Jakowlew und Iljuschin in gedruckter Form

heiko76
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Jakowlew und Iljuschin in gedruckter Form

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Do 19. Mär 2020, 01:19

In Zeiten der verordneten Ruhe und Besinnlichkeit da kann man auch mal wieder ganz gemütliche in oder zwei Bücher lesen.

Das Buch von und über Jakowlew habe ich vor geraumer Zeit mal geschenkt bekommen,liesst sich aber sehr schön auch wenn es eher ein Jugendbuch ist.
Iljuschin habe ich mir vor kurzen via EBAY gegönnt - ein sehr interessantes Sachbuch.

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etbstwr1
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Re: Jakowlew und Iljuschin in gedruckter Form

Ungelesener Beitragvon etbstwr1 » So 24. Mai 2020, 16:50

Das Buch über Jakowlew war wohl mein überhaupt erstes eigenes Buch in Sachen Luftfahrt. Kann sein, dass ich es sogar noch habe. Ich habe es 1960 oder 1961 im Betriebsferienlager zum Geburtstag(?) bekommen. Der Inhalt ist mir heute noch in groben Zügen in Erinnerung.

Da wurde die Entwicklung der sowjetischen Luftfahrt so dargestellt, als ob alles selbst erfunden und entwickelt worden wäre. Kein Wort von der Herkunft der ersten Triebwerke (RR Dervent und Nene, Jumo-004, BMW-003). Das zog sich wie ein roter Faden weiter. Ich konnte beim besten Willen nicht verstehen, warum die Li-2 eine frappierende Ähnlichkeit mit der DC-3 hatte, aber immer als sowjetische Entwicklung gepriesen wurde. Und plötzlich wurden dann daraus die IL-12 und 14. Mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm kann man das Cockpit der IL-14 flugs in eine DC-3 verwandeln >grins< . Die TU-4 kam mir auch sehr bekannt vor, Jahre später wusste ich, warum.
Für mich sah das immer so aus, dass man sich jahrzehntelang mit fremden Federn schmückte, eigentlich schade.

Jetzt will ich das alles nicht schlechtreden. Ich habe durchaus ein Faible für die sowjetischen Flugzeuge, besonders die IL-62 und die TU-154 hatten es mir angetan. Sehr elegante Maschinen, nur die Triebwerke waren leider nicht auf internationalem Niveau.
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Kilo Mike Sierra
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Re: Jakowlew und Iljuschin in gedruckter Form

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » So 24. Mai 2020, 20:54

Nach den Dreharbeiten für "Bridge of Spies – Der Unterhändler" konnte ich mir auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof die für den Film genutzte Douglas C-54 in aller Ruhe anschauen. Im Cockpit kamen mir verschiedene Geräte sehr bekannt vor. So erblickte ich sofort das Bediengerät des aus Il-14, Jak-18A, An-2 usw. bekannten ARK-5 (Automatischer Radiokompaß), allerdings mit englischer Beschriftung, und dazu auch die Anzeigegeräte. Natürlich war das kein sowjetischer ARK-5, sondern das Original. Entweder war es ein AN/AR-6 (SCR-269) oder ein AN/ARN-7. (Ich kenne mich mit den Details nicht so genau aus.)
Der ARK-5 verdankt seine Existenz sicher dem Lend-Lease Act.
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Thomas

Wieso stattet man Passagierflugzeuge mit Schwimmwesten anstatt Fallschirmen aus?
Da liegt offenbar eine kleine Verwechslung vor..

heiko76
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Re: Jakowlew und Iljuschin in gedruckter Form

Ungelesener Beitragvon heiko76 » So 24. Mai 2020, 23:18

etbstwr1 hat geschrieben:Da wurde die Entwicklung der sowjetischen Luftfahrt so dargestellt, als ob alles selbst erfunden und entwickelt worden wäre.


Dieses heroische Faden zieht sich vorallem durch das Buch von Yakovlev ... wie so alles aus dieser Zeit.

etbstwr1 hat geschrieben: warum die Li-2 eine frappierende Ähnlichkeit mit der DC-3 hatte, aber immer als sowjetische Entwicklung gepriesen wurde. Und plötzlich wurden dann daraus die IL-12 und 14.


Im Buch über die Ilyushin Flugzeuge wird aber auf die DC3 eingegangen.

Zitat: "... Kurz war der Weg zum Flugzeug Li-2 das auf dem Zentralflughafen in Moskau bereitstand ... die langsame LI-2 rief seinen Unmut hervor ... Anerkennend betrachtete er die Kabine der sicheren aber doch schon recht veralteten Maschine, eines Nachbaus der DC-3 von der US-Firma Douglas ..."

Hier mal ein Vergleich zwischen der LI-2 und der Douglas DC-3

Lisunov Li-2T HA-LIX.JPG
Lisunov Li-2T HA-LIX
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Douglas C-47A Skytrain (DC-3) PH-PBA.JPG
Douglas C-47A Skytrain (DC-3) PH-PBA
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bluemchen
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Re: Jakowlew und Iljuschin in gedruckter Form

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Mo 25. Mai 2020, 10:42

Einen überaus interessanten Einblick zu dem ähnlich gelagerten Thema gab es auf einer Veranstaltung im März in der TUB ---> hier hatte ich den Flyer dazu: viewtopic.php?f=33&t=1690&p=32843&hilit=DGLR#p32843

"Der Einfluß von Hugo Junkers auf den sowjetischen Flugzeugbau der 30-er Jahre..." mit vielen, bislang wenig bekannten inhaltlichen Aussagen

Die Rezension dazu von G. Kowalski ist hier nachlesbar: https://www.dglr.de/index.php?id=2963

- Kurzer Einblick: ... "Ausgangspunkt der Zusammenarbeit, die bisher weniger bekannt ist, war eine Vereinbarung zwischen Junkers und der sowjetischen Regierung vom 26. November 1922 über den Bau und Betrieb eines Junkers-Zweigwerkes im Moskauer Stadtteil Filii auf der Grundlage des deutsch-russischen Vertrages von Rapallo vom vorangegangenen April.
Das Fertigungsprogramm umfasste unter anderem ... das Verkehrs- und Frachtflugzeug F 13. Diese erste Ganzmetallmaschine der Zivilluftfahrt wurde hier aus deutschen Teilen montiert und war auch in dem Riesenland ein großer Erfolg. " ... .


..."Aufbauend auf dem Knowhow von Junkers entwickelten russische Ingenieure in zunehmendem Maße eigene neue Materialien wie die Koltschug-Aluminium-Legierung oder ein spezielles Wellblech und eine ganze Flugzeugpalette.
Dr. Korrell wies dabei ausdrücklich darauf hin, dass es hier nicht darum gegangen sei, illegal deutsche Ideen zu kopieren ...."

Bemerkenswert auch, daß das KB Tupolew, inspiriert von Junkers und seinem "anderen" Flugzeugbau, mit Beibehaltung bewährter Elemente - Profildicke!- frühzeitig eigene Entwicklungen vorantrieb und frühzeitig eine Langstreckenfähigkeit implementierte
So auch bemerkenswert, daß (fast) alle Entwicklungen auf Räder / Kufen / Schwimmer gestellt wurden, landestypisch eben und somit erfolgreich.

Wenn in Deutschland von den Ju-52 und G-38 alleine 4.800 Stück produziert wurden, hatte die UdSSR lediglich 2.000 Maschinen hergestellt, die
von H. Junkers über das ZAGI / Tupolew geprägt wurden.

(Das Werksgelände im Stadtteil Fili ging später an die Raketenindustrie).
###
R.

Zu Junkers-Elemente:
- Metall
- dickes Profil (20%)
- Wellblech
- Eindecker
- Flügel mit räumlichen Fachwerk
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*Träger der Roten Mainelke und des aberkannten Status GDR, gedient in Fremden Streitkräften*

historienquax
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Re: Jakowlew und Iljuschin in gedruckter Form

Ungelesener Beitragvon historienquax » Mo 25. Mai 2020, 12:35

Zum Werk Moskau-Filo möchte ich noch anmerken das dort nach 1945 noch Bomber hergestellt wurden.
https://books.google.de/books?id=yOP2v_ ... er&f=false
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