Zwischen Start und Landung - Eckhard Lange

Seglereins
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Zwischen Start und Landung - Eckhard Lange

Ungelesener Beitragvon Seglereins » Do 4. Jun 2015, 10:22

„Zwischen Start und Landung“ / Eckhard Lange /
Ein Buchtipp von Harry Popow
Auf 174 Seiten – mit zahlreichen Fotos und Dokumenten illustriert – , erfährt der Leser in diesem Buch den Aufstieg des Eckhard Lange zum erfolgreichen ehrenamtlichen Segelfluglehrer der DDR.
In diesem authentischen Lebensbericht, aufgeschrieben von Koautor Harry Popow, schildert der heute über Siebzigjährige, wie er in den Aufwind der neuen Gesellschaft kam, seine Chancen nutzte und seine verantwortungsvollen Aufgaben mit Bravour absolvierte. Wie er, der Flugzeugmechaniker und Segelflieger, nach 1989 im Zenit seines Lebens in Afrika das goldene Segelfliegerabzeichen mit drei Diamanten meisterte. Wie er, der Fluglehrer, auch heute noch seine Erfahrungen an die Jüngeren weitergibt.
Eine Anzeige in der Zeitung, viele Jahre nach der Wende: Das weltbeste Segelflugzentrum in Namibia sucht einen Werkstattleiter und Motorenwart. Der erfahrene Segelfluglehrer schickt sofort eine Bewerbung nach Afrika. Bevor er Antwort erhält, erinnert er sich seiner Kindheit in Pommern.
Er, der neunjährige Eckhard, Sohn eines Landbäckers in Uchtdorf (heute Lisie Pole in Polen) trotzt dem Vater. Er will nicht in dessen Fußstapfen treten. Er will nicht backen, nicht Kühe hüten. Was Technisches soll es sein. Er verfolgt mit staunenden Blicken die Flugzeuge, die in diesen End-Kriegszeiten des Jahres 1944 über dem Dorf dahinjagen. Ja, er will später mal fliegen, ebenso wie die da oben. Seine Träume sind hochfliegend in einer Zeit, wo es ums Überleben geht. Sein Vater warnt ihn: „Das ist nichts für dich, bleib auf dem Boden!“ Doch der Trotz in dem Jungen ist nicht totzukriegen.
Endlich die Befreiung. Nach der Flucht aus Pommern ein Neubeginn in der Sowjetischen Besatzungszone. Und nun will der Träumer endlich durchstarten. Wieder trotzt er dem Vater, als dieser ihn ermahnt, dieser Sozialismus würde sich nicht lange halten. Eckhard aber will selbst die Weichen für sein Leben stellen. Er erlernt den Beruf des Landmaschinenschlossers, hält aber weiter Ausschau nach weit oben. Die Kasernierte Volkspolizei, hört er, suche Leute, auch für die Flugausbildung. Er schmettert ihnen ein Nein entgegen, als Werber den jungen Mann an die Grenze schicken wollen. Da ist er wieder - sein Trotz.
Schließlich – nach zahlreichen Qualifizierungen als Fluglehrer und als Prüfer für Luftfahrtgeräte - landet er bei Interflug. Als Mechaniker leistet er eine hervorragende Arbeit. Er erzählt von Rissen in Triebwerken und wie er das Titanschweißen bei INTERFLUG einführte und so dem Betrieb Millionen einsparte. Wie er sich schließlich auf einem hohen Podest wiederfand und vom Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker als „Held der Arbeit“ geehrt wurde. Er und seine Kollegen fragten sich angesichts vieler Widersprüche in der Wirtschaftspolitik immer öfter: „Wie hell leuchtet unser Stern wirklich?“ Zur Wendezeit schildert er die vielerorts angetroffene Reg- und Sprachlosigkeit, aber auch die Freude, verbunden mit zahlreichen Illusionen bei vielen Betriebsleuten.
Die Rückschau auf das bisherige Leben wird unterbrochen mit dem positiven Bescheid aus Afrika und der nachfolgenden Schilderung der für ihn noch ungewohnten aber sehr interessanten Erlebnisse in der Wüste. Trotzdem hält der Erzähler Eckhard immer wieder inne und blickt zurück auf seinen nicht leichten aber ziestrebig verfolgten Lebensweg – eine Komposition, die aufgeht. Sie unterstreicht, wie wichtig es für ältere Menschen ist, gebraucht zu werden. Und sie verdeutlicht den hohen Wert des Namibiaaufenthaltes als einer der Höhepunkte im Leben dieses Meisters der Lüfte. Auch die Sprache in diesem Buch ist schön und hält die Neugier wach. Frank-Dieter Lemke vom Flieger-Club Strausberg resümierte zu diesem Buch: „Eckhard Lange gewährt uns mit seinen ehrlichen Erinnerungen nicht nur einen interessanten Einblick in ein Stück Luftfahrtsgeschichte der DDR, sondern auch in Entscheidungen bei schwierigen Situationen …“

Eckhard Lange: “ZWISCHEN START UND LANDUNG. Ein Lebensbericht“. (Die mündlich wiedergegebenen Erinnerungen des E. Lange schrieb auf und gestaltete Harry Popow.) Preis: 15 Euro, alle Rechte liegen bei Eckhard Lange, Druck: dbusiness. digital business and printing gmbh, filiale 1 prenzlauer allee 174, 10409 Berlin, http://www.dbusiness.de

(Der Koautor für das Buch „Zwischen Start und Landung“, Harry Popow, veröffentlichte außerdem als ehemaliger Reporter und Redakteur der Wochenzeitung „Volksarmee“ seinen autobiographischen Roman mit dem Titel „In die Stille gerettet“/ Persönliche Lebensbilder. Engelsdorfer Verlag, Leipzig, 2010, 308 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86268-060-3)
Dateianhänge
Zwischen Start und..., Segelflieger 001.jpg
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