Atlas Air Flug 5Y-8591

Kilo Mike Sierra
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Re: Atlas Air Flug 5Y-8591

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Do 28. Feb 2019, 13:17

Ich schaue gerade auf Flightradar 24 und sehe, wie alle Flüge um ED(R)-208 herumgeführt werden. Vielleicht siehst Du den Verkehr an den Wochenenden oder früh am Morgen und in den Abendstunden, wenn dieser für das Militär reservierte Luftraum nicht aktiv ist.

ED(R)-208 erstreckt sich von FL100 bis FL285, d.h. von 10.000 ft bis 28.500 ft. Darüber beginnt der Luftraum ED(R)-308, der bis auf FL365 bzw. 36.500 ft reicht. (Deshalb habe ich den Großraum Chemnitz als großes Loch bezeichnet, was den zivilen Luftverkehr betrifft.) Hohe Reiseflüge ab FL370 sind jedoch jederzeit möglich.
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Thomas

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Re: Atlas Air Flug 5Y-8591

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Do 28. Feb 2019, 13:54

Kilo Mike Sierra hat geschrieben: Hohe Reiseflüge ab FL370 sind jedoch jederzeit möglich.


Dann haben wir wohl aneinander vorbei gesprochen ...
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bluemchen
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Re: Atlas Air Flug 5Y-8591

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Fr 1. Mär 2019, 10:13

Ich komme noch mal auf das "Zerstäuben" des Treibstoffes zurück,

bei dem K-M-S aus technischer Sicht anführte, es entsteht ein Aerosol.
Aus chemischer Sicht ist - Zitat: Aerosol eine Dispersion fester oder flüssiger Teilchen in Gasen. Ist die disperse Phase fest, spricht man von Stäuben, ist sie flüssig, von Nebeln.

Es wollen mir Zweifel aufkommen, daß bei einem "Notablaß", wenn wir den Vorgang so bezeichen wollen, eine so feine Zerstäubung/Vernebelung stattfinden kann trotz Kumulation mit der Fluggeschwindigkeit. 270 ym ist u.U. eine Durchschnitts-Tröpfchengröße, ist das wirklich klein?

Je feiner oder kleiner die Düsendurchmesser der Zerstäuber ausgelegt sind, umso geringer ist die Durchflußmenge, umso länger dauert der Prozess. Genau das ist der Knackpunkt, denn der Ablaß von bedeutenden Mengen muß in definiert kurzer Zeit erfolgen. Ob der Ablaßdruck beliebig erhöht werden kann, ist auch fraglich, ebenso der Einfluß elektrostatischer Ladungsausbildung
Das ist das EIne
Das Andere ist, daß ein Ablaß in einer definierten Zone dennoch zu einer Konzentration führen kann in Abhängigkeit verschiedener Faktoren wie der Höhe, dem Temperaturgradient der Luftschicht -labil/indifferent/stabil-, der Temperatur selbst, der Strömungskomponente ...
Wenn in Chemnitz ein zweimaliger Überflug mit Ablaß erfolgte (in welcher Zeit?) , hat das Luftvolumen X in der Zone die Ablaßmenge Y zunächst eben aufzunehmen.
Im Gegensatz zu den viel bescholtenen Kondensstreifen / Chemtrails ist die "Ablaßwolke" transparent, unsichtbar, ist damit aber nicht weg und sie besteht nicht aus Wassertröpfchen an Kondeskernen.

Lange Rede, kurzer Sinn: VLt. können unsere Techniker aus geräte- und prozess-technischer Sicht diese Problematik einmal aufgreifen und hier mit darstellen.
Auch das würde mich interessieren.
Grüße
Rainer
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Re: Atlas Air Flug 5Y-8591

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Sa 2. Mär 2019, 19:22

Zerstäubung bedeutet kleinste Tropfengröße, somit sehr große Oberfläche und dadurch schnelle Verdampfung. Die Zerstäubung wird durch den hohen Staudruck und die Verwirbelung bewirkt, dem die Flüssigkeit beim Verlassen der Ablaßdüse ausgesetzt ist. Die Düse selbst ist kein Zerstäuber, sondern ein Rohr mit einem Durchmesser von ca. 8 cm. Bei der 747-400 können pro Minute grob geschätzt ca. 1,6 t Kerosin "verballert"* werden.
Ob verdampftes oder verbranntes Kerosin am Ende besser oder schlechter für die Umwelt ist, weiß ich nicht.

*) Diese "verballerte" Menge setzt sich aus der tatsächlich abgelassenen Menge und der während des Ablassens durch die Triebwerke verbrauchten Menge zusammen.
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Re: Atlas Air Flug 5Y-8591

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Sa 2. Mär 2019, 23:00

Kilo Mike Sierra hat geschrieben:Ob verdampftes oder verbranntes Kerosin am Ende besser oder schlechter für die Umwelt ist, weiß ich nicht

Vermutlich "weder - noch" , auch wenn Kerosin weitgehend rückstandsfrei verbrennt und ohne eine grüne Diskussion anregen zu wollen
Dennoch wird weiter verbrannt werden, was das Zeug hält, solange die Erde .. Erde ist
und werden Öltanker auslaufen und Flugzeuge mit "Inkontinenz" über Chemnitz und anderswo aufkreuzen
und werden aktive Vulkane ausbrechen und alles Menschen-Unredliche in den Schatten stellen, um die Dimensionen etwas zu ordnen.

Bei all dem bleibt, daß der Flugtreibstoff extrem umwelt- und gesundheitsschädlich, ein Kontaktgift, ist. Das Behörden, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt, der TÜV Rheinland und das Wirtschaftsministerium im Fuel Dumping keine Gefahr sehen, ist bei dem Lobbyismus direkt nachvollziehbar. Keine Umweltgefahr, so eine 25 Jahre alte Studie!
- Bei angenommenen 8% , die als "nichtverdampft" runterkommen, gäbe es keine Bodenkontamination! Das steht doch so schwach da, wie die Mondlandung, bei den rund 600 t bundesweit als zurückliegend (2017) festgestellte Jahresmenge und wachsenden Flugverkehr.
Gibt es überhaupt schon eine Meldepflicht / Meldekette zu den Landesbehörden, außer DFS an BAF und BMVI ? Nee, glaube ich nicht,
so grün ist die Welt. (Jetzt wird auch verständlich, warum die Gurke offensichtlich schon im PVC-Mantel geerntet wird - da kann es draufregnen, was will, sie bleibt Bio)
Aber Scherz beiseite, ich würde die aktiven Kohle -Tagebaue zu Fuel Dumping Gebieten erklären, wegen der Wiederverwendungsmöglichkeit ... >finger<
Grüße aus der Karnevalswoche
R.
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Re: Atlas Air Flug 5Y-8591

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » So 3. Mär 2019, 11:14

Es gibt sogar zwei (parallele) Meldepflichten. Die Flugsicherung ist verpflichtet, den Treibstoffablaß an das Luftfahrtbundesamt (LBA) zu melden. Die gleiche Verpflichtung besteht für die Fluggesellschaft.

Es gibt eine sehr aktuelle Studie zum Treibstoffablaß aus dem Jahr 2018, nur habe ich die Veröffentlichungen dazu noch nicht gefunden.

Ein Lobbyismus-Problem sehe ich hier nicht. Der Treibstoffnotablaß ist eine unvermeidliche Begleiterscheinung des Luftverkehrs. Sie zu eliminieren, würde die Einstellung des Luftverkehrs erfordern.
Selbst wenn man die maximale Startmasse gesetzlich auf die maximale Landemasse begrenzen würde, so blieben immer noch mehrere andere Gründe, um vor einer Notlandung Treibstoff abzulassen: Minimierung der Landegeschwindigkeit, Minimierung der benötigten Pistenlänge, Minimierung der Brandgefahr, ...

Wenn ich potentielle Umwelt- und Gesundheitsprobleme priorisieren müßte, dann würde ich die Strahlenbelastungen durch Mikrowellen und besonders die kommende 5G-Technologie sofort auf Platz Eins setzen. Dann käme eine ganze Weile nichts und danach die Müllexporte/Müllvermeidung.
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Re: Atlas Air Flug 5Y-8591

Ungelesener Beitragvon heiko76 » Do 16. Jan 2020, 14:52

Ein kleine unkommentierte Ergänzung zum Thema Treibstoffablass.

Quelle: AV Herald. Delta B772 at Los Angeles on Jan 14th 2020, engine compressor stalls, liquid rains onto school
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Re: Atlas Air Flug 5Y-8591

Ungelesener Beitragvon bluemchen » Do 16. Jan 2020, 21:25

Warum kein Kommentar?
Mir zumindest fällt auf: "Wie sich die Bilder gleichen" - die Chemnitzer sollten das doch noch kennen …
Und möglicherweise hatten die Kinder in LA am Ende auch Kakao mit Kerosingeschmack dabei. Aber wir wissen es ja - alles verdampft, ob mit oder ohne Meldung (in dem Fall "ohne")
# # #
R.
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Re: Atlas Air Flug 5Y-8591

Ungelesener Beitragvon Kilo Mike Sierra » Fr 17. Jan 2020, 21:59

Bei diesem Vorfall ist anzumerken, daß die Delta-Piloten den Treibstoff in geringer Höhe und dazu noch über bebautem Gebiet abgelassen haben - bis in den Endanflug. Außerdem hatten sie die Flugsicherung nicht über den Ablaßvorgang informiert. Nicht gut. Jedenfalls vom Schreibtisch aus geurteilt.
Die Gründe für diese Hast sind jedoch noch nicht öffentlich bekannt.
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