Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

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heiko76
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Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Sa 19. Dez 2015, 00:03

...nach 5 1/2 Jahre werde ich dem Flughafen Düsseldorf endgültig den Rücken kehren.
Es war keine leichte Entscheidung aber ... "In der Fremde erfährt man, was die Heimat wert ist" und auch bedingt durch private familiäre Gründe muss und will ich den Schritt gehen.
Ohne Zweifel, der Geruch von Kerosin,der Sound der ganzen GE,IAE und RR Engines,das ganze Feeling und Flair wird mir sehr fehlen aber der Gedanke an geregelte Arbeitszeiten und Wochenende,keine Zusatzschichten und wieder eine normales Leben mit "meinen" Freunden "zu Hause" zu haben, motiviert mich zusätzlich.

Wenn ich die Tage etwas Zeit finde ... werde ich die vergangenen Jahre in ein paar Worte fassen.

Bis dahin ... einen ruhigen vierten Advent.

Mit den besten grüßen aus noch DUS

heiko76
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bluemchen
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 19. Dez 2015, 00:31

Ohhhhh,
das ist eine unerwartete Advents-Überraschung, habe mich eben rein geklickt.

Heiko, wenn ich etwas glaube, dann, daß Du Dir diese Entscheidung im Herzen nicht leicht gemacht hast. Jeder wird die sich widerstrebenden Gefühle nach vollziehen können. Die bringen ja auch eine gewisse Ratlosigkeit mit.
Und, es muß sich setzen vor den nächsten Augenblicken. Für die wir natürlich "Alles Gute" wünschen.
In den kommenden Zeiten "der Ruhe" dürfen wir erwartungsvoll Deinen Gedanken zu diesem Lebensabschnitt entgegensehen.
Grüße ebenfalls zum vierten Advent
Rainer
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Sa 19. Dez 2015, 09:27

Na, Hauptsache, Du bleibst uns erhalten!
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon Sigrid Klein » So 20. Dez 2015, 11:27

Genau, bitte weiterschreiben..... lieber Heiko, dein Urlaubsbericht der etwas anderen Art hat mir sehr gut gefallen . Natürlich auch die Schnappschüsse
von Flugzeugen, die Du in DUS gemacht hast, also bis bald im Forum und alles Gute ! die Sigrid
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Mo 21. Dez 2015, 22:56

Ende - Aus ... nach etwas mehr als fünf Jahre am Flughafen Düsseldorf geht es nun zurück nach Hause ... in mein geliebtes Sachsen.
Es war keine leichte Entscheidung diesen Entschluss zu treffen aber das war es 2010 auch nicht aber eben waren die Vorrausetzungen damals anders.
Zu meinem Job bin damals ich ein wenig wie die Jungfrau zum Kinde gekommen ... arbeits und perspektivlos ... war es nur ein Versuch und auch um die ARGE zu beruhigen.
Nach vielen erfolglosen Versuchen in Sachsen wieder in Arbeit zu kommen war die Zusage zu dem Lehrgang mit anschliessenden Arbeitsvertrag, dazu an einem Flughafen , dem Flughafen wo mich meine erste Flugreise vier Jahre vorher hinführte,wie ein Sechser im Lotto.
Getreu den Worten von Lenin "...lernen lernen nochmals lernen..." waren die Monate Juni,Juli,August und September des Jahre 2010 dementprechend geprägt. Allgemeines Recht, Waffen und Sprengstoffkunde,Grundlagen der Personen,Fahrzeug und Warenkontrolle,Auswerten von Röntgenbildern ... ja ich war mit ein wenig Stolz in allem Klassenbester ... das erste mal in meinem Leben ;-).
Die anschließende theoretische Prüfung vor der IHK war zwar nicht einfach aber als einer der wenigen habe ich sie bestanden, die praktische Prüfung jedoch bei der Regierungsbehörde hatte es in sich. Mehrere Teilprüfungen standen vor mir ... und ich versagte kläglich an einer "lächerlichen" Pistolenkugel versteckt hinter dem Reissverschluss an der Hose des Prüfers. Sie war einfach nicht zu finden - bis jetzt für mich einfach nicht nachvollziehbar. Es war noch nichteinmal eine komplette Patrone sondern nur das 9mm Geschoss - Das wars ... Good Bye ... und sah mich schon wieder auf dem Weg nach Hause und packte meine Koffer.
Am Tag meiner geplanten Abreise klingelte das Telefon und man fragte mich ob ich noch vor Ort wäre ... man suche noch Leute für den PRM-Service. "Anhören kann man es sich ja mal" sagte ich und erschien pünktlich mit 1,5 Stunden Verspätung (ja der Verkehr auf NRW`s Straßen und dazu als Ortsunkundiger, ist brutal und unvorhersehbar) zum Vorstellungsgespräch am folgenden Montag am Flughafen.
Nun durch mein verspätetes erscheinen sah ich meine Möglichkeiten gen Null gesunken ging aber nach 45 Minuten zu meinem Erstauen mit einem befristeten Arbeitsvertrag aus dem Büro.
Der erste Arbeitstag, andächtig fuhr ich die große Rolltreppe im Terminal B nach oben ... auf zu neuen Taten ... ja ich war stolz wie Oskar.
Kurze Einweisung in das Thema PRM und ab geht es ... am Anfang noch mit Hilfe aber nach den ersten Tagen doch schon ziemlich schnell selbstständig und alleine im öffentlichen und im Sicherheitbereich tätig.
Was für ein schönes Gefühl ... an die Maschinen zu gehen,der Sound,der Geruch - die Welt lag mir zu Füssen.
Das man mit mir noch größeres vor hat wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht und das sich diese augenscheinliche "heile" Welt bald in Luft auflöste ... das gibt es die nächsten Tage.
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon EA-Soeren » Mo 21. Dez 2015, 23:24

Das klingt ja schon mal interessant an!
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Gruß Sören!

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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Di 29. Dez 2015, 00:31

Erstaunlicherweise fiel es mir wirklich sehr leicht in relativ kurzer Zeit mit der Infrastruktur des Airports vertraut zu werden. Als Passagier wird man ja meist durch Beschilderung oder Personal an sein Ziel geleitet aber hinter den Kulissen im Sicherheitsbereich sieht das alles ein wenig anders aus. Ja keine falsche Tür aufmachen,Sicherheitsschliessungen, achten das kein Passagier hinter einem mit durch schlüpft,wissen wo sich die Gates befinden ... und und.
.
Nach vierzehn Tagen wurde ich vor die Tatsache gestellte das ich mit zwei weiteren Kollegen den kompletten TWOV-Service übernehmen sollte.
TWO...? TBO...? ... TWO --- was*? ... ja das waren meine ersten Gedanken. Ich hatte keine Ahnung was sich dahinter verbirgt und die Einweisung durch die Kollegen von der Securtiy war nicht besonders berauschend, eher ein heilloses Durcheinander und immer mehr bekam ich die Panik das ich Kriminelle,Illegal und "Abschieber" bewachen müsse.
(*Unsere Firma hat diesen Service erst kurz vorher direkt vom Flughafen übernommen)
.
Doch zuvor stand noch der Vorfeld-Führerschein (diesen brauchte ich zwingend für meine neuen Tätigkeit) an ... zu dieser Zeit aber war dieser "noch" ein Privilleg für Auserwählte in unserer Firma. Dementsprechend fiel ich sofort in Ungnade bei meinen Kollegen. "Es kann ja nicht sein ... der ist zwei Wochen hier und darf den VF-Schein machen" ... und diese Argumentation war wirklich noch harmlos.
Im zivilen Leben ist Auto fahren ja kein großes Problem aber "draussen auf der Platte" ... ohne wirklich längere Erfahrungen durch "Mitfahren" gemacht zu haben,nach so kurzer Zeit - davor hatte großen Respekt - ja ganz ehrlich auch ein wenig Angst.
Ich bekam am Tag der Prüfung noch eine schnelle Einweisung,mit den wichtigsten Regeln (was sind Rollleitlinien,wo darf man parken,was muss man beim queren der Rollwege beachten und ja kein Flugzeug ausbremsen,...) sowie eine kurze Fahrt mit einem Kollegen und einen Vorfeldplan spendiert aber das wars dann auch.
.
Keine Ahnung wo welche Aussenpositionen sind ... nix ... die Positionen schaute ich mir kurz vor der Prüfung nocheinmal auf dem kleinen Plan an und versuchte sie mir in der Not anhand von markanten Punkten auf dem VF zu merken.
Dann ging es direkt zur Prüfung. Tor36-V112-V101 (Der Schwerpunkt war hier - nicht den direkten Weg nutzen (Querung Rollweg) sonder aussen herum)-weiter nach V01 (Sonderposition - Absolutes Verbot diese Position zu befahren)-V08-V10 (wieder Rollweg beachten) und zurück zur alten Flughafenverwaltung. Zum Glück hat man mir die V61-V74 Positionen erspart (vor denen habe ich auch heute noch großen Respekt- weil sie einfach sehr unübersichtlich sind was an und abrollende Maschinen betrifft). Nach zwanzig Minuten war der Spuk vorbei und ich hatte diesen verdammten Vorfeld-Führerschein in der Tasche.

TWOV ... was sich dahinter verbirgt was ich draus gemacht habe und die Gründe meines Rückzuges ... demnächst hier.
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Romeo Victor
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon Romeo Victor » Mi 30. Dez 2015, 05:41

Hallo Heiko76, deine Schilderungen sind mir irgendwie nahe gegangen. Wie sieht es mit Jobangeboten am Flughafen Leipzig aus? Wenn ich dich richtig verstanden habe, hattest du in Richtung Flughafensicherheit gearbeitet. Aber DHL sucht am Flughafen Mitarbeiter. Egal, ich drücke dir die Dauem und willkommen in der Heimat!
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Do 31. Dez 2015, 01:30

Im Regelfall besitzt ein richtiger Flughafen ein Transit-Terminal in welchen Inbound-Passagiere die aus Drittländern ankommen und von da aus zu einem weiteren Non -EU Ziel weiter reisen möchten problemlos und ohne Kontakt mit einer Einreisekontrolle ihren Anschlussflug erreichen können.
An Flughäfen welche zwar über mehrere Terminals verfügen aber kein seperates Transit-Terminal besitzen, ist der Passagier gezwungen sich den jeweilgen gesetzlichen grenz und zollrechtlichen Bestimmungen zu unterwerfen. Sprich er muss bei einem erforderlichen Terminalwechsel einreisen um später in seinem entsprechenden Abflugterminal wieder ausreisen.
Wie beispielsweise bei uns in Düsseldorf, in allen drei Terminals sind Non Schengen Anküfte und Abflüge möglich.Bei den meisten Reisenden z.B amerikanische,australische,japanische Staatsbürgern etc. klappt das, wenn auch sicherlich nervig für den einzelnen aber ganz gut und problemlos.
Problematisch wird das ganze dann aber wenn der Passagier über kein Schengen Visum verfügt bzw. sein Herkunftsland nicht unter den Bestimmungen einer der visafreien Einreise unterliegt.
Aber natürlich muss auch diesen Menschen irgendwie eine Möglichkeit gegeben werden um eine Weiterreise zu ermöglichen. Dies geht natürlich nicht über den öffentlichen Bereich bzw. durch passieren der Einreisekontrolle. Für diesen Fall gibt wie bei uns am Flughafen (und wohl auch in TXL) eine interne TWOV-Procdure. Was bedeutet das genau diese Passagiere im Sicherheitbereich verbleiben bzw. genauer gesagt durch Vorfeld-seitigen Transport zu ihren Flügen begleitet werden müssen.
.
Diesen Part sollte ich nun übernehmen,und zu Beginn war alles sehr verwirrend. Man darf nur bestimmte Wege nutzen,nur bestimmte Türen öffnen,immer darauf achten das keine illegale Einreise ,keine Clean/Unclean Vermischung stattfindet.
Ist die einzige Transferkontrollstelle im Sicherheitsbereich im Terminal C mal wieder wegen einer TLV-Abfertigung geschlossen (Die angesprochene Kontrollstelle ist auch gleichzeitig eine vorgeschaltene Last-Gate Kontrolle für High-Risk Flüge), müssen die Passagiere allesamt nach Terminal A verbracht werden und da kontrolliert werden um sie im Anschluss wieder zurück nach Terminal C zu fahren.
Und die ersten Monate war ein heiloses Durcheinander,es gab keine Anmeldungen der zu erwartenden Passagiere,wenn es mal ein Anmeldung gab dann war sie unvollständig,Onblock Meldung hier und Onblock meldung da und weitere Unzulänglichkeiten.
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Doch nach und nach fitzte ich mich in das Thema rein und das ganze TWOV-Dingen`s wurde quasi immer mehr zu "meinem Baby". Ich befasste mich intensiv mit den EU und Visa Bestimmungen. Welche Nationalitäten dürfen hier sich vogelfrei bewegen und wer nicht. Ich recherchierte im Internet die verschieden Visa-Typen. Mit der Zeit konnte ich aus den Massen von Menschen an den jeweiligen Einreisekontrolle mit einer 90% Trefferqoute meine Paxe schon vom bloßen beobachten "herausfiltern" und manchmal auch nur anhand der Farbe des Reisepasses den sie in den Händen hielten.
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Nur um Missverständnissen vorzubeugen. Mir oblag nicht die Entscheidung ob ein Passagier einreisen darf oder nicht, diese lag bei der Bundespolizei. Ich wurde von der Bundespolizei dann faktisch mit der Betreuung der Passagiere beauftragt wenn diese an den Einreisekontrollen abgewiesen wurden. Dass ich mich aber mit den gesetzlichen Bestimmungen auseinandersetzte war mir aber des öfteren sehr hilfreich.
Allzu oft wollte mir die Beamten auch Passagiere als TWOV unterjubeln welche zwar aus z.B Moskau kamen aber nach Mallorca weiterfliegen wollten --- Finde den Fehler --- dazu muss man sich noch nicht einmal exzessiv mit Visabestimmungen beschäftigen. Und einem Grenzbeamten sollte der Fehler sofort selbst peinlich sein.
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Mit jeder neuen Non-Schengen Verbindung stiegen auch die Passagierzahlen.
Mein Hauptklientel waren Russen,Ukrainer und sonstigen ehemaligen Teilrepubliken gefolgt von Phillipinos (meist Seaman`s - ja stellenweise komplette Besatzungen) aber auch Indier,Pakistanis,Chinesen,Mongolen,Südamerikaner,Araber, und Türken.
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Meine "Russen" waren schon ein reiselustiges Volk aber immer sehr anstrengend. Aber hier muss ich differenzieren. Da waren zum einen, sagen wir mal dem sogenannten Mittelstand zugehörig, die wir auch meist selber in Palma,Hurghada oder sonstigen touristischen Zielen erleben/ertragen müssen. Diese flogen meist nach Punta Cana,Varadero,Cancun,Puerto Plata aber auch zu den Nordamerikanischen Zielen oder Abu Dhabi und seit diesen Sommer verstärkt nach Hongkong.
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Eine Herausforderung wurde zunehmend mit dem aufflammenden Konflikt in der Ukraine das sich Russen und Ukrainer nicht die Köpfe einschlagen. Sehr oft stiegen sie schon alkoholisiert aus der Maschine,dementsprechend hoch war auch das Agressionspotential.
Man muss bedenken ... ich musste sie immer alleine betreuen es gab keinen zweiten oder ganz selten einen weiteren Kollegen zur Unterstützung. Und auf dem Morgeninbound aus DME da waren keine fünf oder sechs TWOV-Russen drauf sondern in Spitzenzeiten 50 - 60 - 70.
Und diese Maschine kam immer im Terminal B an - jeden verfic... schei... Tag ... und keiner fragt dich wie du diese 70 Mann Leute ohne Clean/Unclean Vermischung aus dem Terminal heraus bekommst. (Terminal B hatt zwei Non Schengen Ankunftspostionen die aber nur zur Passkontrolle führen - Also mussten diese Paxe rückwärtig zum VF geführt werden. Aber meist war an den beiden Positionen immer ein Schengen-Flug Boarding, sowohl an der Fingerposition und auch am Busgate)
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Da ware mir die Nachmittagsmaschine aus DME tausendmal lieber. Diese brachte meist Studenten,AuPair`s oder mal eine Schulklasse im Schüleraustausch mit
Ja meine Anastasias,Nataljas,Svetlanas und wie sie alle heissen die habe ich geliebt ....
.
Aber auch meine Seaman`s von den Phillipinen via AUH nach MIA --- absolut pflegeleicht aber auch sie traten geballt auf. Und hier hatte ich immer das Problem mit der geschlossenen Kontrollstrecke in Term.C ... weil man ja unbedingt viermal die Woche da dieses TLV Gedönse abhalten muss. 40 Mann einsammeln,Bus bestellen - "...haben wir zur Zeit nicht - Wartezeit 30-40 Minuten..."-Bus kommt irgendwann - rückwärtig mit uncleanen Paxen auf das VF - Paxe einladen - nach Term. A fahren - clean machen - Mit viel Glück hat der Bus gewartet und zurück mit der ganzen Fuhre nach Terminal C.
Das waren nur zwei Beispiele .... das ganze ist viel komplexer als man es hier beschreiben kann und erschwerend kam hinzu ... ich hatte alle Inbound-Maschinen mit den hohen Passagierzahlen fast immer zur gleichen Zeit auf dem Hof stehen. PUJ,MIA,POP,JFK,AUH,DME,VRA,CUN,HKG,EWR,ORD - AA,ORD-LH zum Schluss auch noch die 4U - Maschinen aus der Türkei - und alle in verschiedenen Terminals ankommend und alle Paxe mussten auch wieder auf diverse Terminals verteilt werden.
.
Soviel zu diesem Thema - weiter geht es im neuen Jahr .... :mg:
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Re: Ready for Departure ... Ein paar Worte in eigener Sache ...

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Do 14. Jan 2016, 01:37

Auf zum Endspurt und obwohl ich mich eigentlich lange auf den Tag X gefreut habe müsste ich jetzt wirklich lügen wenn mich die letzten Tage nicht sentimental bewegen würden.

.

Die ersten Monate war meine neue Tätigkeit naja sagen wir es mal so ein Job der halt gemacht werden muss. Passagier an der Passkontrolle abholen - die notwendige Luftsicherheitskontrollen durchlaufen - dem Abflugate zuführen - aus den Augen aus dem Sinn - Fertig.
.
Doch irgendwann gab es einen Punkt an dem ich erkennen musste das diese gesamte Procedure eigentlich absolut unmenschlich ist.
Verpasste Anschlussflüge,Übernachtungen,kein Service durch die Airlines und und waren dabei noch das harmloseste ... jeder hob die Arme und kommentierte "...damit haben wir nix zu tun..." oder "...das geht uns nichts an..." und nachdem ich als direkter Ansprechpartner unzählige Tränen trocknen und aber auch die eine oder andere Beschimpfung über ich ergehen lassen mussste, wollte ich nicht weiter tatenlos zuschauen und stur meinen Job machen wie der Großteil am Flughafen - nein das TWOV wurde ab jetzt immer mehr zu einer Berufung "meinen Passagieren" auf Grund ihrer Lage durch die örtlichen Gegebenheiten am Flughafen einen doch angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen und auch für Ihre Rechte zu kämpfen.
Der erste Schritt war es die involvierten Airlines und Handlingpartner dahingehend zu sensibilisieren eben genau diese Art der Passagiere bei uns anzumelden. Denn nur wenn wir wissen das TWOV - Passagiere möglicherweise an Board sind dann können wir eben auch schon zur Landung vor Ort sein,Maßnahmen im Vorfeld ergreifen und eben dadurch Unannehmlichkeiten für die Passagiere und auch für die Airlines verhindern bzw. zu mildern. Zwar war die Anmeldepflicht schon in der SOP verankert aber das lief meist mehr schlecht als recht.
.
Anfänglich war ich noch gewillt das ganze über den offiziellen Dienstweg zu erreichen aber immer mehr hatte ich das Gefühl das eben auf diesem Weg auch viele Sachen einfach versickerten um dies zu verhindern musste ich tätig werden und dies war der direkte Weg zu den Airlines und den Handlingspartnern. (Natürlich (fast) nie ohne meinen Chef zu umgehen).
.
Die erste Airline die diese Problematik verstand war Turkish Airlines - ein Teilerfolg.
Unser Platzhirsch Air Berlin war da schon etwas schwieriger ... zwar war ein Großteil der damaligen "Transit-Umsteiger" eben genau "von - auf" AB aber irgendwie funktionierte die interne Kommunikation nicht.
Und das größte Sorgenkind war immer meine "Moskau" von Air Berlin aber hier half mir der Zufall und das glaubt mir bis jetzt keiner.
Eines Tages im Frühsommers des Jahres 2011 ... auf der Air Berlin Nachmittagsmaschine aus DME waren zwei TWOV - Passagiere - Eine Mutter mit ihrer Tochter auf dem Weg nach New York, eine Konstellation wie ich sie oft erlebt habe. Im weiteren Verlauf dieses Einsatzes stellte sich heraus das die Tochter am Moskauer Flughafen für Air Berlin u.a für die Weiterleitung der Anmeldungen der Transitpassagiere (DUS und TXL) zuständig ist. Sie selber hatte zwar ein gültiges Schengenvisum aber die Mutter nicht - und eine meiner eigenen Optionen war immer Passagiere die zusammen reisen, aber wo ein Part der TWOV Procedure unterliegt (ausser auf eigenen Wunsch) nicht zu trennen.
Zusammen durchliefen wir den regulären TWOV Ablauf und die Tochter war erstaunt wie kompliziert das ganze ist, welche Strapazen das für die Passagiere sind ... sie versprach mir sie werde definitiv alles mögliche tun damit wir immer eine lückenlose Anmeldung bekommen. Und tatsächlich, ich hatte nie wieder Probleme bis zur Einstellung der Verbindung aus DME.
.
Nun merke ich aber selbst das, das ganze schon wieder sehr umfangreich wird ... war so nicht geplant ... aber ich rudere nicht zurück ... es gibt noch so viel zu erzählen ... Fortsetzung folgt ;-)
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