Fernsehbericht zum Il-62 Absturz in Königs Wusterhausen

Das sowjetische Gegenstück zu den westlichen Typn Boeing 707, Douglas DC-8, Convair 880/990 Coronado und Vickers VC-10.

Moderator: Kilo Mike Sierra

Sadowa
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Fernsehbericht zum Il-62 Absturz in Königs Wusterhausen

Ungelesener Beitragvon Sadowa » So 24. Mai 2009, 21:34

Di 26.05.09 20:15 - 21:00 im RBB
Der Todesflug der IL 62

Am 14. August 1972 startet in Berlin- Schönefeld eine IL 62 der Interflug nach Burgas an die bulgarische Schwarzmeerküste. Bereits kurz nach dem Start stellt die Besatzung Probleme mit dem Stabilisator fest und entschließt sich zur Umkehr.

Beim Landeanflug versagt plötzlich die Höhensteuerung. Als sich die Maschine über Königs Wusterhausen im Landeanflug befindet, bricht das Heck ab. Keiner der 148 Insassen und der acht Besatzungsmitglieder überlebt den Absturz.

Der Film rekonstruiert das Unglück aus verschiedenen Perspektiven. Angehörige kommen ebenso zu Wort wie Angestellte des Flughafens Schönefeld, die für die Flugsicherung zuständig waren. Mitarbeiter der Rettungsmannschaften geben ihre Eindrücke wieder. Darüber hinaus gehen die Autoren Titus Richter und Jens Stubenrauch der Unglücksursache nach und lassen Mitglieder der Untersuchungskommission zu Wort kommen.

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Flieger Bernd
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Re: Dienstag im RBB "14. August 1972 Der Todesflug der IL 62"

Ungelesener Beitragvon Flieger Bernd » Mo 25. Mai 2009, 18:09

Ich wohnte KW-"Neue Ziegelei",
die Jungs wären mir fast aufs Dach gefallen.
Der Stempel unter meiner Nav-Lizenz war kaum trocken.

:roll: FlieBe
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mike99848
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Re: Dienstag im RBB "14. August 1972 Der Todesflug der IL 62"

Ungelesener Beitragvon mike99848 » Di 26. Mai 2009, 22:44

Hallo,

habe heute Abend den Beitrag über das Unglück mir angeschaut.
Dies geht schon unter die Haut. Auch ich kannte bis vor einigen Jahren auch nur die These von dem Einflug in die Treibstoffwolke. Ist wohl auch tragisch, das die Angehörigen der Verunglückten in diesem Glauben gelassen wurden und somit der Besatzung eine Mitschuld gaben, obwohl diese machtlos war, das Unglück zu verhindern.
Mike
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EA-Henning
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Re: Dienstag im RBB "14. August 1972 Der Todesflug der IL 62"

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Di 26. Mai 2009, 23:34

Das mit der Treibstoffwolke wurde kurz nach dem Unfall schon dementiert.
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Kilo Mike Sierra
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Re: Dienstag im RBB "14. August 1972 Der Todesflug der IL 62"

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 27. Mai 2009, 00:00

Eine wirklich gut gemachte Dokumentation, die den Unfall sowie seine Nachwirkungen präzise und verständlich beschreibt. Wie ich finde, wurden genau die richtigen Leute befragt, die wirklich etwas fundiertes dazu aussagen konnten. Auch die Augenzeugen, die zu Wort gekommen sind, waren nicht bloß irgendwelche peripheren Gaffer, sondern wirklich nah am Geschehen und auch selbst davon sehr betroffen. Das völlige Fehlen jeglicher Sensationsgier oder zusätzlicher Dramatisierung in der Berichterstattung war sehr wohltuend.
So einen Bericht müssen die Privatsender erst einmal abliefern...

Es wurde nur geringfügig gemogelt. Auf einigen der schwarz-weiß widergegebenen, scheinbar "zeitgenössischen" Filmaufnahmen habe ich Szenen mit Kollegen aus den 80er Jahren wiedererkannt. Ein läßliche Sünde, da diese Aufnahmen nur Füllmaterial waren. Im Fernsehen muß halt auch der längste Kommentar mit Bildmaterial versehen werden.

Eines hat mich jedoch ziemlich verwirrt. Es wurde gesagt, die undichte Zapfluftleitung hätte sich im Frachtraum IV (später bei INTERFLUG als Frachtraum 6 bezeichnet) unter dem Fußboden befunden.
Soweit ich das beurteilen kann, war der Unfallhergang den Mitarbeitern der Betriebe Verkehrsflug und Flugsicherung recht genau bekannt.
Eine etwas verkürzte, aber dennoch sachlich richtige und m.E. sogar wohlformulierte Erklärung der Unfallursache war bereits vier Wochen nach dem Unfall in den DDR-Medien verbreitet worden - was den Fernsehjournalisten aber entgangen zu sein scheint.
1982 bekam ich die Details dieses Unfalls von einem Kollegen der Flugtechnik recht genau erklärt und habe mir wenig später auch die die fraglichen Räume im Heck der Il-62 genau angesehen.
Die mir bekannte Beschreibung des Hergangs stimmt zum überwiegenden Teil mit der in dem Fernsehbericht gegebenen Erklärung überein. Nur die Lokalisierung unter dem Frachtraum 6 (damals noch als Frachtraum IV bezeichnet) paßt irgendwie nicht so recht in mein Bild von der Il-62. Gemäß meiner Erinnerung, die inzwischen durchaus trügerisch sein kann, brach der Brand nicht im oder unter dem Frachtraum 6 aus, sondern in dem technischen Raum davor. Dieser verfügte damals (im Gegensatz zum Raum 6) über keine Feuermelder und war zwecks Kontrolle auch nicht ohne weiteres einsehbar. Nur so ergeben die nach dem Unfall ergänzten Brandmelder sowie die acht eingefügten Sichtfenster (zum technischen Raum vor dem Frachtraum) einen Sinn. Nur dann ist es verständlich, warum die Besatzung doch noch über den Brand im Heck Kenntnis erlangen konnte, was sie dann auch eine Minute vor dem Absturz über Funk mitteilte.

Es wäre hilfreich, wenn jemand meine Version bestätigen oder ggf. berichtigen könnte.
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Re: Dienstag im RBB "14. August 1972 Der Todesflug der IL 62"

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Mi 27. Mai 2009, 14:27

EDGE-Henning hat geschrieben:Das mit der Treibstoffwolke wurde kurz nach dem Unfall schon dementiert.

Entgegen der Aussage eines Zeitzeugen in dem Fernsehbeitrag muss sich die Untersuchungskommision doch mit diesem Szenario befasst haben. In den Unterlagen befindet sich ein meteorologisches Gutachten über "Ausbreitung und Verdünnung von Kraftstoffmengen in der Atmosphäre".
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Thomas

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Re: Dienstag im RBB "14. August 1972 Der Todesflug der IL 62"

Ungelesener Beitragvon DDR-WMK » Do 28. Mai 2009, 21:05

Schade , konnte ich nicht sehen , war beruflich unterwegs . Hat es jemand vielleicht zufällig aufgenommen ?

Gruss , Oleg
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Re: Fernsehbericht zum Il-62 Absturz in Königs Wusterhausen

Ungelesener Beitragvon joschie99 » Sa 30. Mai 2009, 10:55

Ich bin zwar mehr oder weniger Laie, was dass Fliegen angeht. Jedoch halte ich es auch für Blödsinn, dass die Maschine in ihre eigene Kraftstoffwolke hineingeflogen ist. Wenn mann sich mal den Fakt überlegt, dass ausfließende Flüssigkeit im Fluge immer das Bestreben hat nach hinten unten zu sprühen. Und man jetzt noch die Länge der Maschine hinzunimmt. So hätte sie dazu einen extrem kurzen Wendekreis einlegen müssen. Der mehr oder weniger zu einem Senkrechtabsturz mit normaler Ausrichtung der Nase hätte führen müssen. Jedoch war DM-SEA nach dem Brand im Gepäckraum IV noch ein Stück geflogen. Und prallte erst kurz nach dem Bahnhof Königs-Wusterhausen auf ein Feld auf.

Ergo, ein Flugzeug kann sich niemals fast auf der Stelle drehen.
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Re: Fernsehbericht zum Il-62 Absturz in Königs Wusterhausen

Ungelesener Beitragvon Nebules » Do 11. Aug 2011, 14:09

Die Dokumentation über das Unglück sendet PHOENIX heute Abend um 21:00 Uhr noch mal.
Wiederholung morgen am 12.August 2011 um 08:15 Uhr und um 19:15 Uhr.
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EA-Henning
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Re: Fernsehbericht zum Il-62 Absturz in Königs Wusterhausen

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Do 11. Aug 2011, 14:26

Danke Dir für die Info!

Dann werde ich mal die DVD-RAM fertig machen!!
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