch Sorgen und Problemen. Es gab für mich nie einen Unterschied zwischen Schwarz oder Weiss bzw. Moslem oder Christ. Jeder bekam die gleiche Aufmerksamkeit und Hilfe im Rahmen des mir Möglichen und manchmal darüber hinaus.

Jeder einzelne sollte sich trotz der Procedure am Flughafen Düsseldorf – wohl fühlen, verstanden und vor allem in guten Händen wissen.
Diesen Standpunkt vertrete und verteidige ich (auch auf Grund der aktuellen Entwicklung in der Welt) bis heute und er wird auch mein weiteres Leben prägen.
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heiko76
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon heiko76 » So 30. Apr 2017, 22:19

Wenn ich mich an alle meine Einsätze zurückerinnere, dann waren mir jene in die auch Kinder involviert waren am liebsten.
Bei diesen Einsätzen war die gesamte Atmosphäre und der Umgang stets lockerer als bei allein reisenden Erwachsenen und dieser Umstand machte die Abwicklung der Procedure für beide Seiten bedeutend einfacher.

Im Regelfall lief die Aufnahme der TWOV-Passagieren immer so ab:
Entweder bekam ich einen Anruf von den Beamten der entsprechenden Einreisekontrolle oder ich hatte durch die Airlines schon eine Information und wartete vor Ort an den Einreisekontrollstellen.
Ich lies mir kurz den Reisepass aller Passagiere zeigen um die Namen abzugleichen und die Tickets, um auch sicher zugehen das sie auch und vor allen mit "wem" weiter reisten.

An dieser Stelle fand ich es immer sehr wichtig den Passagieren ihre Dokumente sofort wieder auszuhändigen auch wenn mir diese z.B. von der BuPol überreicht wurden. Zum einen konnten sie mit diesen so oder so nicht einreisen zum anderen war für mich der Gedanke selber in einer solchen Situation zu sein und in einem fremden Land zu stehen und keine Papiere bei sich zu haben, sehr schrecklich. Viele meiner Kollegen (auch die vom PRM Service) handhabten das anders aber ich sah keine Notwendigkeit darin die Pässe bei mir zu behalten.

Wie unterschied sich das nun zu den Einsätzen mit Kiddis?

Nun versuchte ich mich ein wenig in die Denkweise und Ängste eines Kindes in solch einer Situation hinein zu versetzten. Man reist mit Mama und Papa um die halbe Welt und irgendwo an einem Airport in einem fremden Land heißt es plötzlich Stopp. Möglichst noch von einem übelgelaunten Beamten der bedrohlich aus seiner Kontrollbox schaute und um sich herum hunderte fremde Menschen die drängeln und schubsen, dazu die eigenen Eltern nervös aufgeregt und völlig überfordert mit der Situation …

In diesem ersten Moment der Aufnahme der Passagiere, waren die Eltern erst einmal zweitrangig. Auf Augenhöhe wurde zunächst der Nachwuchs begrüßt. Ich stellte mich vor und dann gab es einen Händedruck meistens auch ein High-Five. Eine Beförderung zum Assistenten bzw. Second Officer oder dgl. dessen Hilfe ich unbedingt brauche, löste sämtliche Ängste in fast allen Fällen binnen Sekunden auf. Dann erst widmete ich mich den Eltern (die sehr oft an diesem Punkt schon dankbar waren) und wir gingen zusammen den vorgeschriebenen Weg der Procedure.

An richtig perfekten Tagen machten an neuralgischen Punkten in dem gesamten Ablauf auch noch Kollegen ihren Dienst denen das Wohl der Kinder ebenfalls am Herzen lag.
Welches Kind sieht es schon gerne wen der Lieblingsteddy in einer Röntgenanlage verschwindet und je nach den Umständen durfte es dann auch ein Blick auf den Bildschirm werfen. Natürlich mit dem medizinischen Befund das der Teddy noch kerngesund ist.
Selbst an der Dokumentenkontrolle bei Lufthansa, viele hatte leuchtende Augen und waren stolz wie Oskar das sie die Reisepässe der gesamten Familie dem Kollegen geben durften und von ihm auch wieder überreicht bekamen (sehr oft sogar in der entsprechenden Landessprache !).

Selbst an bestimmten Gates einiger Airlines wurden meine kleine Gäste voller Respekt behandelt,durften hinter Kulissen schauen, auf dem CheckIn Stuhl Platz nehmen, etc etc.

Selbstverständlich saßen „meine“ Kiddis auch beim Transfer zwischen den Terminals mit dem Auto, in der Regel (etwas abhängig vom Alter) immer in der ersten Reihe. Auf der Fahrt von Terminal C nach Terminal A (und umgekehrt) gab es die „große Runde“ um das Terminal B herum und war mal was Interessantes auf dem Vorfeld , wie das einrollen einer Maschine und die Zeit erlaubte es … gab es auch mal einen kurzen Stopp um das ganze aus der Nähe zu beobachten.

Alle Eltern waren nach Abschluss so dankbar,unzählige Umarmungen von den Muttis und aufrichtige "Thank you so much for you help" von den Papas - man konnte sie gar nicht mehr zählen. Für mich war es aber immer mehr wert als das schnöde Trinkgeld dem meine Kollegen beim PRM Service hinter her hechelten.

Soviel erst einmal dazu … die richtigen speziellen Erinnerungen gibt es dann demnächst hier.
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mi 24. Mai 2017, 11:46

Mal was für heiko76 aus der DUS Region - die Lustigkeit ist eher zweigeteilt:

Das muß man sich verinnerlichen -
- Aufmerksame Passagiere haben in einem von AirBerlin gecharterten Flugzeug von Düsseldorf nach Stuttgart am Dienstag ein Loch im Rumpf entdeckt
Nachdem die Passagiere ihre Plätze einnahmen, hätten sie die Crew alarmiert, weil sie auf ein Leck im Flugzeugrumpf aufmerksam geworden waren.

Es handelte sich hierbei um eine ATR 72 im Subcharter(!)
Ts ts ts
Nee, das muß jeder selbst lesen:

http://www.express.de/duesseldorf/crew- ... D8Jz1mgZ5N
:-joy: Typisch Bud Spencer, er grüßt uns genau an dieser Stelle >grins<
Und wat sacht unser Ex-DUSer Heiko dazu?
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Mi 24. Mai 2017, 20:12

bluemchen hat geschrieben:Und wat sacht unser Ex-DUSer Heiko dazu?


In der Rheinischen Post schrieb man heute morgen von einem großen Loch in der Tragfläche. Sieht auf dem Foto vermutlich aber eher "nur" nach Triebwerksverkleidung" aus - oder?


Zu der Argumentation das die Flieger doch von der Crew gecheckt werden müssen ist ja soweit richtig nur dies geschieht gerade bei kurzen Turn-Around Zeiten ja meist direkt nach der Landung. Mich würde hier nicht wundern wenn dies während der Beladung geschehen ist. All zu oft habe ich gesehen mit welcher Motivation und Gedankenlosigkeit in DUS agiert wird und ob ein Ramper, welche hier am Flughafen wirklich keinen leichten Job haben ,das im Streß sofort sieht ist fraglich (aber natürlich nicht entschuldbar im Ernstfall)

Am Ende sicherlich die vernünftigste Entscheidung die Maschine stehen zu lassen aber mal ganz ehrlich, ins Detail darf man bei keinem Flugzeug gehen die so auf diversen Flughäfen stehen.

In diesem Sinne einen schönen HIMMELFAHRT-Tag
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 20. Jan 2018, 00:25

Für heiko meine ich, es ist ein schönes Bild

DUS.png
Quelle: HvdH-Plane-Spotter vom 18.01.

Die "Friederik´schen" Umstände sind es weit weniger: https://www.youtube.com/watch?time_cont ... KBI_bVFSfs

Auch wenn der Zoom das Geschehen zu übertreiben neigt - die Jungs haben sich da was getraut ...
Danke an HvdH für diesen nicht ungefährlichen Spottereinsatz
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Sa 20. Jan 2018, 01:50

Einen Regenbogen genau auf die Landebahn platziert zu bekommen ist schon ein Glücksfall.
Dieses Sturmtief, was örtlich Orkanstärke erreichte, war kein Hurrikan - das sind tropische Wirbelstürme.

Beim Anblick der Eurowings Q400 frage ich mich, ob das ein stabiler Anflug war. Allerdings "übertreibt" ein Teleobjektiv die Schwankungen ganz gehörig. Vielleicht war es nur halb so schlimm, wie es aussah.
Nur warum ist man bei der Vorhersage überhaupt in Bologna gestartet?
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Thomas

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist jetzt überraschenderweise auch von der Politik aufgegriffen worden.
Glaubt man dort, damit den Mangel an menschlicher Intelligenz kompensieren zu können?

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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon bluemchen » So 15. Apr 2018, 11:48

... doch eher Foren-Sache -

Liebe Luft- und Raumfahrt Interessen- Gemeinde,

seit einiger Zeit ist die gewohnte Portalkonfiguration auf dem Server offensichtlich etwas aus den Fugen geraten. Ein Software Update dazu muß aber noch unbestimmte Zeit warten.
Nach meinem Dafürhalten ist das funktionale Verhalten der Seite, bis auf die Einschränkungen in der Übersicht, aber nicht beeinträchtigt.

Insofern kann man es erst einmal auch nur so hinnehmen
Geduldige Grüße
R.
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