A-321 im Maisfeld

bluemchen
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A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Do 15. Aug 2019, 10:53

Ein A-321 von Ural-Airlines landet im Maisfeld bei Schukowski nach Vogelschlag mit 226 Passagieren, 7 Crew-Mitglieder.
Es gab lediglich 23 Verletzte!

http://ren.tv/novosti/2019-08-15/posadi ... sadke-a321

https://sptnkne.ws/8WZQ (deutsch)

Der Mais steht gute 2 m hoch, erinnert diese gekonnte Bauchlandung an den Hudson-River? Mein lieber Mann, die müssen Nerven gehabt haben :-)
(Auf dem letzten Bild bei novosti sieht man deutlich, wie das HLW den Mais abrasiert haben muß …)
Die Besatzung hat ganze Arbeit geleistet, besonnen und eiskalt - ein einfacher Glückwunsch reicht nicht
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Kilo Mike Sierra
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Re: A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 15. Aug 2019, 13:22

Die A321 hat ja einen besonders langen Rumpf, aber dennoch ist er nicht auseinander gebrochen. Auch das spricht für eine meisterhaft ausgeführte Bauchlandung. Zum Glück ist das nicht bei Dunkelheit oder Nebel passiert.
Was der Kapitän da erfolgreich ausgeführt hat, wird nicht im Simulator trainiert, obwohl es möglich wäre.
Für mich ist der Vorfall eine Erinnerung daran, daß es in der Luftfahrt bis heute noch unkalkulierbare Risiken gibt. Vogelschlag ist eines davon.

Anstatt den guten Ausgang des Unfalls zu preisen, haben manche Zeitgenossen ("Journalisten") nichts besseres zu tun, als den Zielort des Fluges Simferopol in die Ukraine zu verlegen und zum hundertsten Mal eine Diskussion über den Status der Krim vom Zaun zu brechen.
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Thomas

Heute schon für irgend etwas sensibilisiert worden?

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Re: A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Do 15. Aug 2019, 14:48

Die Krim taugt immer für eine unredliche Meinungsmache nicht nur (west)europäischer Medien - Bild dir (m)eine Meinung …

Kilo Mike Sierra hat geschrieben: … und zum hundertsten Mal eine Diskussion über den Status der Krim vom Zaun zu brechen.


Der Gerechtigkeit halber muß ich aber in diesem Fall ausdrücklich den ersten Bericht von nt-v zu diesem Vorfall davon ausnehmen - https://www.n-tv.de/panorama/Russischer ... 08332.html

- Hier wird die Sachlage sehr objektiv dargestellt, auch wenn der "russische Jet" erst unten als ein Airbus A-321 benannt wird.
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Re: A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Do 15. Aug 2019, 16:27

Ein erstaunlich kurzer "Bremsweg" in dem Acker

https://ria.ru/20190815/1557532819.html ,
da müssen die Gurte ganz schön gezogen haben, das bekommt man vermutlich mit keinem Umkehrschub hin - deutlich zu sehen ist der erste Pflanzenkontakt mit dem HLW, der weiche Mutterboden hat sein übriges getan und der saftige Mais jegliche Funkenbildung unterbunden.
Somit offensichtlich ein gute Wahl bei den wenigen Wahlmöglichkeiten

Der A-321 Co-Pilot berichtete inzwischen in Ria Novosti https://ria.ru/20190815/1557533728.html?in=t über den Vogelschlag und die Notlandung im Feld:

Nach dem Start traf der Vogel(schwarm) den Motor, der linke Motor kam sofort zum Stehen. Dann betraf es auch den zweiten Motor, die Drehzahl funktionierte nur instabil, der Schub reichte nicht aus, die Höhe fiel glatt. Und landete auf dem Feld. Der Kommandant übernahm die Kontrolle", erklärte der Pilot.

Nach Angaben der Fluggesellschaft ist Murzin 23 Jahre alt.
Er wurde 2018 eingestellt, mit einer Gesamtflugzeit von 600 Stunden. Der Kommandant des Flugzeugs, Damir Yusupov, hat mehr als dreitausend.

Wenn man sich mal überlegt, welche Entscheidungszeiten die Crew zur Verfügung hatte -
Ural-Airlines kann über solche Helden nur froh sein.
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Irgendwie immer noch "unglaublich", was die Jungs geleistet haben https://www.rt.com/russia/466544-pilots ... =Miximedia
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Re: A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 15. Aug 2019, 19:08

Der ntv-Artikel ist in der Tat erfreulich neutral, schließlich geht es um einen Flugunfall. Allerdings enthält der Artikel auch Erfindungen und sachliche Fehler. Letztere halte ich für weniger gravierend, obgleich sie vermeidbar gewesen wären, denn nach eigenen Angaben lagen der Redaktion die Fotos und Videos bereits vor.

Die Leistung der Piloten kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Eine Entscheidung wie vor zehn Jahren der berühmt gewordene Kapitän der US Airways A320 hatten sie jedoch nicht zu treffen. Er hatte die Wahl zwischen zwei durchführbaren, aber dennoch hochgradig riskanten Szenarien: entweder eine Gleitfluglandung in Teterboro oder eine Wasserung im Hudson. Die russischen Piloten hatten dagegen keine derartige Entscheidung zu treffen. Es lag kein Flughafen voraus, eine Umkehrkurve mit Rückflug zum Flughafen war in dieser geringen Höhe völlig aussichtslos, aber vor ihnen lagen viele freie Felder. Sie hatten nur diese eine Chance, haben sie genutzt und dabei offensichtlich alles richtig gemacht.

1991 war eine MD-81 der SAS nach dem Start in Stockholm-Arlanda in einer vergleichbaren Situation, als sich nach dem Start Eis von den Tragflächen löste und in die beiden Hecktriebwerke geriet. Der nervenstarke Kapitän sank aufgrund von Wolken ohne Bodensicht, die sich erst in ca. 300 m Höhe einstellte, um dann das Flugzeug auf einem von Bäumen umgebenen und leicht abschüssigen Feld mit ausgefahrenen Klappen und Fahrwerk zu "landen". Dabei streifte das Flugzeug Bäume, beide Flügel wurde abgerissen und der Rumpf brach in drei Teile. Von den 129 Insassen blieben 37 unverletzt und es gab keine Toten.
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Re: A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Fr 16. Aug 2019, 19:08

Herzlichen Glückwunsch dem "Helden Russlands"

Дамир Юсупов.png
Дамир Юсупов.png (217.45 KiB) 351 mal betrachtet

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am 16. August die Besatzung des Airbus A-321 ausgezeichnet, die eine Notlandung auf einem Maisfeld in einem Vorort von Moskau machte.
Das Staatsoberhaupt unterzeichnete einen Erlaß über die Zuweisung des Titels der Helden von Russland an den Kommandanten des Flugzeugs und den Co-Piloten. Die weiteren Besatzungsmitglieder erhielten den Courageorden (Tapferkeitsorden).

Die Ural-Airlines-Maschine, die von Moskau nach Simferopol fliegen sollte, machte am Morgen des 15. August eine Notlandung in Flughafennähe.
An Bord befanden sich 226 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. 76 Menschen wurden verletzt (nach neueren Angaben). Die Ursache des Motorschadens waren nach vorläufigen Angaben ein Vögelschwarm, der in sie einlief … (siehe oben)
Damir Yusupov sagte auf einer Pressekonferenz, er halte sich nicht für einen Helden. Er sagte, er tue, was er tun müsse.
Am 16. August wurde berichtet, dass Yusupov nach Jekaterinburg zurückgekehrt war. Der Co-Pilot Georgi Murzin wurde mit Brustverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

So die offizielle Meldung nach LENTA.RU, die ich hiermit weitergeben möchte.
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Zugleich äußerte der Präsident die Hoffnung, dass es in Zukunft möglichst wenige Vorfälle dieser Art geben werde. „Es wäre wünschenswert, wenn überhaupt nichts dergleichen passieren würde.“
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Re: A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Fr 16. Aug 2019, 19:48

Um noch einmal zu verdeutlichen, was der Kommandant Damir Yusupov erfolgreich gelandet hat -
Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Die A321 hat ja einen besonders langen Rumpf, aber dennoch ist er nicht auseinander gebrochen.

kommt in diesem Tass- Bild sehr zu Bewußtsein
A-321 (TASS).png

- Das bleibt etwas der Wirklichkeit entrückt …
(… und in Stölln/Rhinow sind wir auch nicht)
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Re: A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Sa 17. Aug 2019, 14:23

Das Foto macht in der Tat die Qualität der Bauchlandung sehr eindrücklich sichtbar.
Da sollten auch die Konstrukteure von Airbus Industrie etwas stolz sein dürfen.

Eine Tu-154 würde man jetzt aufbocken, die Fahrwerke ausfahren, die Triebwerke putzen, die Maisernte abwarten und dann starten.

Bei der Il-14 waren Bauchlandungen noch "Standard", aber das waren noch andere Geschwindigkeiten. In der DDR gab es zwei Bauchlandungen mit Il-14, beide erfolgreich.
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Re: A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 17. Aug 2019, 21:59

Ja genau, das wäre dann die nächste pragmatische Fragestellung -
Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Eine Tu-154 würde man jetzt aufbocken, die Fahrwerke ausfahren, die Triebwerke putzen, die Maisernte abwarten und dann starten

Wie bekommt man diesen Vogel wieder vom Acker >kratz< Da wird das große Tüfteln eingesetzt haben in Verbindung mit dem Katastrophenschutzministerium
Und wenn es gelingt,
was kann man mit der Zelle noch machen und ist es überhaupt vorstellbar (mal unabhängig vom Aufwand) Flugfähigkeiten wieder zu erlangen?
Betriebswirtschaftlich geht
meine Tendenz da wohl eher in Richtung Organspende und mit der Versicherungssumme sind die Schäden / Bergungsaufwände zu decken.

Es ist ja eben keine Tupolew ...
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Re: A-321 im Maisfeld

Ungelesener Beitragvon EA-Henning » Sa 17. Aug 2019, 23:39

Ich denke, daraus werden wohl Coladosen.
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