TU-134A(N) // C/N: 2351607 // CCCP-65745 // MfS (Aeroflot)

Der Geheimdienst der DDR verfügte über insgesamt 4 Flugzeuge.
Zuerst eine AN-24W, die später durch 2 Tupolew TU-134AK abgelösten wurden.
Ausserdem beschaffte man eine ausgediente, nicht mehr flugfähige TU-134A von der Aeroflot, um sie als Trainer für die terrorabwehr zu nutzen.

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Kilo Mike Sierra
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Re: TU-134A(N) // C/N: 2351607 // CCCP-65745 // MfS (Aeroflot)

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Di 11. Apr 2017, 14:46

Ihr könntet eventuell das Fahrwerk dranlassen, es aber bei aufgebocktem Flugzeug "von Hand" einfahren und verriegeln. Dann ließe sich der Flügel leichter drehen oder muß vielleicht gar nicht gedreht werden.
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Thomas
Reformation, Renaissance und Aufklärung - soll das alles umsonst gewesen sein? Offenbar ja.

bluemchen
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Re: TU-134A(N) // C/N: 2351607 // CCCP-65745 // MfS (Aeroflot)

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Di 11. Apr 2017, 14:56

Axel, das ist ja großes Kino >sup<
Das sich nach der vermoosten Standzeit elektrisch überhaupt etwas noch (richtig) bewegt, ist verrückt. Wer hat das Ding gebaut? - Ach so Tupolew, ja alles klar :-)
UND vielen Dank für die Videos ! Klasse Einsichten.

Dennoch eine Frage am Rande: Wie ist denn dieser Arbeitspatz gegen die MMM-Jünger (Messe der Meister von Morgen Aktivisten) bzw Raritäten- und sonstige Sammler und Schrauber abgesichert? Ein Gerüst lädt erstmal ein, Neugierig zu sein
R.
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Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Mi 12. Apr 2017, 13:17

Enn ihr weiterhin irgendwelche Komponenten reaktiviert, koennt ihr den Jet nach Cottbus fliegen! :-)teu:

Gibts eigentlich Neuigkeiten bezüglich des sowjetischen Vorlebens der Maschine?
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Re: TU-134A(N) // C/N: 2351607 // CCCP-65745 // MfS (Aeroflot)

Ungelesener Beitragvon DDA » Fr 12. Mai 2017, 13:05

Nicht, daß Ihr glaubt, es sei bei unserem Projekt Stillstand eingetreten, im Gegenteil. In den letzten Wochen wurden intensive Vorbereitungen vor Ort in Cottbus getroffen, um die eingesammelten und ausgeborgten Bodenmittel wieder funktionsfähig zu machen und fehlende Teile durch geeignete Eigenkonstruktionen zu ersetzen. Desweiteren wurde das Gerüst, welches wir zwingend zur Demontage des Leitwerkes benötigen, zur Verladung vorbereitet und der Gerüstbaumeister (glücklicherweise der Vater eines Vereinsmitgliedes, der sich bereit erklärt hat, uns bei der fachgerechten Errichtung des Gerüstes zu helfen) auf seine Aufgabe eingeschworen.
Ab dem nächsten Montag geht es wieder weiter, mit viel Elan in großer Höhe - mal sehen, welch Überraschungen uns dort begegnen.
Sobald ich wieder zurück bin, werde ich natürlich über die Woche berichten. Während des Bauens werd ich wohl wenig Zeit dafür haben...

Axel
Zuletzt geändert von DDA am Fr 12. Mai 2017, 19:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Fr 12. Mai 2017, 13:54

Axel, wir freuen uns darauf!
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Ungelesener Beitragvon EA-Henning » So 21. Mai 2017, 08:48

Im Nordmagazin des NDR am 19.05.2017 kam ein Beitrag zur Demontage-Aktion:
NDR-Nordmagazin
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Ungelesener Beitragvon bluemchen » So 21. Mai 2017, 12:57

Es ist Sonntag - ein schöner im Mai und ich stoße per Zufall auf den Eingangsartikel von Henning in dem Thread
viewtopic.php?f=415&t=2570
vor 11 Jahren - die Zeit läuft aber auch wie angestochen >boes<

Unwillkürlich gehen die Gedanken spazieren, durch das Leben dieser Maschine, die hier im Telegramm erzählt werden.
Wenn sie könnte, würde sie unendlich mehr erzählen, aus dem Leben, ihrem Leben, da oben wie auch unten. Sie hat ja eins, wie jedes andere auch. Mit Herz und dem eigenen innerem Leben - mechanischen; thermodynamischen; hydraulischen; elektrischen; elektronischen ... Ein Organismus eigener Art. Mit vielen, die in der Steuerung, Prophylaxe, Pflege, Reha e.t.c. zu tun hatten und Dienstbarkeiten zu nutzen wußten.

Es ist außerordentlich schön, das es nach wie vor Leute gibt, denen nichts egal ist, die sich nach wie vor drum kümmern - liebevoll drum kümmern , damit das Leben und Geschichten nicht einfach zerfallen und im Nichts aufgehen :-) .

DANKESCHÖN >grins<
und schönen Sonntag
Rainer
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Ungelesener Beitragvon DDA » Mi 24. Mai 2017, 00:29

Hat ein wenig gedauert, aber versprochen ist selbstverständlich versprochen. Hier kommt nun mein Bericht vom Arbeitseinsatz in Grünz in der letzten Woche.
Der Mai ist gekommen, die Bäume haben das Ausschlagen schon hinter sich und rings um unser Objekt grünt und Blüht es:
00_ausgangslage.jpg
Der Mai ist gekommen....


Ziel dieses Einsatzes war es, die Maschine weitestgehend zur Demontage vorzubereiten. Eigentlich sollten die ersten Teile auch schon demontiert werden, allein, der avisierte Kran konnte nicht wie geplant anreisen und somit entfiel der geplante "letzte Schritt" . Nichts desto trotz waren wir relativ erfolgreich.

Zu Beginn der Arbeiten standen größere Transportaufgaben an, ein Gerüst und diverse Hebeböcke sind vor Ort vonnöten.
01_geruest_lkw.jpg
LKW- Ladung

Also runter das Ganze vom Laster und die Teile unter der fachkundigen Leitung unseres Gerüstbaumeisters (der Vater eines Vereinsmitgliedes, der sich netterweise bereit erklärt hatte, uns zu helfen) rings um das Heck des Fliegers sortiert. Man möge sich erinnern, des T- Leitwerk ragt bis in ca neun Meter Höhe auf und zur Demontage sollten wir auch oben drauf stehen können.
02_geruest_ablage.jpg
Gerüst verteilt

Der Geüstbaumeister begann zu unserem Erstaunen mit Erdarbeiten, wir sahen schon den Haussegen mit unserem Gastgeber schief hängen, aber glücklicherweise mußten nur die Stützen auf eine möglichst ebene Fläche gestellt werden...
Während ein Teil der Mannschaft, so auch ich, sich auf einen zweiten Transport begab - es galt noch, zwei große Böcke, die die Ladefläche des Lasters fast allein füllten, aus dem Museum in Finow zu holen - machte sich der Rest der Truppe an den Aufbau. Bei unserer Rückkehr (Die Strecke Grünz-Finow sind nur ca 65 km) stand zu unserem Erstaunen der Großteil des Großraummikados schon aufgebaut in der Landschaft.
03_geruest_steht.jpg
Gerüst steht (fast)


Angesichts der uns zur Verfügung stehenden hydrauslischen Heber haben wir uns entschlossen, zur Gewichtsreduktion die Triebwerke aus ihren Gondeln zu entfernen (sind immerhin fast 4 Tonnen). Dazu müssen natürlich alle Leitungen und Kabel getrennt werden auch ein Teil der Gondeln muß demontiert werden. Hierbei rächte sich ein wenig, daß das Maschinchen schon ein paar Jahre Ruhestand hinter sich hat und daher das stete Wasser Mittel und Wege inms Innere der Maschine fand. So kam es uns recht unerwartet wieder entgegen.
triebwerkswasser.jpg
Das Wasser wird in seiner Ruhe gestört und muß wieder nach draußen
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Ungelesener Beitragvon DDA » Mi 24. Mai 2017, 00:50

Das errichtete Gerüst erlaubte einen einfach großartigen Blick über die Tu und das Dorf dahinter
geruestblick.jpg
So hab ich noch nie auf einen solchen Vogel geschaut....



Unsere Hauptaufgabe bestand zunächst wieder einmal darin, hunderte von Spaltverkleidungen zu lösen, um an die dahinter verborgenen eigentlichen Befestingungsmuttern vorzudringen. Diese Schrauben waren, wie auch schon an der Tragfläche, eine sehr innige Verbindung mit ihrem Untergrund eingegangen, bei manchen halfen weder der Großeinsatz rostlösender Chemie, noch der Einsatz des Niethammers, noch der geeignet, mit Hebel versehene Schraubendreher. Letztlich konnte nur noch pure mechanische Gewalt und ein scharfer Bohrer das Problem an manchen Stellen lösen. Statt der erwarteten Bolzen zeigten sich nach der Entfernung der Bleche keineswegs die Befestigungen, sondern die im Laufe vieler Jahre angesammelten Reste der zwischenzeitlich eingezogenen gefiederten Bewohner. An manchen Stellen war die Kompostierung tatsächlich schon voll abgeschlossen und wir konnten händeweise Erde herausholen.
Das folgende Bild zeigt den schon grob gereinigten Bereich in der Keule des Höhenruders:
04_nest_rest.jpg
Generationen (zum Glück vergangene, keine Federn oder gar Eier waren noch vorhanden) von gefiederten Bewohnern haben ihre Spuren hinterlassen


Die späte Abendsonne richtete ihre Strahlen auf Gebiete, die sonst den ganzen Tag im Schatten liegen und lieferte die passende "Kultur am Arbeitsplatz" für das Lösen der Zelleschrauben unter dem Höhenruder.
hoehenruder_arbeit_abendsonne.jpg

An dieser Stelle hier war, wohl als Folge einer Reparatur, zwei Bleche mit Nieten miteinander verbunden. Mittels einer Druckluftfräse löste unser mitgereister "Metaller" diese Verbindung und ersparte uns, die endlos vielen Schrauben des angenieteten Bleches auch noch öffnen zu müssen.
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Ungelesener Beitragvon DDA » Mi 24. Mai 2017, 01:12

Eine weitere wichtige Aufgabe ist, die Hauptfahrwerke von den Aufnahmen in der Tragfläche zu trennen. Schließlich sollen (im Idealfall) die Fahrwerke beim Anheben der Tragfläche einfach stehen bleiben. Soweit die Theorie... Die Praxis zeigt sich frühestens beim nächsten Mal.

Dieses Mal wollten wir auf jeden Fall jeden zu lösenden Hauptfahrwerksbolzen einmal bewegt haben - so unter anderem diesen hier:
fahrwerk_bolzen_01.jpg
Der Bolzen muß raus.

Aber wie? Erstmal durchleuchten:
fahrwerk_bolzen_02_durchleuchtung.jpg
Siehst Du irgendwas von der anderen Seite?


Auf jeden Fall sitzt da ein Mütterlein (Schlüsselweite 50) drauf. Was ein Glück, daß ein Mitstreiter im Tagebau arbeitet und die dazu nötigen Nüsse dort unter "Uhrmacherwerkzeug" firmieren und auch mal ausgeliehen werden können. "Werner- Beinhart" stand, wie in dieser Woche mehrere Male, Pate und der Ausspruch seines Meisters "...die liegt ein zöllich Rohr, dat nehmen wir als Verlängerung.." wurde Motto der Arbeit. Insgesamt drei Mann bedienten das Gebilde und erstaunlich schnell lösten sich die Mütterlein.
fahrwerk_bolzen_03_nuss.jpg
Einer hält, einer drückt und einer schraubt

Der hinter der Mutter sitzende Bolzen wehrte sich hingegen deutlich heftiger. Also flugs zum Universalwerkzeug "Bello" gegriffen und einen passenden Dorn von außen aufgesetzt.
fahrwerk_bolzen_04_bello.jpg
Immer gib ihm Zwölfe


Und wieder kam Genosse Werner Wernersen zu seinem Rechte "Da verteilt sich meine Bremse --- ääääh mein Hammer!!!" Das Gerät teilte sich an der technologischen Trennstelle in seine zwei Hauptbestandteile und einige unbedeutende kleinere Holzstücke
fahrwerk_bolzen_05_bello_flug.jpg
Hammerflug (Hammerkopf siehe roter Pfeil)

Man beachte das entgeisterte Gesicht des Hämmernden:
fahrwerk_bolzen_06_bello_stiel.jpg
Was war denn das jetzt?

Das Ende vom Lied: Der Hammer wurde von der Zelle in Höhe der Fahrwerksgondel reflektiert und gab auf seinem schwerkraft bestimmten Flug noch ein Teil seiner kinetischen Energie an den Halter der Stange ab, glücklicherweise jedoch ohne Schäden bei ihm hervorzurufen. Kurze Zeit später konnte es weiter gehen, nur der Hammer wurde aufs Altenteil geschickt...Einige Hiebe später verließ der Bolzen seinen angestammten Sitz, zumindest ein Stück.. Der Rest kommt später.
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